Losnummer: 156
Sabatier 22. Tacou 23. - Eins von 180 Exemplaren. - Francis Bacon war bekannt für seine rohen und gewalttätigen Werke, welche die Grundsätze der formalen Malerei aushebelten. Die Körper stets stark deformiert und verzerrt, positionierte er die Figuren vor reduzierten oder leeren Räumen oder Käfigen, die Unruhe und Unbehagen ausstrahlen. Bacons Werke sind gequälte Arbeiten und so schien der Künstler stetig Kämpfe mit der Leinwand und sich selbst zu führen. Zugleich quälen die Bilder auf eindringliche Art ebenso den Betrachter in ihrer schonungslosen und verdichteten Wirkung und fordern die Auseinandersetzung stets heraus. In der vorliegenden Arbeit ist John Edwards portraitiert, eine der wichtigsten Personen in Bacons Leben. Er lernte den 40 Jahre jüngeren Barbesitzer Edwards um 1974 im Londoner Nachtleben kennen. Es entstand eine intensive Freundschaft. Edward kümmerte sich loyal um Bacon, der durch seelische Exzesse häufig angespannt und labil war. Schnell wurde er auch zum Gegenstand von Bacons Arbeiten. In mehr als 20 Gemälden portraitierte ihn Bacon, die Arbeiten zählen heute zu den Schlüsselwerken und bilden einen großen Bestandteil des Spätwerks. Als Vorlage für die vorliegende Lithographie diente das gleichnamige Gemälde von 1986. Exemplarisch für Bacons gereifte Malpraxis war, dass er Portraits so gut wie nie nach lebendem Modell anfertigte, sondern nach Fotografien, Vorlagen oder Erinnerungen. Wenige Jahre nach Entstehen der Arbeit endet die Freundschaft mit dem plötzlichen Tod Bacons 1992. Als Beweis für den Stellenwert Edwards, vermachte Bacon seinem Freund sein gesamtes Vermögen inklusive dem Studio und erklärte Edwards zum Alleinerben. Stark vom Verlust getroffen, übernahm er dennoch mit beispielhafter Sorgfalt Verantwortung für das künstlerische Erbe. 1998 organisierte Edwards die Schenkung des gesamten Studios Bacons inkl. Inhalt an die Dublin City Gallery The Hugh Lane. Zudem initiierte er die Gründung der Francis Bacon Stiftung, die heute einen Grundstein in der Auseinandersetzung mit Francis Bacon darstellt. 2003 verstarb Edward an den Folgen einer Krebserkrankung.
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