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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die Art Karlsruhe beginnt

In Aufholjagd



Woran misst sich der Erfolg einer Kunstmesse? An der Qualität der Teilnehmer, an den Umsätzen beim Verkauf der Kunstwerke und an den Besucherzahlen. Zieht man letzteres in Betracht, will die dritte Ausgabe der „Art Karlsruhe“ hoch hinaus. 30.000 Besucher sollen es in diesem Jahr schon werden. Und auch bei den übrigen Punkten zeigt man sich nicht kleinlich. Während andere Messen etwas hinken und nach einem neuen Profil Ausschau halten, hat Kurator Karl Ewald Schrade das Ziel klar vor Augen: Die „Art Karlsruhe“ soll die drittwichtigste Veranstaltung ihrer Art im deutschsprachigen Raum nach Basel und Köln werden. Das gab er heute bei ihrer Eröffnung bekannt. Ist die Messlatte nicht etwas zu hoch gelegt? Diesem Einwand kann Claus Hähnel, der Geschäftsführer der Karlsruher Messe, entgegenhalten, dass die Zahl der Teilnehmer auch im dritten Jahr angewachsen ist, diesmal auf über 150. Und dies nicht nur in die Breite, sondern auch an Qualität. So kann er als Plus etwa die Schweizer Expressionismus-Experten Henze & Ketterer oder die Münchner Galerie Maulberger mit Kunst ab den 1950er Jahren verbuchen, die der Messe gute Ware und Glamour verleihen. Doch am Qualitätsniveau der Art Karlsruhe lässt sich noch ein wenig feilen.



Als Hingucker präsentiert Hans Mayer aus Düsseldorf die Installation „Eilte Welten“ des amerikanischen Fun-Künstlers Kenny Scharf. Zentrales Element ist das „Closet #16“ von 1997, ein transportables, wohnwagenartiges Gebilde, das innen eine kitschige Fantasielandschaft offenbart. Das erste „Closet“ verwirklichte Scharf 1981 als wild berauschenden Spielplatzraum mit allerlei Wohlstandsmüll 1981 im gemeinsam mit Keith Haring bewohnten Loft in der Nähe des New Yorker Times Square. Das aktuelle bietet Mayer für 215.000 Euro an.

Die Galerie T 40 zeigt die junge russische Malerin Marina Sailer, die gerade ihr Studium als Meisterschülerin bei A.R. Penck in Düsseldorf abgeschlossen hat. Ihre Bilder bestechen durch den kraftvollen, farbintensiven, realistischen Stil, der mit surrealen Einsprengseln konfrontiert wird. Die großformatigen Ölmalereien auf Leinwand werden zwischen 2.800 und 3.100 Euro angeboten. Die Galerie Depelmann stellt neben Maria Moser und Katharina Lichtenscheidt zwei neue Künstler ihres Programms vor. Elke Weickelt malt piktogrammartige Zeichen, die ans Gegenständliche erinnern. Peter Krawagna überzeugt mit dem 195 auf 130 Zentimeter großen Porträt eines Mädchens am Strand, das zwischen Abstraktion und Realität vibriert. Für 8.700 Euro ist es zu haben.

Bei Tammen aus Berlin findet sich eine lebensgroße, verschwommene „Badende“ in Öl auf Leinwand von Michael Ramsauer zu 8.000 Euro. Sein Berliner Kollege Klaus Brennecke offeriert großformatige Ölbilder von Jan de Vliegher, der das reichlich auf der Messe vertretene Bademotiv auf die Spitze treibt. Dessen übergroße, teils bis zu zwei mal drei Meter messende Ölbilder kosten bis zu 10.500 Euro. Bei Schlichtenmaier geht es mehr hochpreisig klassisch zu. Ein kleinformatiges, pastoses Ölbild von Emil Schumacher kostet 35.000 Euro. Viele Bilder des Stuttgarters Willi Baumeister hängen ebenfalls am Stand, darunter die Farbserigrafie „Tori“ von 1951 für 4.500 Euro und „Horizontalabstraktes III“ von 1937 zu 150.000 Euro. Neben Stahlskulpturen von Werner Pokorny und Wilhelm Loth stellt Schlichtenmaier noch Arbeiten von Adolf Hölzel, darunter seltene große Pastelle, Julius Bissier, Adolf Fleischmann bis hin zu Oskar Schlemmer und Ernst Wilhelm Nay vor.

Ricarda Fox gehört zu den Ausstellern, die sich auf einen Künstler oder eine Künstlerin konzentrieren. Insgesamt soll es über 200 One-Man-Shows auf der Messe geben. Die Mülheimer Galeristin macht sich für die Bildhauerin Hilke Turré stark. Deren Stahl- und Bronzeskulpturen erinnern in ihren gelängten Form an Werke Alberto Giacomettis, während ihre Ton- und Jutearbeiten schwer vor den Wänden lasten (Preise: 250 bis 8.000 Euro). Der in Frankfurt und Erfurt ansässige Galerist Jörk Rothamel glänzt mit vielen Arbeiten von Moritz Götze. Seine kleinen grafischen Arbeiten zu je 160 Euro waren schon eine Stunde nach Beginn der Preview verkauft. Seine Ölbilder kosten bis zu 12.500 Euro. Ähnlich alter Emailwerbeschilder gestaltet Götze neuerdings seine scherenschnittartigen Rokokodamen. Die gebrannten Arbeiten zwischen Malerei und Relief kosten 2.000 EUR.

Skulpturen durchsetzen die gesamte Messe nicht nur auf den für sie vorgesehen Skulpturenplätzen, die das Standgefüge auflockern und der Art Karlsruhe ein offenes Gepräge verleihen, sondern auch bei den Galerien. Die Galerie Wosimsky aus Gießen bietet die aus filigranen Stäben zusammengesetzten Stahlarbeiten von Gunter Frentzel. Die auch im Katalog abgebildete Wellenarbeit kostet 13.000 Euro. Vielfach korrespondieren die Arbeiten in den Kojen mit den Objekten der Skulpturenplätze davor, so etwa bei der Galerie der Moderne aus Bad Zwischenahn. Dort nehmen die von der Landschaft inspirierten Feldermalereien aus Acryl von Puck Steinbrecher zu Preisen zwischen 810 und 2.700 Euro Bezüge mit den Marmorarbeiten von Bernard Verhaeghe und Stahlplastiken von Felix Roulin davor.

Ein wenig weiter eröffnet die Wasserwerk.Galerie Lange mit den filigranen, abstrahierenden, aus Altmaterialien geschaffenen Holztierplastiken von Christophe Boulay eine weiterte skulpturale Position. Daneben hängen am Stand des auf Art Brut spezialisierten Ausstellers aus Siegburg die zeichen- und skizzenhaften, in Mischtechnik ausgeführten Bilder von Alexandra Huber für rund 300 bis 10.000 Euro. Der Gemeinschaftsstand von Witzel und Baumgarten widmet sich ebenfalls großteils Plastiken und zwar den interaktiven, filigranen Drahtskulpturen von Peter Vogel. Teils sind die sich bewegenden Strukturen für 3.900 bis 9.000 Euro mit kleinen leuchtenden Birnchen und Lautsprechern ausgerüstet. Und überall in den Messehallen verteilen sich die vielen Multiples von Ottmar Hörl. Er lässt gar eine Parade Gartenzwerge aufmarschieren. Viel dekorative Kleinkunst also. Der Geldbeutel ist schnell gezückt. Kosten die omnipräsenten, putzigen Dinger mit ihrer deutschen Biedermeierbotschaft bei Maisenbacher aus Trier doch nur 35 Euro.

Als Begleitveranstaltungen bietet die Art Karlsruhe diesmal die Sonderschau der Hamburger Sammlung Falckenberg und das „art meeting“. Dieses Diskussionsforum in Sachen Kunstmarkt und Kunstbetrieb am 9. und 10. März jeweils von 14 Uhr an soll mit Vorträgen und Podiumsgesprächen die Branchendebatte anregen. Unter der Moderation von Dorothee Baer-Bogenschütz werden Harald Falckenberg, Axel Hecht, Max Hollein, Ottmar Hörl, Kuno Schlichtenmaier, Angelika Stepken und Olaf Zimmermann ihre Beobachtungen und Thesen referieren und erörtern.

Die Art Karlsruhe hat vom 9. bis zum 12. März täglich von 11 bis 19 Uhr, am 10. März zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, die Zweitageskarte 20 Euro bzw. 16 Euro und die Abendkarte ab 17 Uhr 5 Euro. Der Katalog kostet 12 Euro.

Art Karlsruhe
Messe Karlsruhe
D-76287 Rheinstetten

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messeallee 1

DE-76287 Rheinstetten

Telefon:+49 (0721) 37 200

www.art-karlsruhe.de



09.03.2006

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching & Hans-Peter Schwanke

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09.03.2006, Art Karlsruhe 2006 - Internationale Messe für Moderne Kunst

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