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Ein junger Edelmann von Bernard van Orley wird zum Star der Alten Meister. Niederländische Stillleben führen die Erfolgsgeschichte dieses Genres bei Lempertz fort.
Rund ein halbes Jahrhundert war das Portrait eines Edelmanns des flämischen Renaissance-Meisters Bernard van Orley der Kunstgeschichtsschreibung nur noch als Schwarzweiß-Photographie bekannt, nachdem es aus der Sammlung des Baron Mayer de Rothschild und der Earls of Rosebery auf Mentmore House letztmals versteigert worden war. In der Auktion bei Lempertz in Köln fand dieses fein empfundene und ausgeführte Bildnis eines Edelmannes ein entsprechend großes Interesse, denn es sind kaum noch Werke des Malers in Privatbesitz, der während seines Italienaufenthaltes zwischen 1509 und 1515 wohl bei Raffael selbst gelernt hatte. Internationale Bieter an den Telefonen und im Saal hoben das Bildnis auf das Ergebnis von 845.000 Euro und machten den jungen Edelmann damit zum Star der Auktion.
Mit Prunkstillleben aus den Nördlichen und Südlichen Niederlanden setzt Lempertz auch in dieser Auktion Alter Meister eine Erfolgsgeschichte fort. Im vergangenen Jahr wurde ein Werk von Jan Davidsz. de Heem versteigert, das sich nun im Getty Museum in Los Angeles befindet. Auch in der jüngsten Auktion am 21. Mai gab es wieder die Chance, einen de Heem zu ersteigern. Mit dem Ergebnis von 330.000 Euro wurde das Stillleben mit Früchten und Laute verkauft.
Neben diesem wurde auch ein Prunkstillleben des Abraham van Beyeren erfolgreich versteigert. Mit 190.000 Euro erzielte die mit edlen Früchten und Meerestieren prachtvolle Komposition ein Ergebnis deutlich über der Taxe. Die Komposition ist vergleichbar mit Gemälden van Beyerens, die sich in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe sowie im Worcester Art Museum in Massachusetts befinden. Aus der Sammlung dieses Museums werden im Evening Sale am 6. Juni vier Gemälde bei Lempertz versteigert, darunter ein Werk von Pierre-Auguste Renoir.
Statt höfischem Prunk stand für Pieter de Hooch das heimische Idyll im Mittelpunkt des Interesses. Die „Nähende Frau am Fenster mit einer Magd und einem Kind“ erzielte rund 140.000 Euro und geht in eine europäische Privatsammlung. |