Die Schau versammelt über hundert Stillleben. An der Gruppenausstellung sind 70 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler beteiligt sowie 24 Alte Meister.
Vertretene Nationen: China, Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz, Südafrika, Ungarn, USA.
Gleichwohl die Stilllebenmalerei von Kunsttheoretikern im 17. Jahrhundert mit unverhohlener Geringschätzung bedacht wurde, erfreute sie sich bei Auftraggebern und Sammlern großer Beliebtheit. Davon zeugen die unzähligen Blumenstillleben, "gedeckten Tische", Jagbeute-Stillleben, Augentäuscher-Stillleben und Vanitas-Stillleben, die während des sogenannten Goldenen Zeitalters in den Niederlanden entstanden.
In der Kunstwissenschaft dominierte lange Zeit die Auffassung, Stillleben mit Hilfe von Emblembüchern entschlüsseln zu können, was stets zu ähnlichen Interpretationen führte. Die Hauptaufgabe von Stillleben bestand demnach darin, an die Vergänglichkeit des Lebens zu erinnern und die Sinnlosigkeit diesseitiger Vergnügungen zu verbildlichen. Darüber hinaus dienten die Stillleben aber auch der Repräsentation von Wohlstand und gesellschaftlichem Status ihrer Besitzer. Darstellungen von chinesischem Porzellan, exotischen Früchten und Pflanzen sowie orientalischen Teppichen zeugen vom weiter werdenden Horizont der führenden Schifffahrtsnation und dem Interesse an neu entdeckten Ländern.
Der Vanitas-Gedanke des Barock-Zeitalters sowie die Freude an augentäuschender Malerei und der malerischen Differenzierung unterschiedlicher Texturen sind Elemente, die sich auch in der zeitgenössischen Stilllebenmalerei entdecken lassen.
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