Lindenholz geschnitzt, rückseitig abgeflacht. Geringfügigste Reste einer ehemaligen farbigen Fassung. Pendant zum folgenden Lot. - Die zwei in flachem Relief geschnitzten Heiligenfiguren dürften ehemals die Innenseiten der Flügel eines Retabels geschmückt haben und stammen aus dem näheren Umfeld Tilman Riemenschneiders, wobei die Darstellung der Anna Selbdritt in ihrem Erscheinungsbild die Voraussetzungen bei Riemenschneider besonders deutlich zu erkennen gibt. In dem Gutachten von Hartmut Krohm wird die künstlerisch hohe Qualität der beiden Figuren hervorgehoben, die sich im Gegensatz zu zahlreichen anderen Arbeiten aus der Riemenschneider-Nachfolge zum einen durch ihre im Ausdruck zugespitzte Mimik, zum anderen durch ihre spannungsreich komponierte und stark tiefenräumlich wirkende Gewandstruktur auszeichnen. Krohm datiert die Skulpturen um 1515/1520 und schreibt sie einem sehr begabten Schüler Riemenschneiders zu, der in seinem Können die Werke anderer Schüler übertrifft; ob sie gar unter der Aufsicht Riemenschneiders in dessen Werkstatt entstanden sind, lasse sich jedoch nicht definitiv entscheiden.
Dünnwandige Partien auf der Rückseite an sieben Stellen mit Leinwand stabilisiert. Kleiner Verlust am unteren linken Gewandsaum der Anna. Geringfügige Bestoßungen. Höhe 99 cm, Tiefe 5 cm. |