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Von Hermann Göring geraubt, 85 Jahre später endlich restituiert: Lempertz versteigert am 4. Dezember das Gemälde „Die Auferstehung Christi“ des florentiner Renaissance-Malers Francesco di Lorenzo Roselli zugunsten der rechtmäßigen Erben.
Es ist eine kleine Tafel von exquisiter Qualität und mit einem bemerkenswerten Schicksal: Francesco Roselli schuf die „Auferstehung“ im Florenz der Renaissance. Der 1445 dort geborene Maler war zunächst in der Werkstatt seines Bruders Cosimo tätig der unter anderem auch an der Gestaltung der Sixtinischen Kapelle in Rom beteiligt war. Francesco dagegen spezialisierte sich auf die Miniaturmalerei. Auch diese Auferstehung wurde auf einer kompakten Tafel und wohl für die häusliche Andacht geschaffen.
1928 befand sich dieses Gemälde in einer ungarischen Sammlung, die in Amsterdam versteigert wurde. Ersteigert hat es damals mit Jacques Goudstikker einer der bedeutendsten Kunsthändler seiner Zeit.
Um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, musste Goudstikker 1940 die Niederlande verlassen. Auf seiner Flucht verunfallte er tödlich an Bord eines Schiffes, mit dem er nach Südamerika zu entkommen hoffte. Der in Amsterdam zurückgelassene Bestand seiner Galerie befand sich zunächst in der Obhut seines Prokuristen, bald brachte aber Hermann Göring die Kunstwerke in seinen Besitz. Noch im selben Jahr wurde Rossellis „Auferstehung“ in Berlin versteigert. Seither befand sie sich in einer deutschen Privatsammlung. Kürzlich konnte sie nun durch Lempertz den Erben von Jacques Goudstikker restituiert werden. Am 4. Dezember wird sie in der Auktion „50 Lots – My Choice“ bei Lempertz in Köln versteigert. |