Feder in Schwarz auf Ingres-Bütten, auf Unterlagekarton montiert. 1930.
28,8 x 51,5 cm.
Unten links mit Feder in Schwarz signiert "Klee", auf dem Unterlagekarton unten mittig datiert und betitelt sowie mit der Werknummer "V. 8".
Catalogue raisonné, Bern 2001, Bd. 5 (1927-1930), Nr. 5234. |
Losnummer: 7062
Schlangenhaare schwingen rhythmisch um die Köpfe der beiden Schwestern. Hinterfangen sind sie von nebelhaften Elementen mit feinsten Netzwerken einander überschneidender und durchdringender paralleler Lineaturen. Ein paar Punkte als Augen, schon werden daraus Physiognomien menschenähnlicher und doch geisterhafter Geschöpfe. Symbiotisch vereinigen sich nach unten hin ihre beiden Körper in einer einzigen, nicht absetzenden Linie zu einer weich geschwungenen horizontal liegenden Form. Jeder der reizenden Schwestern aber zeichnet Klee spielerisch und mit einem tiefgründigen Humor ein Herz symbolträchtig weit oben in Hals- oder Mundbereich. Die vom Künstler erdachten Figuren einer mythologisch-archaischen Welt scheinen in einer prozesshaften Bewegtheit und Wandelbarkeit begriffen, die luftige Komposition eine Äußerung teils unbewusster Bilder von charakteristischer Vieldeutigkeit und kosmischer Symbolik.
Provenienz: Lily Klee, Bern (1940-1946)
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-1950)
Galerie Buchholz (Curt Valentin), Berlin und New York (1950)
Christie’s, New York, Auktion 14.11.1996, Lot 292
Privatbesitz
Christie's, New York, Auktion 1996, 07.05.2008, Lot 139
Privatbesitz Rheinland
Ausstellung: Buchholz Gallery (Curt Valentin), New York 1950, Nr. 56 (mit Abb.)
Literatur: W. Grohmann, Paul Klee. Handzeichnungen 1921-1930, Berlin 1934, Nr. 50
W. Grohmann, Paul Klee. Handzeichnungen, Wiesbaden 1951, Nr. 31 (mit Abb.)
C. Kröll, Die Bildtitel Paul Klees. Eine Studie zur Beziehung von Bild und Sprache in der Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts, Bonn 1968, S. 33
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.
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