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Lempertz versteigert seit zwei Jahrzehnten erfolgreich in der Hauptstadt

Dessertteller mit Kameenmalerei aus dem Hochzeitsservice für Prinzessin Luise

Am 25. April 2026 feiert Lempertz das zwanzigjährige Jubiläum mit einer besonderen Auktion im Herzen Berlins.

Seit nunmehr 20 Jahren können sich die Besucher der Vorbesichtigung auf ein großes Angebot an Kunstobjekten mit Berlin- und Preußenbezug freuen. Sie umfassen fast 400 Jahre Kunstschaffen vom 17. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre. Mit jedem Objekt sind Geschichten verbunden, über den Ort, die Herausforderungen der Herstellung, den besonderen Auftraggeber, den bekannten Empfänger.

Lempertz ist bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Hauptstadt vertreten, zunächst mit einem Büro in der Linienstraße. 2006 ging das Auktionshaus mit dem Umzug in das Nikolaiviertel, dem historischen Kern Berlins, einen weiteren bedeutenden Schritt. Das Gebäude war 1870 als Geschäftshaus errichtet und zwischenzeitlich als Wasser- und Schifffahrtsamt genutzt worden. Im Zuge der denkmalgerechten Sanierung und Modernisierung entstand ein großer, heller Saal, der Platz für eine Versteigerung vor Ort bot – die Berlin Auktion war geboren. Noch im selben Jahr fand die erste Berlin Auktion des Kölner Traditionsunternehmens statt. Bald war hiermit einer der wichtigsten Termine im Kunstkalender der Hauptstadt etabliert, bestätigt durch bedeutende Sammlungen und museale Werke. Die Medici-Vase mit Schlachtenszene und Ansicht des Breslauer Blücherplatzes bewies bereits im Jahr 2007 mit ihrem Ergebnis von rund 125.000 Euro, dass Lempertz in Berlin der Ort für herausragende Porzellane mit sechsstelligen Werten ist. So kam 2018 die berühmte Twinight-Collection aus New York ins Nikolaiviertel nach Berlin.

Neben dem für Berlin vor allem durch die KPM besonders bedeutsamen Porzellan bildet die Auktion, die zwischen 2018 und 2023 unter dem Namen Preußen Auktion veranstaltet wurde, traditionell die ganze Bandbreite der Kunstgeschichte Berlins und Preußens ab. Historische Ansichten auf Papier und Leinwand aus einer Stadt, deren Antlitz sich über die Jahrhunderte immer wieder geändert hat, oder Gemälde der Impressionisten um Max Liebermann geben einen Eindruck der reichen Kulturgeschichte der Region. Sie machen die Kataloge der Berlin-Auktionen zu wertvollen Quellen für kulturhistorisch interessierte Zeitgenossen.

Das Toplot der Jubiläumsauktion ist eine einzigartige monumentale Prunkvase der KPM, die 1895 produziert als kaiserliches Geschenk in die Familie zu Eulenburg gelangte. Nicht nur die Größe der 116 Zentimeter hohen Deckelvase ist beeindruckend, sondern vor allem ihre außerordentliche plastische Dekoration mit bekrönender Ananas und einem über 1 Meter langen Leguan (Schätzpreis € 300.000 – 450.000). Am 25. April 2026 entscheidet sich, wer die königliche Prunkvase zukünftig sein Eigen nennen darf.

Anknüpfend an die äußerst erfolgreichen Auktionen der Twinight Collection 2018 und 2019 präsentiert Lempertz in der Berlin-Auktion 2026 die Sammlung Reinhard Schönfisch. Mit demselben Schwerpunkt, den der New Yorker Sammler Richard Baron Cohen für seine Twinight Collection gesetzt hatte, trug auch Reinhard Schönfisch königliche Porzellane der Epochen Friedrich Wilhelm III. und Friedrich Wilhelm IV. zusammen. Der Dessertteller mit der preziösen Kameenmalerei aus dem Hochzeitsservice für Prinzessin Luise, den die KPM 1825 anfertigte, ist nur eines der über 150 prachtvoll bemalten Stücke (Schätzpreis € 4.000 – 6.000).

Eine bedeutende Sammlung an Gläsern mit feinsten Schnittdekoren, seltenem Églomisé und Emaildekor kommt mit über 40 Lots zum Aufruf. Außerdem bietet die Auktion eine Reihe von ungewöhnlichen Skulpturen. Ein beeindruckend überlebensgroßer preußischer Adler spannt seine Flügel aus. Gefertigt aus grün patiniertem Kupferblech entstammt er vermutlich der Werkstatt des Berliner Fabrikanten Rudolf Peters. (Schätzpreis € 15.000 – 20.000).

Der Berliner Bildhauer Gustav Landgrebe schuf 1890 die bekannteste aller Beethoven-Büsten. Von der lange verschollenen, vermutlich einzigen und signierten Ausführung in Marmor kannte man bisher nur zahlreiche Gipsreproduktionen, die das Bild Beethovens bis heute wesentlich prägen. Der entschlossene Blick und das wehende Haar des Musik-Titanen beschrieben den schaffenskräftigen prometheischen Künstler in den Augen jener Zeit perfekt (Schätzpreis € 8.000 – 10.000).

Eine in China produzierte Deckelterrine bringt die bewegte Geschichte des preußischen Überseehandels in die Berlin Auktion. Die „Königlich Preußische Asiatische Compagnie“ brachte an Bord ihres Schiffes „Prinz von Preußen“ 1755 ein besonderes Geschenk für Friedrich II. aus Kanton mit: ein Service mit großem preußischen Staatswappen. Kurz vor dem Zielhafen Emden aber lief das Schiff auf Grund, das Service wurde teilweise beschädigt und konnte dem preußischen König nicht mehr präsentiert werden. Stattdessen wurden die erhaltenen Teile neun Jahre später versteigert, einiges kam so doch noch an den Hof nach Berlin, anderes wurde von verschiedenen Bietern erworben. Eine Deckelterrine auf Unterplatte kommt nun - nachdem sie sich über mehrere Generationen in deutschem Adelsbesitz befand - bei Lempertz in Berlin zum Aufruf (Schätzpreis € 12.000 - 15.000).

Die Berliner Malerei erlebte mit der Secession einen Höhepunkt ihrer Geschichte. Philipp Franck war einer der Künstler, der wie Max Liebermann, Walter Leistikow oder Lovis Corinth den Impressionismus in Deutschland wesentlich prägten. Warum Franck auch als „Chronist des Wannsees“ bekannt ist, verdeutlicht sein Gemälde „Bootssteg am Wannsee“ eindrücklich. Meisterhaft fängt er die Stimmung an einem bewölkten Tag im Berliner Südwesten ein (Schätzpreis € 25.000 bis 35.000).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1285: Berlin Auktion

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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