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Lempertz präsentiert am 21. Mai eine Auswahl bedeutender Werke der Alten Meister und des 19. Jahrhunderts, angeführt von einem eindrucksvollen „Portrait eines Edelmannes“ von Bernard van Orley. Das um 1520 entstandene Gemälde, lange Zeit nur durch eine Schwarzweißabbildung bekannt, kehrt nach knapp 50 Jahren erstmals wieder in den Handel zurück und eröffnet damit die seltene Möglichkeit, eines der wichtigen höfischen Bildnisse des Künstlers im Original zu studieren.
Mit den weiteren angebotenen Werken von Pieter Brueghel d. J., Jan Brueghel d. Ä. und Frans Francken d. J. sowie der „Melancholie“ nach Domenico Fetti vereint die Auktion Gemälde und Zeichnungen von hervorragender Bedeutung.
Das fein ausgeführte Portrait eines jungen Edelmannes von Bernard van Orley gehört zu den bemerkenswerten höfischen Bildnissen der niederländischen Renaissance. Der Dargestellte erscheint in eleganter Mode des frühen 16. Jahrhunderts, mit kostbar durchwirktem Seidenbrokat, dunkler Schaube und schwarzem Barett; Papier und Schwertgriff unterstreichen seine Stellung und Selbstgewissheit. Besonders in der brillanten Wiedergabe der Stoffe zeigt sich die Meisterschaft van Orleys, dessen Porträtkunst sich durch Klarheit, Würde und höfische Präsenz auszeichnet.
Das Werk befand sich über lange Zeit in der berühmten Sammlung der Earls of Rosebery in Mentmore House. Mit einer Schätzung von 100.000 bis 150.000 Euro kommt es im Mai bei Lempertz zur Auktion.
Mit Pieter Brueghels Gemälde „Die Sieben Werke der Barmherzigkeit“ gelangt ein Werk zur Auktion, das auf eine der wirkungsmächtigsten Bildideen der flämischen Kunst zurückgeht. Die Darstellung verbindet biblische Lehre mit lebensnaher Erzählung und verdeutlicht, wie Pieter Brueghel d.J. das Erbe seines Vaters in eine eigene, stärker genrehafte Bildsprache überführt, Schätzpreis 150.000 bis 200.000 Euro.
Auch das beidseitig gezeichnete Blatt von Jan Brueghel d.Ä. mit „Winterlandschaft mit gefrorenem Kanal und Schlittschuhfahrern“ sowie „Die Vogelfalle“ ist von besonderem Interesse. Hierin zeigt sich der unmittelbare Blick auf die Entstehung einer der bekanntesten Winterszenen der flämischen Malerei, das Blatt wurde von Klaus Ertz als authentisches Werk des Künstlers um 1600 bestätigt und ist auf 40.000 bis 60.000 Euro geschätzt. Von Jan Brueghel d.Ä. stammt zudem ein monumentales Blumenbouquet. Es wird in einer Vase präsentiert, die wie in vielen berühmten Beispielen der Zusammenarbeit beider Künstler von Frans Francken d.J. zu dem Gemälde beigetragen wurde. Dieses in die 1630er-Jahre zu datierende Werk wird mit einem Schätzpreis von 90.000 bis 120.000 Euro aufgerufen.
Nach der herausragenden Entdeckung des Blumenstilllebens von Jan Davidsz. de Heem im vergangenen Jahr, das nun Teil der Sammlung des Getty Museums geworden ist, hält auch die aktuelle Auktion ein prachtvolles Arrangement dieses bedeutenden Künstlers bereit. Das Prunkstillleben mit Silberstücken, einer Wanli-Schale mit Früchten, Austern auf einem Silberteller und einer Laute im Vordergrund gibt einen Eindruck der Fülle an kostbaren Waren, die in der Hafenstadt Antwerpen in den 1640er-Jahren zu finden war. Solche Pracht verbindet de Heem in seiner Komposition allerdings auch mit moralischen Verweisen, die den Gemälden des Goldenen Jahrhunderts stets innewohnen. Es ist auf einen Preis von 300.000 bis 400.000 Euro geschätzt.
Die Melancholie, wie sie Domenico Fetti dargestellt hat, ist ein tief in der Kulturgeschichte verwurzeltes Motiv und findet sich bei Dürer ebenso wie in der Antike. Die frühbarocke Komposition von Domenico Fetti ist in verschiedenen Fassungen in den bedeutendsten Museen der Welt zu finden, diese ihm zugeschriebene Version kommt jener in den Gallerie dell’Accademia in Venedig am nächsten und ist auf 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt.
Das 19. Jahrhundert wird im Katalog von Gemälden von Carl Blechen im ersten Drittel, einer Felslandschaft mit einem Einsiedler (Abendstimmung), und einer Blumenwiese im Frühling von Peder Mørk Mønsted am Ende eingerahmt. Blechens Gemälde ist eine erst kürzlich wiederentdeckte Variante des Bildes im Besitz der Stiftung Fürst-Pückler Park und Schloss Branitz. Das Werk steht auch im Schaffen Carl Blechens am Beginn, in dem der Einfluss Schinkels noch erkennbar ist. Es kommt mit einem Schätzpreis von 100.000 bis 120.000 Euro zur Versteigerung.
Die 1908 datierte „Blumenwiese an einem Bach im Frühling“ von Peder Mørk Mønsted steht am Ende des langen 19. Jahrhunderts. Seine Malerei ist hier nahe dem Realismus. Zusammen mit der Perspektive gelang dem Dänischen Maler hiermit ein Werk von immersiver Wirkung. Dieser Faszination konnte sich die Familie, aus deren Besitz es zur Versteigerung kommt, über Generationen nicht entziehen. Nachdem sie es gleich nach Entstehung gekauft hatte, kommt es am 21. Mai erstmals wieder in den Kunstmarkt, Taxe 50.000 bis 70.000 Euro. |