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Ein viel diskutiertes Kruzifix zum erfolgreichen Jahresabschluss

Ignaz Günther und Werkstatt, Kruzifix, um 1765

Lose der Extraklasse, entsprechend erfreuliche Ergebnisse quer durch die Sparten und Bietergefechte zwischen Kunstliebhabern aus 31 Ländern online, am Telefon und im gut besuchten Auktionssaal: Mit der vorweihnachtlichen Auktion am 3. Dezember 2025 ließ das Münchener Auktionshaus NEUMEISTER das bewegte Jahr erfolgreich ausklingen.

Kunsthandwerk: Gute Gebote für Gotisches

War es die vorweihnachtliche Stimmung, die ein besonders starkes Interesse an christlichen Kunstwerken der Gotik in der Dezember-Auktion weckte? Oder ein eher weltliches Faible für die kunstvolle Ästhetik und Expressivität der Dargestellten? Wer weiß. Fakt ist: Schon als kurz nach dem Startschuss um 14 Uhr die zierliche "Maria mit Kind und Stieglitz" (LOT 40) aufgerufen wurde, kam es zum ersten Bietergefecht. Am Ende wechselte die Anfang des 14. Jahrhunderts in Frankreich geschaffene und nur elf Zentimeter hohe Elfenbein-Madonna für 24.700 Euro den Besitzer und übertraf damit den Schätzpreis von 8.000-12.000 Euro deutlich. Aber auch die Folgelose sollten für Aufsehen sorgen. So ging der um 1490 entstandene, stehende Leuchterengel, Meister Arnt Beeldsnider zugeschrieben (LOT 41), für 42.900 Euro an einen Bieter in England und verdreifachte damit den Schätzpreis. Ein ebenfalls um 1490 datiertes "Jesuskind mit Weltkugel" (LOT 42) aus der Werkstatt von Michel Erhart brachte 26.000 Euro. Das bereits im Vorfeld der Auktion viel diskutierte Kruzifix von Ignaz Günther (LOT 47, Schätzpreis: 15.000-18.000 Euro) fand für 28.600 Euro Eingang in eine deutsche Privatsammlung.

Gute Ergebnisse auch beim Silber und Porzellan. Insbesondere mehrere Meissener Porzellanfiguren übertrafen die Schätzpreise, darunter „Apoll mit Lyra“, zwischen 1924 und 1934 nach einem Entwurf Johann Joachim Kaendlers von 1750 (Lot 11, Schätzpreis 1.800-2.000 Euro, Ergebnis 3.900 Euro).

Alte Kunst: Mondschein und Pinienduft

In seinem Gemälde „Mondnacht mit dorischem Tempel“ (LOT 262) arbeitet Carl Spitzweg mit einem in der romantischen Landschaftsmalerei seit Caspar David Friedrich beliebten Motiv: Drei Figuren stehen im Vordergrund des Gemäldes und blicken in Richtung des Mondes, wenden den Betrachtenden also den Rücken zu. Das Mondlicht wirft hinter ihnen lange Schatten. Als Silhouette erhebt sich aus der wild bewachsenen Küstenlandschaft ein Tempel. Spitzwegs Mondnacht stellt ein Meisterwerk der hochromantischen Landschaftsmalerei dar. Um so mehr dürfte sich der Bieter gefreut haben, der diese museale Arbeit bei NEUMEISTER für 33.800 Euro erwerben konnte.

Zu den bedeutendsten deutschen Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts zählt auch Heinrich Reinhold. Vor allem die für ihre Entstehungszeit ungewöhnlichen (und seltenen) Ölstudien begründen den Ruhm des Künstlers, denn mit ihnen antizipiert Reinhold den erst Jahre später aufkommenden Impressionismus. Eindrucksvoller Beleg dafür ist die bei NEUMEISTER im Nachverkauf für 18.200 Euro versteigerte "Pinie"(LOT 259), die zu Reinholds schönsten Ölstudien zählt.

Im Bereich der Altmeister wird ein Bietergefecht in Erinnerung bleiben, das um ein Gemälde aus dem Umkreis bzw. aus der Werkstatt von Frans Pourbus d. J. entbrannte. Lange wurde dieses Porträt als Werk des älteren Frans Pourbus gesehen und als Selbstbildnis des Künstlers bezeichnet. 1960 erfolgte die Zuschreibung an Frans Pourbus d. J., 1977 wurde der Dargestellte als Frans Francken d. Ä. identifiziert. Das Gemälde (LOT 237) kam am Ende für 8.000 Euro unter den Hammer, bei einem Schätzpreis von 3.000-4.000 Euro.

Ebenfalls angesagt waren im Dezember Grafiken und Papierarbeiten großer Meister wie Albrecht Dürer (LOT 195), Rembrandt Harmensz. van Rijn (LOT 196) und Joseph Anton Feuchtmayer (LOT 197), dessen Alternativentwurf zum Hochaltar in der Wallfahrtskirche Birnau einem Bieter 7.800 Euro wert war. Franz von Stuck „Weiblicher Studienkopf" (LOT 204) konnte für 7.000 Euro zugeschlagen werden.

Moderne: Nolde macht Dampf

Gerade in den kleinformatigen Aquarellen hat Emil Nolde oft seine stärkste Aussage erzielt. Ein Beleg dafür ist die in der Dezember-Auktion für 65.000 Euro versteigerte Arbeit "Zwei Dampfer" (LOT 407). Die Dichte der Komposition, in der Meer und Himmel zu verschmelzen scheinen, findet hier ihre einzige Akzentuierung in den Dampfern, die sich in Schwarz vor dem gelben und lilafarbenen Hintergrund abheben. Aber nicht nur dieser Nolde-Klassiker machte Dampf bei der Dezember-Auktion, auch Papierarbeiten der Klassischen Moderne (u.a. Marc Chagall, Pablo Picasso, Otto Dix und August Macke) waren heftig umworben. Nicht zu vergessen Jean Dufys Ölgemälde "Paysan dans le Limousin" (LOT 406) von 1928, das für 19.500 Euro einen neuen Besitzer fand.

Schmuck: Edle Vintage-Uhren im Trend

Außergewöhnliche Handwerkskunst und markantes Design: Im Schmuckbereich erzielten mehrere exklusive Armbanduhren bemerkenswerte Steigerungsraten. So verdreifachte das seltene Cartier-Vintage-Modell "Jumbo Gondole" (LOT 188) seinen Schätzpreis auf 22.100 Euro. Ein begehrtes Sammlerstück ist auch der ikonische Edelstahl-Zeitmesser "Royal Oak" von Audemars Piguet (LOT 193). Kein Wunder also, dass er auf 20.800 Euro ebenfalls weit über den Schätzpreis kletterte.

Generell erfreute sich der Schmuck so kurz vor Weihnachten großer Nachfrage. Ring oder Brosche, das war hier zum Beispiel die Frage. Am besten beides! Dachte sich wohl auch ein Käufer aus Österreich und sicherte sich für 14.300 Euro einen Ring und eine Brosche, jeweils mit funkelnden Diamanten und Saphiren besetzt (LOT 130).

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 419: Dezember-Auktion

Quelle: © Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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