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Himmlischer Bräutigam

Michel Erhart Werkstatt, Jesuskind mit Weltkugel, Ulm um 1490

Moderne und Contemporary Art

Harmonie: Aristide Maillol - Baigneuse debout se coiffant
Schätzpreis € 35.000 – 40.000

Der französische Bildhauer, Maler und Grafiker Aristide Maillol galt als Antipode Auguste Rodins. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinflusste er nachhaltig die europäische Bildhauerei. Da er der Plastik den Weg zur Abstraktion ebnete, wird er gerne als „Cézanne der Bildhauerei“ bezeichnet. Seine teils monumentalen Stein- und Bronzefiguren zieren öffentliche Plätze und weltberühmte Museen. Vorliegende Skulptur „Baigneuse debout se coiffant“ schuf Aristide Maillol im Jahr 1899. Sie zeigt eine stehende Badende beim Kämmen ihrer Haare. Die – typisch für Maillol – ohne individuelle Züge Dargestellte strahlt Sinnlichkeit, Harmonie und Ruhe aus. Der weibliche Akt ist Maillols vornehmliches Thema. Beliebtestes Modell des Künstlers war seine Ehefrau Clotilde.

Noldes Rauchzeichen: Zwei Dampfer
Schätzpreis € 50.000 – 70.000

Meer- und Schiffsmotive sind typisch für Emil Noldes Oeuvre – Sujets, die dem Maler eine unerschöpfliche Bandbreite an Darstellungsmöglichkeiten bieten. Vorliegendes Werk „Zwei Dampfer“ präsentiert sich nahezu poetisch im wechselnden Licht- und Farbspiel. Regelmäßig besuchte Nolde Hamburg auf seinen Reisen. Fasziniert vom Hafen mit seinem lebendigen Treiben, von Wind und Wetter entstanden neben farbintensiven Aquarellen auch zahlreiche Graphiken – wie 1910 die Radierung „Segler und Rauch“, eine weiteres Werk Emil Noldes, das im Dezember bei NEUMEISTER zum Aufruf kommt.

Mr. Brainwash: Banksy Thrower, 2019
Schätzpreis € 5.000–7.000

Der Straßenkünstler und Videofilmer mit dem Pseudonym Mr. Brainwash arbeitet vor allem mit Schablonenbildern und Siebdruckschichten, die zu Kompositionen führen, die emblematisch für die Graffiti-Kunst sind. Über die Straßenkunst hinaus agierte Mr. Brainwash an der Seite bekannter Musikstars. Mr. Brainwashs künstlerische Entwicklung wurde in Banksys Oscar-nominierter Dokumentation „Exit Through the Gift Shop“ aus dem Jahr 2010 dargestellt.


Gemälde und Graphik 15. bis 20. Jahrhundert

Carl Spitzweg: Mondnacht mit dorischem Tempel
Schätzpreis € 20.000 – 25.000

Gleich mit drei Werken ist Carl Spitzweg (1808 – 1885) in der Dezember-Auktion vertreten: Eine für den Künstler typische Einsiedelei in einer Bergschlucht sowie zwei Ansichten mit Tempeln (möglicherweise Paestum und Agrigent). Alle drei angebotenen Gemälde stammen aus der Sammlung Karl Loreck und befinden sich seitdem in Familienbesitz. Der Offizier Karl Loreck hatte Carl Spitzwegs Nichte Caroline geheiratet. Aus dem Nachlass Spitzwegs hatte die Familie Loreck wichtige Gemälde übernehmen können.

Pinie. Schwebend: Heinrich Reinholds Baumstudie
Schätzpreis € 15.000 – 18.000

Freischwebend und ohne Bodenhaftung hat Heinrich Reinhold die Pinie auf vorliegender Studie in den azurblauen Grund gesetzt, was sich in seinem Kontrast harmonisch zum Ganzen fügt. Mit derartigen Studien, die für ihre Entstehungszeit ungewöhnlich sind, antizipiert Reinhold geradezu den erst Jahre später aufkommenden Impressionismus, was ihn zu einem der bedeutendsten deutschen Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts macht.

Stielers Schwiegermutter: Joseph Stieler - Bildnis der Mutter der ersten Gattin des Künstlers
Schätzpreis € 15.000 – 18.000

In die Zeit des künstlerischen Aufstiegs Joseph Stielers fällt 1818 die Hochzeit mit Pauline Luise Beckers (1798 Moskau – 1830 München). Der Ehe entstammten fünf Kinder. Pauline lebte in Wien wohl zusammen mit ihrer Mutter. Im Jahr 1822 schuf Josef Stieler ein Porträt seiner Frau Pauline. Ein weiteres (oder das identische?) Bildnis Paulines wurde im Jahr 1924 zusammen mit dem vorliegenden Porträt seiner Schwiegermutter in München ausgestellt.


Kunsthandwerk und Antiquitäten

Fürstliche Tafelfreuden: Fürstlicher, vollständiger Besteckkasten der Wolfers Frères um 1900
Schätzpreis € 22.000 – 25.000

330 Teile für 24 Personen! Dieses kostbare Besteck ist wie geschaffen für die ganz große Feier. Mit fürstlichem Wappen und Monogramm versehen, wurde es vom königlich belgischen Hoflieferanten Wolfers Frères um 1900 gefertigt. Das 1850 gegründete Unternehmen genoss hohes Ansehen und erhielt Aufträge der wichtigsten europäischen Fürstenhöfe.

Nachdenkliches Mädchen: Heinrich Wilhelm Berges – Mädchen in nachdenklicher Pose
Schätzpreis € 10.000 – 12.000

1833 hat Heinrich Wilhelm Berges das „Mädchen in nachdenklicher Pose“ im Geiste der Klassik geschaffen. Es stammt aus dem archivierten Bestandteil der Stechow-Sammlung aus dem „Hohenhaus“ in Radebeul. Die Skulptur zeigt eine außerordentlich feine Ausführung von höchster kunsthandwerklicher Qualität. Der bis auf eine minimale Bestoßung an der Sockelplatte erstklassige Erhaltungszustand ist der Tatsache zu verdanken, dass sich die Skulptur 150 Jahre (seit 1885) unter einem eigens angefertigten Glassturz in Privatbesitz im Hohenhaus befand und nie transportiert wurde.

Beruhigt. Beinahe verklärt: 300 Jahre Ignaz Günther – Kruzifix
Schätzpreis € 15.000 – 18.000

Ignaz Günther ist fester Bestandteil der kulturellen Identität Bayerns. In diesem Jahr wird der hochbedeutende Bildschnitzer des Rokoko anlässlich seines 300. Geburts- und 250. Todesjahres vielerorts gewürdigt. Im Jahr des Doppeljubiläums versteigert NEUMEISTER auch ein Kruzifix, in dem sich der Genius des Meisters offenbart. Typologisch steht der Korpus dem des lebensgroßen Kruzifix nahe, das Ignaz Günther 1764 der Heilig-Kreuz-Kirche seiner Heimatgemeinde Altmannstein geschenkt hat. Gegenüber dem schmerzverzerrten Antlitz des Altmannsteiner Christus wirkt der Ausdruck des vorliegenden Gekreuzigten mit den halbgeschlossenen Augen und dem leicht geöffneten Mund jedoch beruhigt und beinahe verklärt.

Himmlischer Bräutigam: Michel Erhart Werkstatt – Jesuskind mit Weltkugel
Schätzpreis € 20.000 – 25.000

Dieses Jesuskind ist ein charakteristischer Vertreter der seit dem Spätmittelalter in Frauenklöstern verehrten sogenannten Christkindl, die Novizinnen bei Klostereintritt als „himmlischer Bräutigam“ geschenkt wurden. Besonders in der Gestaltung des Kopfes mit lebendigem, leicht lächelndem Ausdruck und den spiraligen, teils fast freiplastisch geschnitzten Locken und den naturnah dargestellten Ohren zeigt sich die Nähe zu Bildwerken der Ulmer Werkstatt des Bildhauers Michel Erhart.

Goldfinch aus der Gotik: Maria mit Kind und Stieglitz, Île-de-France, Anfang 14. Jahrhundert
Schätzpreis € 8.000– 12.000

Spätestens seit Donna Tartts Bestseller „The Goldfinch“ von 2013 dürfte der Distelfink oder Stieglitz vielen eine geläufige Vogelart sein. Weniger bekannt ist die religiöse Bedeutung des Vogels: Bereits im Mittelalter wurde das Rot seines farbenprächtigen Gefieders bezogen auf die Tugenden und den Opfertod Christi. Als leicht zu dressierender Stubenvogel diente der Stieglitz gerne als Spielgefährte von Kindern und wurde bildlich solchermaßen auch im Spiel mit dem Jesuskind dargestellt – wie an vorliegender Elfenbein-Statuette aus dem frühen des 14. Jahrhundert.


Schmuck

Funkelnde Verführer: Collier und Armband mit Brillanten und Smaragden
Schätzpreis € 22.000 – 25.000

Hochkarätige Diamanten und und Edelsteine, mit Saphiren besetzte Ringe und Ohrclips sowie eine Brosche mit mehreren Cabochon-Smaragden. Dies ist nur eine kleine Auswahl an Schmuck, den NEUMEISTER bei der Dezember-Auktion aus dem Nachlass von Dr. Beatrice Thyssen Freifrau von Riedel versteigert. Der Erlös geht an „Ärzte ohne Grenzen“. Von anderer Seite für die Dezember-Auktion eingeliefert wurde eine Parure von Collier und Armband mit Brillanten und Smaragden – das am höchsten taxierte Stück der Schmuckauktion.


Vorschau: Sonderauktion Nikolaus Gysis am 25. Februar 2026

NEUMEISTER hat die Ehre, einen Teil des Münchner Nachlasses des griechischen National-Künstlers Nikolaus Gysis (1842-1901) zu versteigern. Mehrere hundert Zeichnungen sowie über 40 Gemälde und Plastiken kommen in diesem Zuge in einer Sonderauktion am 25.Februar 2026 zum Verkauf. Die angebotenen Werke spiegeln die Vielseitigkeit des Hauptvertreters griechischer Kunst des 19. Jahrhunderts und des Vorreiters des Symbolismus und Jugendstils wider. Von intimen Familienszenen und bäuerlichen Genreszenen zu symbolistisch konnotierten Arbeiten findet sich die gesamte Bandbreite seines künstlerischen Schaffens. Es bietet sich die einmalige Gelegenheit, das Werk Gysis’ in seiner zweiten Heimat München kennen- und schätzen zu lernen und das mit der Möglichkeit zum Mitsteigern.

NEUMEISTER Auktion 419
am 3. Dezember 2025

Termine
14 Uhr Kunsthandwerk und Antiquitäten
ca. 14.30 Uhr Schmuck
ca. 16 Uhr Graphik und Gemälde 15. – 20. Jh.
ca. 17 Uhr Moderne. Contemporary Art

Besichtigung
27. November – 1. Dezember 2025
Donnerstag, Freitag, Montag 10 – 17 Uhr,
Samstag/Sonntag 10 – 15 Uhr

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 419: Dezember-Auktion

Quelle: © Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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