LutherMuseen starten Ausstellungsserie zum Bauernkriegsjubiläum  |  | in der Ausstellung „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt“ | |
Unweit des Bodensees begannen im Juni 1524 Unruhen. Das als „Bauernkrieg“ in die Geschichte eingegangene Aufbegehren gegen geistliche und weltliche Herrschaft breitete sich rasch im süd- und mitteldeutschen Raum aus und endete mit der Niederschlagung in Frankenhausen am 15. Mai 1525. „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt“ lautet der Titel einer Ausstellung in der Lutherstadt Eisleben. Im Rahmen eines Festaktes in der dortigen Andreaskirche wurde die Schau am Donnerstag eröffnet. Sie bildet den Auftakt einer siebenteiligen dezentralen Landesausstellung in Sachsen-Anhalt unter dem Titel „Gerechtigkeit – Thomas Müntzer. 500 Jahre Bauernkrieg“. Mit Kunstinstallationen, kunsthistorischen Präsentationen und neuen Ausstellungsformaten möchte man flächendeckend an die Ereignisse vor 500 Jahren erinnern und Bezüge zur Gegenwart aufzeigen.
In Martin Luthers Sterbehaus erwartet die Besucher eine interaktive „Mitmachausstellung“ in Form eines großen begehbaren Spielbretts mit digitalen und analogen Spielelementen. Um gezielter jüngeren Menschen zu vermitteln, wie es zu den Ereignissen kam, müssen die Besucher zu Beginn in die Rolle einer historischen Figur schlüpfen. Innerhalb einer raumfüllenden bühnenhaften Kulisse lernen sie an vier digitalen Spieltischen den Alltag auf dem Markt, in der Kirche, in der Druckerei und vor der Stadt kennen. Analoge Spiele ergänzen die Szenerie. Ein zweiter Abschnitt leitet mit einem Spiegelkabinett ein. Gestisch abzurufende, lebensnahe Fragen stellen hier zeitübergreifende Bezüge her. In der weiteren Folge thematisiert der Projektleiter Mirko Gutjahr auf eher traditionelle Weise Nachwirkungen und politische Instrumentalisierung der Ereignisse und ihres lokalen Anführers Thomas Müntzer, dessen Name Schulen, Straßen oder Betriebe vereinnahmten oder dessen Konterfei den Fünf-Mark-Schein der DDR abbildete. In einem zweiten Teil in Luthers Elternhaus in Mansfeld entführen überdimensionale Comics sowie Mitmachstationen auf spielerische Art in die Lebensrealität vor 500 Jahren und vermitteln deren konkrete Hintergründe. Vorrangiges Ziel war es auch hier, jüngeren Menschen zu verdeutlichen, welche Folgen machtpolitisches Handeln haben kann.
Neben den authentischen Orten der kriegerischen Auseinandersetzungen, darunter Schloss Allstedt, Schloss Mansfeld und die Kirche St. Martini in Stolberg, werden anlässlich der 500jährigen Wiederkehr der Ereignisse Kunstausstellungen das Thema in den kommenden Monaten noch vertiefen. So zeigt das Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale ab dem 24. November unter dem Titel „Frührenaissance: Mitteldeutschland am Vorabend des Bauernkrieges“ den Stilwandel von der Spätgotik zur Renaissance mit Werken von Albrecht Dürer, Martin Schongauer oder Hans Burgkmair. Im Anschluss daran werden 30 internationale künstlerische Positionen unter dem Titel „Planetarische Bauern“ vorgestellt. „Glühende Horizonte“ nennt sich ein von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt ab dem 17. Mai 2025 in Allstedt initiierter Kunstparcours.
Die Ausstellung „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt“ ist bis zum 6. Januar 2026 zu besichtigen. Das Sterbehaus Luthers ha täglich von 10 bis 18 Uhr, von November bis März von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt in Eisleben kostet 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Das Kombi-Ticket für beide Ausstellungsteile in Eisleben und Mansfeld kostet 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.
Luthers Sterbehaus
Andreaskirchplatz 7
D-06295 Lutherstadt Eisleben
Luthers Elternhaus
Lutherstraße 29
D-06343 Mansfeld-Lutherstadt
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