Nomaden im Lentos  |  | Kelim, Zentralanatolien, um 1800 | |
„Nomaden im Kunstsalon. Begegnungen mit der Moderne von Bayer bis Sol LeWitt“ ist der Titel der Ausstellung, die das Lentos Kunstmuseum Linz mit Nomadenkelims aus der Sammlung Norbert Prammer präsentiert. Die Schau konfrontiert das Bild des fliegenden Teppichs mit der Kunst des 20. Jahrhunderts. Eine reiche Auswahl an Gemälden, Grafiken, Objekten und Reisefotografien von Josef Albers, Herbert Bayer, Victor Brauner über Maria Lassnig und Sean Scully bis Richard Serra und Sol LeWitt werden in sechs Räumen mit anatolischer Kelim-Textilkunst vom 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert kombiniert. Als ein Beispiel sei hier Andrew Molles’ Komposition „Yellow Acolon“ von 1970 genannt, die die beiden Kuratorinnen Andrea Bina und Elisabeth Nowak wirkungsvoll einem zentralanatolischen Kelim um 1800 gegenüberstellen. Hier wird deutlich, dass es in Kleinasien mehr als hundert Jahre vor Johannes Ittens Farbenlehre Ansätze konkreter Kunst gab. Aber auch gegenständliche Arbeiten wie Veronika Dirnhofers Momentaufnahme eines sitzenden Nomaden vermittelt mit dem entsprechenden Teppichwerk orientalische Beschaulichkeit und Verklärtheit. Ziel der Perspektive in Linz ist das Erfassen formaler, ästhetischer und inhaltlicher Zusammenhänge von Artefakten aus unterschiedlichen Kulturen und Zeiträumen.
Die Ausstellung ist bis zum 10. September täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 22 Uhr. Der Eintritt beträgt 6,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro.
Lentos Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1
A-4020 Linz
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