 Angela Fettes Arbeiten befassen sich mit dem Thema der letzten Bilder. Nur in dem Bewusstsein, dass die Kunst tot sei und ihre Daseinsberechtigung heute verloren habe, könne die Arbeit wieder aufgenommen werden, sagt die Künstlerin.
Als Dreh-und Angelpunkte des Nachdenkens über Kunst dienen Marcel Duchamp und die amerikanischen Formalisten der 50ger Jahre. Indem die Forschung um das Ende der Kunst kreist, werden Streifzüge in die Kunstgeschichte und Literatur vorgenommen, die immer wieder Anlässe für neue Arbeiten bieten. Ein Versuch der Wiederbelebung durch Wiederholung, eine Wiederanfüllung der Kunst mit Sinn in der Erkenntnis, daß sie ihren Sinn längst verloren hat.
Die Formensprache Fettes Arbeiten lehnte sich dabei zunächst an die Pittura Metaphisica an, nähert sich aber in letzter Zeit einer minimaleren Ausdrucksform. Aus ihrer subjektiven Perspektive ist der Minimalismus eine folgerichtige Fortführung der Pittura Metaphisica (obwohl der Minimalismus sicher aus einem anderen geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Kontext entstanden ist.) Kunst, in ihren klassischen Äußerungen als das Gemälde, das Wandgemälde oder die Skulptur wird angesehen als Träger für die Unbegreiflichkeit der zersplitterten Welt und Kunstmachen als Versuch einer wiederzusammengeflickten Klassik, der Künstler als Dr.Frankenstein, der nicht „vor den Trümmern der antiken Monumente verzweifelt“ (Böcklin), sondern sie einem Energiefeld aussetzt und wieder zusammenfügt. Es soll nicht vor der romantisierenden Tendenz kapituliert werden.
So gibt es in ihren Präsentationen oft eine Zusammenstellung verschiedener Disziplinen wie Malerei, Skulpturen und Wandmalereien, die einen thematischen Gesamtzusammenhang haben, ohne die Sphäre des autonomen Kunstwerks zu verlassen.
Es geht sozusagen ums „Ganze“.
Vor diesem konzeptuellen Hintergrund sind Angela Fettes Arbeiten, die Wahl der Motive und die Machart der Werke zu verstehen.
Iona Sendling, Frankfurt am Main 2007
 |
|