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Marktberichte |
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Alte Kunst bei Lempertz  Von Giottos Nachfolgern bis zum Naturalismus des 19. Jahrhunderts

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 |  | Gaspar Adriaensz van Wittel, Der Petersplatz in Rom | |
Mit über 600 Losen präsentiert das Kölner Traditionshaus Lempertz am 22. Mai Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen unter der Überschrift „Alte Kunst“. Mit einigen hochkarätigen Werken deckt die Auktion dabei die Zeit vom Mittelalter bis zu den „Neuen Meistern“ des 19. Jahrhundert ab. Letztere nehmen in Köln ungefähr ein Drittel der Losnummern ein, wobei Skulpturen im zweiten Teil allerdings nicht angeboten werden. Der Schwerpunkt der Auktion liegt in beiden Bereichen nicht nur quantitativ bei der Malerei. Fündig könnten bei Lempertz auch Sammler mit kleinerem Geldbeutel werden: Die Schätzpreise liegen im vier- bis sechsstelligen Bereich, wobei Zeichnungen aber auch schon ab 150 Euro angeboten werden.
Mit zu den ältesten Offerten zählt am Anfang der Auktion eine Darstellung des gekreuzigten Christus mit Maria und Johannes aus dem frühen 14. Jahrhundert. Das Werk des toskanischen Meisters und, wie Giorgio Vasari berichtet, Giotto-Schülers Jacopo del Casentino zählt mit einem Schätzpreis von 80.000 bis 100.000 Euro zu den höherpreisigen Stücken der Auktion. Prominent vertreten ist die deutsche Renaissance mit Lucas Cranach d.Ä., dessen „Beweinung Christi“ aus der Mitte des 16. Jahrhunderts in Köln auf 120.000 bis 140.000 Euro taxiert ist. Zu den Highlights der Auktion zählt ein Triptychon des ausgehenden 15. Jahrhunderts, dessen Mittelteil eine Verkündigung an Maria zeigt. Das mit allen drei Teilen vollständig in einem gotischen Rahmen präsentierte Werk konnte bisher keinem eindeutig Meister zugeschrieben werden – wird aber nach Gent lokalisiert. Auf Grund seiner außerordentlichen Qualität geht das Werk mit 200.000 bis 300.000 Euro ins Rennen.
Die niederländische Malerei ist durch weitere Spitzenwerke vertreten: „Die Heilige Familie in einem Blumenkranz gerahmten Medaillon“ von Jan Breughel d.J. sucht für 75.000 bis 90.000 Euro einen neuen Besitzer. Neben den erwähnten Werken mit religiösem Inhalt werden in Köln aber auch profane Bilder angeboten: Mit einer Taxe von 300.000 bis 400.000 Euro ist das „Bildnis eines siebenunddreißigjährigen Mannes in dunklem Gewand“ von Anthonis van Dyck das teuerste Objekt der Auktion. Die 126 Zentimeter hohe Leinwand weist das für van Dyck typisch dunkle Kolorit und die außerordentlich feine Charakterzeichnung der Person auf. Eine Vedute von Gaspar van Wittel, der sich in Italien Vanvitelli nannte, zeigt den „Petersplatz in Rom“ (Taxe 110.000 bis 120.000 EUR).
Unter den Skulpturen fallen zwei weibliche Heilige von Hans Strigel d.Ä. auf, von denen die eine als Muttergottes identifiziert werden kann. Beide Figuren sind aus Lindenholz gefertigt und entstanden um 1440 in Oberschwaben (Taxe je 55.000 bis 60.000 EUR). Eine 12,5 mal 19 Zentimeter große Darstellung des Raubs der Sabinerinnen in Elfenbein entstand um 1704. Das fein ausgearbeitete Werk von Ignaz Elhafen wird auf 38.000 Euro geschätzt. Unter den Zeichnungen im ersten Teil der Auktion ragt eine Beweinung Christi heraus, die nicht näher bezeichnet einem deutschen Meister zugesprochen wird. Das Werk in schwarzer Kreide und Feder ist auf Grund seiner hohen künstlerischen Qualität und seiner Provenienz in der Sammlung Ian Woodner, Washington, mit 12.000 bis 15.000 Euro angesetzt.
Höhepunkt beim 19. Jahrhundert ist das Los 1491: „La Vallée de la Loue“ von Gustave Courbet. Bei dem stimmungsvollen Landschaftsbild in Öl handelt es sich um eine eigenhändige Kopie des Meisters eines Bildes, das sich heute im Musée des Beaux-Arts in Straßburg befindet (Taxe 130.000 bis 150.000 EUR). Eine Stadtvedute von Jacques Francois Carabain von 1864 zeigt einen heiteren „Markttag in Aachen“ vor dem historischen Rathaus der Stadt (Taxe 40.000 EUR). In Frankreich entstand nur wenige Jahre später ebenfalls eine naturalistische Stadtansicht, die jedoch eine gänzlich andere Stimmung prägt: Léon Augustin Lhermittes „Das Almosen“ zeigt einen Klostereingang unter bedecktem Himmel, aus dem heraus Bettler mit Kindern versorgt werden (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Eine romantische Stimmung verbreitet dagegen das Gemälde „Flusslandschaft mit reisender Zigeunerfamilie“ von Carl Friedrich Lessing, das mit 15.000 bis 20.000 Euro bewertet ist.
Interessenten haben noch bis zum 19. Mai vormittags zwischen 10 und 13 Uhr und nachmittags zwischen 14 und 17:30 Uhr und am 20. Mai von 11 bis 14 Uhr Gelegenheit die Kunstwerke im Auktionshaus Lempertz zu besichtigen. Die Versteigerung beginnt am 22. Mai mit den Gemälden Alter Meister um 10:30 Uhr. Beginnend mit den Zeichnungen werden die „Neuen Meister“ ab 16 Uhr versteigert.
|  | Kontakt: Kunsthaus Lempertz Neumarkt 3 DE-50667 Köln |
 | Telefon:+49 (0221) 92 57 290 | Telefax:+49 (0221) 92 57 296 |  |  | E-Mail: info@lempertz.com |
18.05.2004 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lars Breuer |  |
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 Carl Friedrich
Lessing,
Flusslandschaft mit
reisender
Zigeunerfamilie |  | Taxe: 15.000 - 20.000 EURO Losnummer: 1551 |  |  |  |  |  | 
 Hans Strigel d.Ä.,
Muttergottes |  | Taxe: 55.000 - 60.000 EURO Losnummer: 1178 |  |  |  |  |  | 
 Gustave Courbet, La
Vallée de la Loue |  | Taxe: 130.000 - 150.000 EURO Losnummer: 1491 |  |  |  |  |  | 
 Jacopo del
Casentino, Jacopo
del Casentino
zugeschrieben,
Christus am Kreuz |  | Taxe: 80.000 - 100.000 EURO Losnummer: 1025a |  |  |  |  |  | 
 Deutscher Meister
des 15.
Jahrhunderts, Die
Beweinung Christi |  | Taxe: 12.000 - 15.000 EURO Losnummer: 1233 |  |  |  |  |  | 
 Lucas Cranach d.Ä.,
Lucas Cranach d.Ä.
und Lucas Cranach
d.J., Die Beweinung
Christi |  | Taxe: 120.000 - 140.000 EURO Losnummer: 1033 |  |  |  |  |  | 
 Anthonis van Dyck,
Bildnis eines
siebenunddreißigjährigen
Mannes in dunklem
Gewand, 1639 |  | Taxe: 300.000 - 400.000 EURO Losnummer: 1043 |  |  |
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