Villa Stuck öffnet wieder  |  | Die Villa Stuck in München | |
Zwanzig Monate war die Villa Stuck in München geschlossen. Am kommenden Wochenende öffnet das Museum im Künstlerhaus des Malers Franz von Stuck nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder für das Publikum. Dabei wurde vor allem die veraltete Gebäudetechnik erneuert. So konnten die Anlagen, die bei der letzten Generalsanierung vor gut zwanzig Jahren eingebaut wurden, nicht mehr gewartet werden und wurden ausgetauscht. Der Brandschutz musste auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden, ebenso die Klima- und Alarmanlage, um den Schutz der wertvollen Kunstwerke zu gewährleisten. Darüber hinaus wurden die Fassaden und die Bauplastik gereinigt, nach historischem Vorbild rekonstruiert und erstrahlen nun in neuem Glanz. Ein neuer Zugang über die Ismaninger Straße, der durch den erweiterten Künstlergarten führt, macht es nun möglich, die Villa Stuck auch barrierefrei zu betreten.
Auch im Innern hat sich Einiges getan. Die historischen Wohn- und Atelierräume im Gesamtkunstwerk Franz von Stucks präsentieren sich in neuer Ausstattung, mit neuer Hängung und neuen Werken. Für die Ausstellungsflächen im ehemaligen Speisesaal, Boudoir und Rauchsalon hat Museumsdirektor Michael Buhrs mit Sammlungsleiterin Margot Brandlhuber eine zweigeteilte Präsentation konzipiert und stellt selten oder nie gezeigte Bilder aus dem Frühwerk des Künstlers der späteren Werkphase der 1910er Jahre gegenüber, als Franz von Stuck auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand. In den frühen Arbeiten behandelt Stuck mythologische und biblische Themen und vermittelt Archetypen menschlicher Erfahrung wie Jagd, Kampf und Opfertod oder die Sehnsucht nach dem Paradies und dem ewigen Ruhm. Berühmte Bilderfindungen wie die „Dissonanz“ von 1910, der „Blasende Faun“ von 1914, der „Abendstern“ von 1912 und die Ölskizze für den „Sonnenuntergang am Meer“ bestechen dann durch die schrille Heiterkeit fabelhafter Mischwesen und die hochromantische aufgeladene abendliche Stimmungslandschaften. Dazu treten dann noch suggestive Portraits seiner Tochter und Ehefrau.
Zudem gehen in der Villa Stuck zur Wiedereröffnung zwei Ausstellungen zeitgenössischer Positionen aus Pop, Performance und Malerei an den Start: die Schau „Utopia. Chicks on Speed“ ist eine Zeitreise in Vergangenheit und Zukunft des einflussreichen Kunstkollektivs, das seit seiner Gründung an der Münchner Kunstakademie vor dreißig Jahren internationale Strahlkraft besitzt und Kunst, Musik, Performance, Mode und Aktivismus kollaborativ und radikal verbindet. Parallel dazu wirft die Personale „Louise Giovanelli. A Song of Ascents“ einen Blick auf eine Protagonistin der jungen britischen Malerei, in deren leuchtenden Gemälden Bühnenbilder, Glanz und kollektive Rituale zwischen Verheißung und Abgrund oszillieren.
Die Villa Stuck hat am 17. Oktober ab 18 Uhr für das Publikum geöffnet. Am 18. Oktober findet ab 14 Uhr ein Kinderprogramm statt, ab 18 Uhr die Lange Nacht der Münchner Museen für alle. Der Eintritt ist frei, ebenso am 19. und 26. Oktober. Regulär hat die Villa Stuck täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr und jeden ersten Freitag im Monat von 12 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro; für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos.
Museum Villa Stuck
Prinzregentenstraße 60
D-81675 München
Telefon: +49 (0)89 – 45 55 510 |