Ralf Rainer Stegemann, Haute Couture, München
Schwarze Seide. Langer Wickelrock mit Drappierung u. hohem Schlitz. Oberteil schulterfreie Corsage. Gr. 32. Goldene Kamera H. 25 cm. Patina fleckig und stellenweise berieben.
Dabei: Einladung der HÖRZU für Marie Theres Relin zur Verleihung der Fernsehpreise DIE GOLDENE KAMERA am 19. Februar 1987, im Axel Springer Verlagshaus Berlin, Rechnung Auftrittskleid Ralf Rainer Stegemann |
Losnummer: 1006
"Meine GOLDENE KAMERA hat eine eigene Geschichte. Ich bekam 1987 für meine Rolle in dem Fernsehspiel 'Das unverhoffte Glück' (Regie: Franz Josef Wild) die GOLDENE KAMERA als beste Nachwuchsschauspielerin. Dieser Preis löste eine 'Familienkrisensitzung' aus, in welcher Maximilian und meine Mutter empfahlen, die GOLDENE KAMERA nicht anzunehmen, denn meine Leistung wäre nicht dementsprechend gewesen. Ich, gerade mal neunzehn, heulte wie blöde, Immy und Penny McLean, die zu Besuch waren, wurden zu Furien und verteidigten mich. Mir war unverständlich, dass eine Mutter nicht vor Stolz platzt, wenn ihr Töchterchen einen solchen Preis erhält. Heute weiß ich, dass auch das nur eine von vielen Wiederholungen in der Familiengeschichte war. Auch die Preisverleihung war alles andere als schön. Blacky Fuchsberger überreichte mir den Preis mit den Worten 'ich sähe aus wie meine Mutter...' und jeder, der mir im Anschluss gratulierte, erklärte mir, ich hätte die gleichen Augen wie meine Mutter, die gleiche Stimme...und überhaupt...Ich dachte schon, ich BIN meine eigene Mutter. Weinend lief ich von der Verleihung ins Hotel, während meine Mutter 'ihren' Erfolg lebte. Heute muss ich darüber lachen. Ich hätte damals auch souverän agieren können. Als ich aber mein Kleid, dazu die wohlaufgehobene Rechnung, die Einladung und meine leicht verrostete GOLDENE KAMERA sah, entschloss ich mich, an irgendjemanden, der daran Freude hat, meine Ehrung abzutreten." (Marie Theres Relin)

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