Tuschfederzeichnung über Bleistift auf glattem, bräunlichem Papier. 47,3 x 30,1 cm. Unbezeichnet. Unten rechts mit Bleistift datiert und bezeichnet 'F 7 1922'. In der rechten unteren Blattecke mit dem Fragment des roten Nachlass-Stempels von Carl Schlemmer versehen. Rückseitig auf dem Passepartout mit dem bedruckten Etikett des Nachlasses, von Tut Schlemmer bestätigend signiert und bezeichnet "Geometrischer Kopf n. links 1923". - Mit vereinzelten schwachen Knitterungsspuren im Randbereich; am linken Oberrand ein senkrechter Einriss vorderseitig mit Tesa verklebt, schwach braun altersverfärbt. |
Losnummer: 193
Der Nachlass Oskar Schlemmers
Nach einer gerichtlichen Einigung im langen Rechtsstreit um den Nachlass des Bauhaus-Meisters Oskar Schlemmer (1888-1943) kommen nun zentrale Werke des Künstlers bei Lempertz zur Auktion. Der im Dezember 2024 geschlossene, gerichtliche Vergleich regelt, wie zahlreiche Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus dem Bestand der Witwe Tut Schlemmers verteilt werden. Es ging am Ende der Verhandlungen nicht mehr nur um 65 Werke, die damals zu einem Teil im Depot der Stuttgarter Staatsgalerie verwahrt wurden, sondern um den gesamten Nachlass. Teil der Vereinbarung sind auch Schenkungen an ausgewählte Museen.
Im November 2024 hatte das Kunsthaus Lempertz als erstes Werk aus dem Nachlass schon die „Freiplastik G“, die wichtigste Plastik aus Schlemmers Bauhaus-Zeit, versteigert. Für die Auktion Ende Mai werden nun zunächst 21 Werke aus dem Schlemmer-Nachlass aufgerufen. Die beiden Toplose sind die großformatige „Komposition auf Rosa“ und der zum malerischen Spätwerk gehörende „Sechs-Köpfe-Fries“. Hinzu kommen achtzehn überwiegend frühe Arbeiten auf Papier. Abgesehen von Aquarellen mit charakteristischen Köpfen und perspektivisch angelegten Tischgesellschaften, gehört auch eine Vorzeichnung zu dem vielleicht bekanntesten Werk Schlemmers, dem Gemälde „Bauhaustreppe“ von 1932 (Museum of Modern Art, New York), zum Schlemmer-Nachlass.
Das Kunsthaus Lempertz freut sich, diese Werke versteigern zu dürfen.
Werkverzeichnis
Grohmann ZT 206
Provenienz
Staatsgalerie Stuttgart, Depositum Schlemmer, Inv. Nr. GL 1796
Literaturhinweise
Karin v. Maur, Oskar Schlemmer, Das plastische Werk, Stuttgart 1972, S. 56 ff. mit Abb. einer 1923 datierten Variante S. 65 (rechts)
Ausstellung
Stuttgart 1959 (Württembergischer Kunstverein), Handzeichnungen von Oskar Schlemmer, Kat. Nr. 39; Essen 1970/1971 (Museum Folkwang), Oskar Schlemmer. Aquarelle, Pastelle, Zeichnungen, Kat. Nr. 73
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