Claudia Rößger hat ihre Heiligen mit einem Zauberstab heraufbeschworen, der ihre experimentierfreude am Entstellen, am Über - und Untertreiben dirigiert und die Klaviatur von Abscheu bis Mitgefühl herauf - und herunterspielt. Das von ihr virtuos beherrschte Arsenal an Zerrbildern und Maskeraden soll nicht verhüllen sondern offenbaren: reduzierte oder übertriebene Selbstwahrnehmungen und formelhafte Seelenporträts. Ob die Deformationen Symptome gesellschaftlicher Eststellung oder übersteigerte Selbstbilder sind, ist nicht entscheidend sondern als Zusammenspiel denkbar.
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