Schaurige Szenen spielen sich ab auf den unkonventionellen Buntstift- und Tuschezeichnungen und Gemälden des jungen Berliner Künstlers Peter Feiler (*1981, Halle an der Saale): Zusammengesetzt aus einzelnen Handlungsmomenten entfalten sich in feinen Schraffuren ganze Weltgebäude aus in klaustrophobischem Miteinander entstehenden Gräueltaten, die der Mensch dem Menschen antun kann. Im Negativen, Abgründigen, Perversen sucht Peter Feiler die fließende Grenze zwischen der sichtbaren Welt und der subjektiven Welt der Gedanken und Vorstellungen.
Die latente Aggressivität in Gestus und Mimik der Protagonisten relativiert sich durch die sanfte Farbgebung und filigrane Ausführung der Blätter und zieht den Betrachter so in ihrem Bann, nur um ihn derart in falscher Sicherheit wiegend mit der vollen Brutalität der schwärzesten Seite der menschlichen Seele zu konfrontieren: Missbrauch, Vergewaltigung, Folter, Kinderschändung, die er, mal nur angedeutet, mal in krasser Bildlichkeit vor Augen führt. „Ich bin kein Missionar“, sagt Feiler über sich selbst, „Ich will die Menschen nicht ändern. Aber vielleicht kann ich sie dazu bringen, dass sie durch die Auflehnung gegen die Provokation etwas Gutes entdecken.“