Diane Arbus komplett in Berlin  |  | in der Ausstellung „Diane Arbus: Konstellationen“ | |
Bereits 2012 war im Martin-Gropius-Bau eine Schau mit Arbeiten von Diane Arbus zu sehen. Nun steht das Schaffen der amerikanischen Fotografin, die zu den visionärsten und einflussreichsten Künstlerinnen auf ihrem Gebiet zählt und daran beteiligt war, die Gattung Fotografie zur „ernsthaften“ Kunstform zu erheben, im Zentrum einer Retrospektive. Es ist die bislang umfassendste Ausstellung ihres Werks weltweit und zeigt etwa doppelt so viele Bilder wie vor dreizehn Jahren. Erst nach dem frühen Tod von Diane Arbus, die sich 1971 selbst das Leben nahm, begann Neil Selkirk, einer ihrer Schüler, für den Arbus Estate in größerem Umfang Abzüge anzufertigen. Bis heute ist er die einzige Person, die autorisiert ist, ihre Originalnegative zu vervielfältigen. Die Schau „Diane Arbus: Konstellationen“ vereint im Gropiusbau erstmals alle 454 von Selkirk produzierten Abzüge und präsentiert sie in einer labyrinthischen Architektur aus schwarzen Gitterwänden ohne chronologische oder thematische Ordnung. Somit ist das Publikum eingeladen, sich frei durch Arbus’ Bildwelt zu bewegen und dabei unerwartete Beziehungen und Resonanzen zu entdecken.
Diane Arbus, geboren 1923 in New York City, studierte Fotografie bei Berenice Abbott, Alexey Brodovitch und Lisette Model. Einen Großteil ihrer Karriere, die ab den späten 1950er Jahren begann, arbeitete sie in ihrer Heimatstadt, bereiste aber auch die USA. Mit den Mitteln der Fotografie schuf sie ein vielfältiges und fesselndes Porträt des Lebens in den Vereinigten Staaten der Nachkriegszeit abseits des Schönen, Erhabenen, Gefälligen und Glamourösen. Häufig steht der Mensch im Mittelpunkt ihrer Fotos, auch wenn er nicht direkt anwesend ist. Mit ihrem direkten Stil bildete sie zumeist die Randgruppen der Gesellschaft oder Exzentriker in manchmal unfreiwillig absurd anmutenden Situationen ab. Zu ihren Motiven zählen Paare, Kinder, Drag-Performer*innen, Nudist*innen, Passant*innen, Vorstadtfamilien, Zirkuskünstler*innen, aber auch Intellektuelle wie Susan Sontag oder Stars wie Mae West und James Brown. Derart stellte Arbus vorurteilsfrei die bis dato gültigen Grenzen von Normalität und Ästhetik in Frage, womit sie die Fotografie um einen psychologischen Aspekt erweiterte.
Die Ausstellung „Diane Arbus: Konstellationen“ läuft bis zum 18. Januar 2026. Der Gropiusbau hat täglich außer dienstags von 12 bis 19 Uhr, am Wochenende von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro.
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
D-10963 Berlin
Telefon: +49 (0)30 – 254 86 236 |