Losnummer: 7131
Üppige, vitale Frauenkörper faszinierten den Künstler, den Julius Meier-Graefe, sein Entdecker und Förderer, 1932 einen "proletarischen Rubens" nannte (J. Meier-Graefe in: Frankfurter Zeitung, 06.11.1932, Nr. 831-33, S. 14). Die Sinnlichkeit der Patientin in ihrer opulenten Erscheinung dominiert gegenüber dem dünnen, nach unten abgedrängten Arzt in der beinahe überlebensgroß gemalten Darstellung. Der hier festgehaltene Moment des Abhörens bestimmt Kleinschmidts künstlerische Auseinandersetzung mit den Thema "Frau beim Arzt", die in einer Folge von Gemälden und Zeichnungen ihren Niederschlag fand. Charakteristisch ist auch die ausschnitthafte Komposition und eine komprimierte, dicht gedrängte Darstellungsweise. Geprägt durch seinen familiären Hintergrund, die Welt des Schauspiels und Theaters, inszeniert Kleinschmidt seine Gemälde wie eine Theaterbühne. Seine Hauptfarbe Weiß ist auch im kühl ausgeleuchteten Interieur der Arztpraxis dominant. Eine Generation nach Corinth, den Kleinschmidt sehr verehrte, und zwischen Expressionismus, Realismus und Neuer Sachlichkeit stehend, nahm Kleinschmidt unter seinen Zeitgenossen Beckmann, Dix und Grosz stets eine Außenseiterposition ein. Die Arbeit ist Frau Dr. Barbara Lipps-Kant, Tübingen bekannt.
Provenienz: Dr. Tebruegge, Bensheim-Alsbach (Arzt des Künstlers)
Ernst Schonnefeld, Auerbach
Privatsammlung, Deutschland (durch Erbfolge vom Vorbesitzer, bis 2001)
Lempertz, Köln, Auktion 29.11.2006, Lot 200
Privatbesitz
Christie's, New York, Auktion 04.11.2009, Lot 333
Privatbesitz Rheinland
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.
 |