
Titus Lerner , arbeitetet seit 1978, nach Abschluß seines Studiums als freischaffender Künstler mit dem Schwerpunkt Skulptur, seit 1988 tritt die Malerei immer stärker in den Vordergrund seiner Arbeit.
Die Menschen des Titus Lerner sind unbekleidet, ohne Akt zu sein, schauen uns aufmerksam an, ohne porträtähnlich zu sein. Der Mensch ist Hauptgegenstand von Lerners Kunst und alleiniger Bezugspunkt seines künstlerischen Schaffens. In seinen Arbeiten gibt Lerner den wesentlichen Qualitäten des Menschen an sich Ausdruck und schärft in Typik und Stil der Figurendarstellung den Blick für besondere Umstände des Individuums.
Titus Lerner hat ein großes plastisches Werk geschaffen. In Skulpturen aus Sandstein oder Marmor und Bronzeplastiken ist die Qualität der direkten Anschauung kaum zu überbieten. Wie in den Darstellungen des Alters und den Beziehungen alter Menschen, werden Individuen in ihrem situativen Kontext erfaßt. In der Werkgeschichte Lerners sind aus den achziger Jahren sicherlich die “Opfer” und der Zyklus Krieg hervorzuheben. Gefesselte und geschundene Leiber sind der Gewalt der Anderen, die wir nicht sehen können ausgeliefert. Beispielhaft für Arbeiten auch zu anderen Themen, sind die Figuren auf ihre pure Existenz zurückgeworfen und fragen den Betrachter nach der Menschlichkeit im Leben. Biografische Schnittstellen sind der Anlaß für Zerreißpunkte im Zyklus “Psychische Konstellationen.”
Vor allem der Torso als Beschränkung auf die Grundidee des Körpers, ohne Gesicht und die Extremitäten ist ein Motiv der Bildhauer, seit die Künstler der Renaissance in den zu Torsi verstümmelten Antiken ein eigenständiges Thema sahen. Torsi sind eine Chiffre für das Künstliche, das Menschengemachte die Kunst an sich. In dieser Ausstellung sind zwei Allerbastertorsi von Titus Lerner zu sehen. Sie lenken den Blick auf das Kernvolumen des männlichen und weiblichen Körpers. Im lebhaften Körpermodele wird Lerners Bewunderung für Michelangelo deutlich. Die Torsi sind nicht ein versehrter Rest, sondern die vollkommene Keimzelle des Menschlichen Körpers. Zugleich wird wie bei seinen Plastiken alter Menschen der Paargedanke zum Ausdruck gebracht. Ein weiters Paar Torsi des männlichen und weiblichen Körpers als Kleinplastiken in Bronze wirkt von der Rückenansicht fast gleichartig.
Kein Menschenbild kann indes alle Seiten des Menschen auf einmal erfassen. Jedes Einzelwerk von Titus Lerner kann den Blick auf neue, nur bestimmte Aussagen der Darstellung lenken. In den neueren Gemälden hat Titus Lerner Arbeiten geschaffen, die sich nicht mehr auf ein klar lesbares, dramatisches oder tragisches Thema beschränken, sie sind freigesetzt von einem zwingenden erzählerischen Kontext. Lerners Figuren in Malerei und Plastik sind hingegen Konzentrate seiner Menschvorstellung.
Deutlich sind auch die gemalten Figuren Lerners plastisch gebildet, es sind zumeist männliche Figuren, hohe schlanke Gestalten, mit Ecken und Kanten von eindringlicher Präsenz. Durch den Verzicht auf eine Kleidung und die nur summarische Behandlung des Haares gewinnen sie eine überzeitliche, uneitle Wirkung. Für Titus Lerner steht die Autonomie der Menschen im Vordergrund. Da der Künstler zunehmend auf die Angabe von Titeln verzichtet, können sie ihre starke Eigenwirkung entfalten. Die Darstellungen erscheinen assoziativer und parabelhafter, und fordern den aktiven Betrachter, der in den Bildern Themen entdeckt, die Maske erkennt, hinter der man sich gewohnheitsmäßig versteckt und der die Figur des Ikarus wiedererkennt.
Lerners Malvorgang beginnt heute mit einer ersten Malschicht in breiten Pinselstrichen. Er beginnt ohne Vorzeichnung oder ausgearbeitete Kompositionsskizze. In großzügiger gestischer Handschrift wird das Bildmotiv festgelegt, durch mehrfache Übermalung entstehen und verändern sich die Figuren und werden in einen Bildzusammenhang gestellt. In Schichten wird das Gemälde ausgearbeitet. Der Farbauftrag ist pastös, der Malgestus expressiv und heftig.
So entstehen die kräftigen Farbstrukturen, die visuell und haptisch erfahrbar sind
Die Bilder erscheinen durch den dichten Farbauftrag wie gemauert. Die flächenhafte Bildentfaltung definiert den Aktionsraum der Figuren, sie sind durch die künstlerischen Mittel an ihren Bereich gebunden. Durch kontrastierende Farbklänge sind einzelne Personen gegen den Farbumraum einer nicht näher differenzierten Welt in ein antagonistisches Verhältnis gesetzt. Andere Gemälde, wie zum Beispiel der monumentale Kopf auf der Staffelei nutzt das Spektrum einer Farbe um geistigen Befindlichkeiten und tiefen Wirklichkeiten des menschlichen Lebens Ausdruck zu geben. Kopfbilder sind Weltbilder, im Kopf entsteht die Welt. Die Lehre der Religionen ist dabei eine wichtige Quelle. Bibel, Koran und Talmut bergen für Lerner eine bedeutende literarisch philosophische Dimension.
Die Arbeiten von Titus Lerner sind in höchstem Maße reflektiert, sie regen zur Suche nach einer Betrachterposition an, ohne eine moralisch verbindliche Position vorzugeben. Im Gemälde Turmbau zu Babel zeigt die stehende Hauptfigur deutlich den Ausdruck ernster Erwartung, daneben wächst der Turmbau in die Lüfte. Rechts unten erscheint das Boot als Hoffnungssymbol.
|
|  |
•  |
 |
 Lerner, Titus
◊ Mit Maske,
2012
|
 |
•  |
 |
 Lerner, Titus
◊ Flugversuch
IV, 2015
|
 |
•  |
 |
 Lerner, Titus
◊ Das Treffen,
2013
|
 |
 |
•  |
 |
 Lerner, Titus
◊ Häutung,
1999
|
 |
•  |
 |
 Lerner, Titus
◊ Das Boot,
2015
|
 |
•  |
 |
 Lerner, Titus
◊ Wohin mit den
Göttern, 2012
|
 |
 |
•  |
 |
 Lerner, Titus
◊ 'Kleine
Schreitende', 2010
|
 | | | | | | | | |
|

Aktuelle und vergangene Ausstellungstermine:
29.05.2009 Die Essenz der Existenz Titus Lerner
16.01.2011 Titus Lerner Bilder und Skupturen
23.11.2012 20 JAHRE GALERIE KLOSE, SIGHTZEICHEN 2012
13.12.2013 SIGHTZEICHEN 2013
07.03.2014 Menschen Bilder
20.11.2015 Sightzeichen ´15
20.11.2015 Vernissage "Sightzeichen ´15"
20.11.2015 Sightzeichen ´15
22.01.2016 Faces behind Art - Part II
22.01.2016 Faces Behind Art Part II
22.01.2016 Vernissage "Faces Beind Art II"
09.12.2016 Gruppenausstellung Sightzeichen 2016
27.11.2016 1. Kunst Werk Schau
27.01.2017 100. Einzelausstellung mit Arbeiten von Titus Lerner
27.01.2017 Vernissage zur 100. Einzelausstellung von Titus Lerner
16.02.2017 Die Galerie Klose auf der art Karlsruhe
04.03.2017 Künstlergespräch mit Titus Lerner
27.10.2017 C.A.R. contemporary art ruhr
22.02.2018 art Karlsruhe 2018
26.10.2018 Galerie Klose auf der C.A.R. 2018
23.11.2018 Sightzeichen 2018
28.06.2019 Vernissage Titus Lerner "Maskerade"
17.01.2020 Stille und Befreiung
11.12.2020 Sightzeichen '20
26.02.2021 3-Dimensional
02.07.2021 "Summertime... and the living is easy"
20.08.2021 Kunstfest in der Lohnhalle "Lichtblick Mensch"
03.12.2021 Sightzeichen ´21
11.03.2022 Frühlingsgefühle
22.07.2022 Titus Lerner - "EXISTENZIELL"
24.11.2023 Sightzeichen ´23
22.11.2024 Sightzeichen `24 
Weitere Termine:
Ausstellungen ab 2006:
2006 Galerie Klose, Essen
2006 Villa Meixner, Brühl / Baden
2006 Kreismuseum Neuwied
2006 Galerie Bose, Wittlich
2006 Galerie Radicke, Bonn-St. Augustin
2006 Galerie Best, Seoul (Südkorea)
2006 Galerie Gougenheim, Paris
2006 Kirche St. Peter und Paul, Basel
2007 Galerie am alten Garten, Siegen
2007 Galerie Laik, Koblenz
2008 Galerie Bose, Wittlich
2008 Galerie L’Usine, Lyon
2008 Keramikmuseum Westerwald (Terrakottaretrospektive 1972 – 2008)
2008 Theaterhaus Mannheim
2009 Galerie der Westerwaldbank,Hachenburg
2009 Galerie L’Usine, Lyon (die Terrakotten)
2009 Galerie Klose, Essen
2009 Galerie Laik, Koblenz
2009 Galerie Gougenheim, Paris
2010 Galerie Bose, Wittlich Beteiligungen an Gruppenausstellungen 1986 „Totentanz“, Kunstverein Mannheim (Katalog) und Kunstmessen u.a.
2014 Galerie Klose
Biographie ● Ausstellungen ● Arbeiten |