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Eine galante Gesellschaft: Alte Meister und Gemälde des 19. Jahrhunderts in der Herbstauktion bei Lempertz

Christian Wilhelm Ernst Dietrich, gen. Dietricy, Feine Gesellschaft im Park

Meister aus den Niederlanden sind in der Herbstsaison der Alten Kunst bei Lempertz ebenso vertreten wie Italienische – und auch eine Meisterin schuf eines der Highlights, die im November in Köln aufgerufen werden.

Henrik Hanstein hat für die kuratierte Auktion „50 Lots – My Choice“ zu seinem 50jährigen Jubiläum als Auktionator mit sicherem Blick höchste Qualitäten der Alten Meister und der Malerei des 19. Jahrhunderts ausgewählt. Im Zusammenspiel mit Meisterwerken der Moderne und der Zeitgenössischen Kunst sowie besonderen Stücken des Kunstgewerbes und des Schmucks werden sie am 4. Dezember versteigert

Grund zum Feiern gibt es indessen auch schon in der Auktion Alter Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts am 22. November. Eine galante Gesellschaft tut genau das und belebt damit ein Hauptwerk von Christian Wilhelm Dietrich Ernst, gen. Dietricy, der bereits im Alter von zwölf Jahren nach Dresden in die Ausbildung bei Johann Alexander Thiele ging und von dort aus europaweite Berühmtheit erlangte. Das Genre der „Fête galante“ ist hier meisterlich umgesetzt, die Medici-Vase im Hintergrund gibt weiteres Zeugnis der hohen Gesellschaft, in der man sich hier bewegt. Die Kunst Dietricys, der seinen Zeitgenossen als gefeierter Star galt und von Winckelmann als „Raffael aller Zeiten in Landschaften“ gerühmt wurde, rückt besonders in den jüngeren Jahrzehnten verstärkt in den Fokus des Interesses, nicht zuletzt durch maßgebliche Monographien wie der von Petra Schniewind-Michel, die auch diese „Feine Gesellschaft im Park“ (Öl/Leinwand. 62 x 78 cm. signiert und datiert: Dietriecy fecit 1738) bestätigt, Schätzpreis 50.000 bis 70.000 Euro.


Eine erhabene Gesellschaft besonderer Art zeigt Frans Franckens „Festmahl des Herodes“ (Öl/Holz, 54,4 x 74,5cm). Der flämische Meister des Kabinettbildes zeigt das Bankett, nachdem es bereits eskaliert ist, das Haupt des Johannes bereits auf der Schale liegt. Auch in seinem kompakten Format beeindruckt das Gemälde mit seinen Details, in denen sich etwa das Entsetzen des Herodes vor den Folgen seines eigenen Versprechens zeigt, das ihn angesichts des abgeschlagenen Hauptes des Täufers am anderen Ende seiner Festmahlstafel ergreift. Schätzpreis für dieses Meisterwerk der flämischen Malerei von Frans Francken dem Jüngeren: 60.000 bis 80.000 Euro.

Ein Meisterwerk mit genauem Blick für Details hat auch Fede Galizia geschaffen, eine der wenigen und vor allem in jüngerer Zeit von der Kunstgeschichte viel beachteten Frauen unter den berühmtesten Alten Meistern. Neben dem Portrait ist es die Stilllebenmalerei, für die sie heute wieder so berühmt ist wie zu ihren Lebzeiten. In den Pfirsichen und Weintrauben, die sie in einer Schale arrangiert, scheint sich beides zu verbinden, wenn von jeder Frucht ein individuelles Bildnis geschaffen zu sein scheint. Ein modernes Verständnis des Sujets, geschaffen von einer Künstlerin, die ihrer Zeit nicht nur gesellschaftlich voraus war. Der Schätzpreis für diese 47 mal 55,5 Zentimeter große Leinwand beträgt 80.000 bis 100.000 Euro.

Ein Blumenstillleben von Jan Brueghel dem Jüngeren stellt ein besonders schönes Beispiel seiner Blumenkartuschen dar, eingerahmt von Blüten steht im Zentrum der Heilige Georg, Schutzpatron unter anderem der Reiter. Das 74,5 mal 52 Zentimeter messende Gemälde wird mit dem Schätzpreis von 60.000 bis 80.000 Euro versteigert.

Neben den Flämischen Meistern wie Brueghel werden auch Werke der bedeutendsten Holländer aufgerufen. Dort ist Gerrit Willemsz. Heda ist einer der bekanntesten Namen, wenn es um Stillleben geht. Der Sohn und Schüler des Willem Claesz. Heda nahm dessen Stil auf, entwickelte ihn weiter und beeinflusste später seinerseits Maler wir Jan Jansz. Treck. In der Auktion ist das Werk des Gerrit Claesz. Heda mit einem der für ihn und seine Zeit in Haarlem typischen monochromen Stillleben vertreten. Der Schätzpreis für das Stillleben mit Römer, Pastete, Zitrone, Silberkanne und weiteren Objekten auf einer Tischplatte mit weißem Tuch (Öl/Holz, 60 x 79 cm) beträgt 60.000 bis 80.000 Euro.

Aus den Werken des 19. Jahrhunderts ragt die Ansicht eines Fischmarktes in Rom von Michael Neher heraus, die er in zwei Versionen gemalt hat. Eine erwarb der Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel und befindet sich heute im Museum Schloss Fasanerie – die andere Version ist in Köln in der Auktion. Lediglich in der reichen Figurenstaffage unterscheiden sich beide. Ebenso spannend wie der Blick in das geschäftige Treiben des 19. Jahrhunderts ist die erhabene Architektur der Antike (Öl/Leinwand. 58 x 48,5 cm, Schätzpreis € 30.000 bis 40.000).

Werke des russischen Malers Wladimir Jegorowitsch Makowskij wurden bei Lempertz schon oft erfolgreich versteigert. Mit dem Gemälde „Vier Kinder in einer Landschaft“ (Öl/Karton. 27 x 13,5 cm) wirft er einen unverklärten Blick in den Alltag des zaristischen Russlands. In der Auktion am 22. November wird es mit dem Schätzpreis von 20.000 bis 25.000 Euro aufgerufen.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 1276: Alte Meister und 19. Jahrhundert

Quelle: © Kunsthaus Lempertz

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