 "For the past 25 years, the sad clown was father, teacher, lover and husband to her. We escaped at the crack of dawn, held hands tightly during the drive and when we stopped to have our first coffee, it rained."
So brechen sie auf, die Artistin und ihr junger Liebhaber.
Paul Huf zeichnet, fotografiert und schreibt. Alle drei Medien nutzt er zum Erzählen. Mit der Ausstellung Road Stories erzählt er vom Unterwegssein, vom aufbrechen müssen, vom melancholischen Blick aus dem Autofenster und von der Angst, vielleicht die falsche Entscheidung getroffen zu haben.
Paul Huf reiht verschiedene Erzählformen nebeneinander, aber jede folgt eigenen Kriterien. Die Zeichnungen entstehen unterwegs, häufig im fahrenden Bus, so daß sich die Eindrücke überlagern und der Strich die Stöße der Straße abbildet; oder auf Zwischenstops, im plötzlichen Stillstand, sehr konzentriert. Sie zeigen Gegenstände und Landschaften und handeln doch immer von Menschlichem: ein unsicherer Wohnwagen unter seinesgleichen, ein einsamer Ventilator im Hotelzimmer, ein stolzes Lincoln Towncar, häufig Dinge mit der Möglichkeit zur Bewegung oder Veränderung.
Die Fotos sind scheinbar beiläufige Ausschnitte aus städtischen Begebenheiten. Farbintensiv und flächig-malerisch zeigen sie seltsame Stillleben, die der Alltag konstruiert. Sie entstehen en passant, zeigen Unorte, spielen mit der Poesie des
Nebensächlichen und loten dessen Erzählpotenzial aus.
Auch beim Schreiben geht Huf von Alltagserfahrungen aus, doch hier stilisiert er stärker: Die kurzen Auftakte zu seinen Fotoreihen könnten Romananfänge sein. In ihrer Knappheit erinnern sie an seine Kurzgeschichten, von denen einige 2006 in dem Band “You have to be as cool as Alain Delon, sagte Zelko” und im Hörbuch “Vom Tod und vom Alkohol” beim Black Ink Verlag München veröffentlicht wurden.
Für Road Stories kombiniert Paul Huf Zeichnung, Fotografie und Literatur wie auch in seiner Installation 40 Jahre, die momentan im Museum Carillo Gil in Mexiko City präsentiert wird, und in seinem Künstlerbuch Liberty Sports (2006). Dabei illustriert nie ein Medium die anderen, sondern die Geschichten setzen sich über die Gattungsgrenzen hinaus fort.
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Weitere Infos: Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch mit Zeichnungen und Fotografien ("Liberty Sport", archival Pigment- Print auf Hahnemühle Fine Art Digital Paper, Hardcover, Handbindung, Aufl. 6 + AP). |