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Juni-Auktion mit zahlreichen Highlights

Angelika Kauffmann, Christus segnet die Kinder

Zur Juni-Auktion bietet NEUMEISTER ein umfangreiches Portfolio hochwertiger und interessanter Versteigerungsobjekte. Daher findet die Versteigerung an zwei Tagen statt: Am Dienstag, den 23.6.2026 beginnt um 17 Uhr die Sonderauktion „Bierseelig. 200 Objekte aus der Familiensammlung Sedlmayr und Direktionssammlung Spatenbräu.“ Am Mittwoch, den 24.6.2026, geht es ab 13 Uhr mit den regulären Sparten weiter.

Die Juni-Versteigerung ist die letzte NEUMEISTER-Auktion vor Einstellung des Geschäftsbetriebes zum 31.10.2026. Im Anschluss an die Auktionen am 23. und 24. Juni 2026 lädt NEUMEISTER alle Freunde des Hauses ein, gemeinsam auf das Leben, die Liebe zur Kunst und eine freudvolle Zukunft anzustoßen.

Sonderauktion „Bierseelig“ am 23. Juni 2026 – Bier & Kunst

Das Konvolut der Familiensammlung Sedlmayr und Direktionssammlung Spatenbräu dokumentiert in Malerei und Kunsthandwerk mehrere Jahrhunderte Münchner Biertradition. Versteigert werden vor allem historische Bierkrüge sowie Ölgemälde und Zeichnungen mit idyllischen Biergartenszenen. Nymphenburger Porzellanarbeiten vervollständigen die hochkarätige Einlieferung. Als Highlight kommt ein bedeutendes Gemälde von Hans Schöpfer d. Ä. aus dem 16. Jahrhundert zum Aufruf. Es zeigt Herzog Wilhelm IV. von Bayern, der zusammen mit Ludwig X. im Jahr 1516 das Bayerische Reinheitsgebot erlassen hat (siehe dazu gesonderte Pressemeldung).

Reguläre Auktion am 24. Juni 2026 - Idealbild der Tugend

Vor einem intensiven roten Hintergrund blickt uns Franz von Stucks „Römerin“ in ruhiger Haltung an. Sanfte Gesichtszüge mit weit geöffneten Augen und fein geschwungenen Lippen werden von dunklen, gewellten Haaren eingerahmt. Das vorliegende Gemälde wird in der Literatur auch unter dem Titel „Octavia“ geführt, was auf die Person der Octavia Minor („Octavia die Jüngere“, um 69 v. Chr. in Nola - ca. 11/10 v. Chr.) verweist. Octavia, ältere Schwester des römischen Kaisers Augustus und vierte Ehefrau des Marcus Antonius, galt aufgrund ihrer Schönheit, Kultiviertheit und Loyalität zu ihren Gatten als Idealbild der tugendhaften Römerin.

„Die kultivierteste Frau Europas“

Angelika Kauffmann brachte es im Laufe ihrer Karriere zu größtem Ansehen, ihre Gemälde verkauften sich zu höchsten Preisen, was der Künstlerin ermöglichte, selbständig und unabhängig zu arbeiten. Ihre Gemälde entsprachen der Mode der Zeit. Und jeder, der etwas auf sich hielt, ließ sich von „Miss Angel“, wie Sir Joshua Reynolds, Präsident der Londoner Royal Academy, die Künstlerin nannte, malen. Höchstrangige Auftraggeber aus ganz Europa, wie der Kaiser in Wien und die russische Zarin, bestellten in London und Rom bei Angelika Kauffmann Gemälde. In ihrem römischen Palazzo empfing sie Aristokraten, Künstler und Gelehrte, darunter auch Johann Wolfgang von Goethe, ihre heimliche, aber nicht erwiderte Liebe. Angelika Kauffmanns Porträt des Dichterfürsten zählt zu ihren bekanntesten Werken. Goethe selbst äußerte sich allerdings herabwürdigend über die Malerin; immerhin sprach er ihr – wohl als eher mitleidiges Kompliment – „ein ungeheures Talent für ein Weib“ zu. Für Johann Gottfried Herder war Angelika Kauffmann schlichtweg „die kultivierteste Frau Europas“.

Königliche Kanne

Vorliegende Taufkanne ist ein einzigartiges Kunstobjekt von schlichter Eleganz und bedeutender Provenienz. Sie belegt die engen dynastischen Verbindungen zwischen dem niederländischen Königshaus, dem Fürstenhaus Sachsen-Weimar und dem russischen Zarenhof. Auf der Vorderseite des edlen Gefäßes ist das bekrönte, gravierte Monogramm „W“ zu erkennen. Es steht für Wilhelm von Oranien-Nassau, der von 1840 bis zu seinem Tod 1849 als Wilhelm II. König der Niederlande war. Die Kanne wurde anlässlich seiner Taufe 1792 in der Groote Kerk in Den Haag angefertigt. 1811 kam das kostbare Stück noch einmal bei der Taufe von Prinzessin Maria Luise Augusta Catherina von Sachsen-Weimar-Eisenach zum Einsatz, die über ihre Mutter, Großfürstin Maria Pawlowna, eng mit der russischen Zarenfamilie verwandt war und als spätere Gattin Wilhelms I. ab 1861 Königin von Preußen und nach der Reichsgründung 1871 erste deutsche Kaiserin wurde. Daher zeigt die Kanne auf der rechten Seite auch ihr bekröntes Monogramm „A“. Dann findet sich auf der linken Seite noch das bekrönte Monogramm „C“. Es steht für Prinz Carl Alexander Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, Sohn von Großherzog Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach und der russischen Zarentochter Maria Pawlowna, der 1818 getauft wurde.

Meisterhafte Madonna

Im Bereich des Kunsthandwerks kommen in der Juni-Auktion eine Vielzahl qualitätvoller gotischer Skulpturen zum Aufruf, darunter vorliegende Madonna, die von einem unbekannten Meister um 1480/90 in Schwaben gefertigt wurde.

Schöner Schuch

Die Pfingstrose (Paeonia), oder auch die „Rose ohne Dornen“, wird schon seit der Antike ikonographisch auf verschiedenste Weise ausgelegt: Zum einen wird sie aufgrund ihrer Schönheit und den fehlenden Dornen als Sinnbild Mariens genutzt, zum anderen wird ihr eine heilende Wirkung zugeschrieben. Doch manchmal darf ein Blumenstrauß auch einfach nur Zierde sein. Und so ging es Carl Schuch bei vorliegendem Gemälde wohl weniger um versteckte Botschaften, sondern um ein möglichst perfektes Stillleben des Blumenbouquets im Krug.

Nolde, mal anders

Das Aquarell „Winterlandschaft im Engadin“ ist im Frühjahr 1936 in Sils-Baselgia entstanden. Emil Nolde, der mit leuchtend farbigen Bildern den Expressionismus geprägt hat, überrascht mit seinem Wintertag in Sils Maria in zweierlei Hinsicht: Einmal, weil wir von ihm als dem nordischen Künstler par excellence, dessen Hauptmotiv die Marschlandschaft in Nordschleswig ist, kaum jene Begeisterung für „Schneeberge, Wolkenschönheit, Wettertannen“ erwartet hätten. Andererseits, weil er, den die Brücke-Künstler für seine „Farbenstürme“ bewunderten, sich in der Impression von den Schweizer Bergen ganz auf den Kontrast von Blau und Weiß beschränkt.

Dorian Gray im Vinylstreifen-Cape

„Das Bildnis des Dorian Gray“ von 1890 ist Oscar Wildes einziger Roman und ein Klassiker der viktorianischen Literatur. Er handelt von einem jungen Mann, dessen Porträt altert und die Spuren seiner Sünden trägt, während er selbst ewig jung und schön bleibt. Der US-amerikanische Pop Art-Künstler Jim Dine interpretiert das auf eigene Art: Er zeichnet Dorian Gray im Vinylstreifen-Cape.

Zaren-Schmuck und Kelly Bags

Ein historisch bedeutsames Highlight der Schmuckauktion ist ein russischer Armreif mit Doppeladlerwappen. Bei solchen Armreifen handelte es sich in der Regel um Gnadengeschenke des Zaren, die er bei Besuchen an anderen Höfen an höhere weibliche Bedienstete wie beispielsweise eine Hofdame übergeben konnte.

Im Rahmen der Schmuckauktion werden zahlreiche weitere funkelnde Verführer versteigert, oft mit floralen und animalischen Themen. Zum Aufruf kommen überdies exklusive Vintage-Handtaschen, darunter gleich mehrere wertvolle und begehrte Kelly Bags. Wie wäre es mit der „Kelly 35“? Sie wird heutzutage oft als „Business-Kelly“ bezeichnet, da sie groß genug für Dokumente ist. Durch das schicke, für Hermès typische Rouge H wird sie von einer funktionalen Tasche zu einem modischen Highlight.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 421: Juni-Auktion - Alte Kunst, Moderne, Contemporary Art, Schmuck

Quelle: © Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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