Wuppertal feiert Neuzugang von Jaana Caspary  |  | in der Ausstellung „Jaana Caspary. Dieter-Krieg-Preis“ | |
Anlässlich eines Werkankaufs im Rahmen der Verleihung des Dieter-Krieg-Preises präsentiert das Von der Heydt-Museum in Wuppertal derzeit das Schaffen von Jaana Caspary. Wie auch Dieter Krieg orientiert sich die 1988 geborene Bildhauerin an realen Gegenständen. Grundlage sind banale Objekte mit minimalistischen Grundformen aus dem Alltag der Wohlstandgesellschaft wie Kissen, Matratzen oder Sitzmöbel, die Caspary abformt, in ein anderes Material überträgt und in wechselnden, spielerisch anmutenden Arrangements assoziativ verändert. Aus den gewöhnlichen Funktionszusammenhang gelöst, will sie das den Dingen innewohnende skulpturale Potential aufschlüsseln. Dazu entreißt sie die Vorlagen der Anonymität und nimmt Details in den Blick. Vier Aspekte bestimmen Casparys Schaffen: Die Volumina, eine Polarität von alltäglichen Oberflächen und autonomen Formen, der materielle Eigenwert sowie die Kombination des Organischen mit einem gedachten, nicht existierenden Zustand.
Anlässlich des Ankaufs von Casparys Bronze „double box“ aus dem Jahr 2023 gewährt die von Beate Eickhoff zusammen mit Anika Bruns konzipierte Ausstellung einen konzentrierten Überblick über das Schaffen der Künstlerin, die ab 2007 an der Kunstakademie Düsseldorf studierte und hier 2014 ihr Studium als Meisterschülerin bei Didier Vermeiren beendete. Zu sehen sind neun Werke, darunter vier neuere Arbeiten. Die teils großformatigen Boden-, Sockel- oder Wandplastiken aus Acrylgießharz, Bronze, Marmor oder Polyurethan bestechen durch ihre specksteinartige Haptik und die weich anmutende Formgebung, die zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit oszilliert. Mit dem Gemälde „Malsch Wanne“ von Dieter Krieg wird eine inhaltliche Verbindung zwischen beiden Kunstschaffenden hergestellt. Die frei erfundene Wannenform Kriegs erweckt ebenfalls den Anschein eines realen funktionalen Objekts.
Alle drei Jahre vergibt die Stiftung Dieter Krieg ihren Dieter-Krieg-Preis, diesmal an das Von der Heydt-Museum. Mit dem Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro hat das Museum die Arbeit der gebürtigen Wuppertalerin Jaana Caspary angekauft. Die Münchner Stiftung widmet sich der Wahrung und Vermittlung des Werks des 2005 verstorbenen deutschen Malers. Krieg wurde durch radikale malerische Gesten in großformatigen Darstellungen von Gegenständen bekannt. An diese Ideen knüpft Jaana Caspary in ihrer Kunst an.
Die Ausstellung „Jaana Caspary. Dieter-Krieg-Preis“ läuft bis zum 8. Februar 2026. Das Von der Heydt-Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro.
Von der Heydt-Museum Wuppertal
Turmhof 8
D-42103 Wuppertal
Telefon: +49 (0)202 – 56 36 231 |