Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Design im Dorotheum

Insel zu versteigern



Vito Acconci,  The Island in the Mur, 2001

Vito Acconci, The Island in the Mur, 2001

Wenn bei Sotheby’s schon eine Villa von Mies van der Rohe unter den Hammer kommt, will sich das Dorotheum nicht lumpen lassen. Beim Wiener Auktionshaus gibt es Inseln zu versteigern. Etwa vor einem Jahr legte die Insel in der Mur - entstanden im Rahmen von „Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas“ - in der Hauptstadt der Steiermark an. Der New Yorker Designstar Vito Acconci schuf damit ein atemberaubendes Beispiel innovativer Architektur-, Design-, Raum- und Objektkunst, das zum Publikumsmagneten mutierte. Die zwölf Draht- und Architekturmodelle der „Mur-Insel“ sind nun die Attraktion in der Designauktion am 12. November.



Schon zu Beginn der Planung für die Kulturhauptstadt Graz bestand die Idee, die Mur vermehrt in das Leben der Stadt zu integrieren. Nach der Idee des gebürtigen Grazers Robert Punkenhofer implantierte Vito Acconci eine Insel in der Mur, ein modernes Gelenk zwischen dieses ungebändigte Stück Natur und das gewachsene städtische Gefüge, eine Insel, die den Blick zu anderen Sichtweisen erzieht und den Schritt über bisher unbegehbares Terrain lenkt. Acconcis Insel ist ein organisch in sich verwundenes Konstrukt, das er aus verschiedenen ineinander überlaufenden Muschelflächen komponiert hat und zu einem markanten „Landmark“ am Wasser macht. Jedem Teil, ob geöffnet oder geschlossen, sind je nach spezifischem räumlichen Temperament entsprechende Funktionen zugeteilt: So entstehen ein kleines Café, ein Amphitheater, ein Kinderspielplatz.

Von den zwölf unterschiedlich großen Draht- und Architekturmodelle der „Mur-Insel“, die Acconci als eine „schwimmende Insel auf dem Wasser, die zugleich Teil des Wassers ist, als ein in zwei Hälften geteiltes Ei, dessen obere Hälfte parallel verschoben wird“, beschreibt, stammen acht Modelle von dem Designer selbst. Vier Situationsmodelle kommen vom Studio Acconci. Ihr Schätzpreis beträgt pro Modell 9.000 bis 12.000 Euro. Ein Jahrhundert zurück. Zu den ältesten Stücken der Auktion zählt ein Ausziehtisch, den Carlo Bugatti um 1900 in dem für ihn typischen maurisch-orientalen Stil entwarf (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Noch weiter in die Geschichte greift der Thonet-Fauteuil Nr.11 zurück. Gefertigt wurde er um 1865 in Wien (Taxe 900 bis 1.200 EUR).

Im Jubiläumsjahr der Wiener Werkstätte dürfen die Artefakte ihrer Entwerfer nicht fehlen. Ein zweitüriger, weißer Schrank von Koloman Moser um 1904 verdient Aufmerksamkeit. Der schlichte Schrank in strenger geometrischer Kastenform und mit konkav eingezogenen Seitenwänden stand im Ankleideraum der Berliner Wohnung von Jerome und Margarete Stonborough-Wittgenstein (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Eine Entwurfszeichnung für einen Wohnraum, die Moser wahrscheinlich vor 1902 schon im geometrischen Stil anfertigte, kommt auf 6.000 bis 7.000 Euro. Dagegen verwendet Josef Hoffmann um 1898 für einen weiß gefassten, hochaufragenden Vorzimmerschrank noch stilisiert florale Jugendstilelemente (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Bei zwei symmetrisch angelegten Pfeilerkästen aus schwarz gebeizter Eiche, die sich Hoffmann um 1912 erdachte, kann man gut seine Entwicklung zu den strengeren Formen der Wiener Werkstätte nachvollziehen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Eine Gemeinschaftsarbeit von Koloman Moser und Josef Hoffmann ist ein Blumenbehälter um 1903 in Gitterform, der auf einem Holzwürfel mit Schachbrettdekor ruht (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Auch für die bekannte Tischlampe, die einst im Sanatorium in Purkersdorf stand, zeichnet sich Josef Hoffmann verantwortlich (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Ein weniger bekanntes Mitglied der Wiener Werkstätte war Emanuel Josef Margold, der als Assistent von Hoffmann tätig war und 1911 in die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe nach Darmstadt zog. Von ihm stammt der Entwurf für ein Glasfenster, in dessen Mitte ein bunter Blumenstrauß leuchtet (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Und schließlich hält der Katalog das Firmenzeichen der New Yorker Niederlassung der Wiener Werkstätte bereit. Das seltene Schild in englischer Sprache von Hoffmann und Moser mit den beiden sich überschneidenden Buchstaben W ist mit 3.000 bis 4.000 Euro bewertet.

Das nächste wichtige Kapitel der Designentwicklung bestreitet das Bauhaus. Stahlrohr war in den 1920er und 1930er Jahren angesagt. Ludwig Mies van der Rohe erdachte sich seinen Freischwinger „Mod. MR 10“ im Jahr 1927. Ein Paar davon gibt es in einer Ausführung von Thonet Frankenberg um 1930/1933 für 6.000 bis 8.000 Euro. Ein weiterer Protagonist des Stahlrohres ist Marcel Breuer, der den „Wassili“-Clubsessel „Mod. B3“ von 1925 - ebenfalls von Thonet Frankenberg um 1930/1932 gefertigt – für 26.000 bis 30.000 Euro oder seinen berühmten Liegesessel „Mod. 313“ aus Aluminium von 1932/1934 in einer frühen Ausführung der Embru-Werke für 24.000 bis 30.000 Euro beisteuert. Passend dazu liefert der Katalog den vierteiligen Tischsatz „B 9a-d“ von Breuer für 2.800 bis 3.200 Euro.

Wichtige Möbel der tschechischen Moderne sind die Stühle „Zidle H 79“ und „Zidle prusici H 80“ des Brünner Designers Jindrich Halabala von 1930 aus verchromtem Stahlrohr und einem Bezug aus rotem Eisengarn (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Ein weiteres Schmankerl der Auktion ist die halbrunde Sitzbank des Südtirolers Josef Zotti, die sich seit 1930 im Cafe Museum in Wien befand. 72 Jahre hielt die Einrichtung, bis sie im September diesen Jahres herausgerissen wurde, um einer Wiederherstellung der alter Inneneinrichtung von Adolf Loos aus dem Jahr 1899 zu weichen. Die Garnitur aus einer Sitzbank mit über zwei Metern Durchmesser, einem Thonetstuhl, einem Tisch und einem Kleiderständer zählt zu den Ikonen des österreichischen Designs im 20. Jahrhundert. Da der Wert des Ensembles wegen seiner Einmaligkeit schwer einzuschätzen ist, haben die Experten des Dorotheum gleich gar keinen Schätzpreis angegeben. Die Versteigerung beginnt bei 2.000 Euro.

Um in die Augen stechendes Industriedesign des 20. Jahrhunderts handelt es sich bei Walter Dorwin Teagues 1934 entworfenem „Blue Bird“-Radio. Die Form dieses nach einem nordamerikanischen Singvogel benannten Radios entstand nicht aus konstruktiver Notwendigkeit – die Technik verbirgt sich in einem kleinen Holzkästchen hinter dem dominanten blauen Rundspiegel – sondern versteht sich als Metapher: Das damals junge Medium Rundfunk als Spiegel der Welt (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Weitere interessante Designstücke aus den USA sind George Nelsons „Pretzel“-Stuhl von 1957 in einer späteren Ausführung, der so leicht ist, dass man ihn mit zwei Fingern heben kann (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR) oder - klassischer - Florence Knolls „Sitzbank Mod. 2530-2 UC“ aus Vierkantstahl mit cognacfarbenem Lederbezug (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Das Design der 1960er und 1970er Jahre brilliert mit dem freitragend konstruierten Sitzobjekt „Violon“ des Österreichers Oskar Hodosi in Himmelblau (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Walter Pichlers „Galaxy“-Sessel von 1966, den der Katalog gleich zweimal für je 4.000 bis 5.000 Euro verzeichnet. Roberto Mattas fünfteiliges froschgrünes Sitzmöbelsystem „Malitte“ von 1966 kann auch als autonome Skulptur verwendet werden (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Gleiches gilt für Franz Wests Documenta X-Stühle, die paarweise mit unterschiedlichem Bezug für je 3.600 bis 4.000 Euro zu haben sind. Bei Verner Pantons bekanntem „Cone“-Sessel fällt diesmal der Bezug mit sonnengelbem, orangefarbenem und grünem Blumendekor auf (Taxe 1.200 bis 1.400 EUR). Schließlich ziehen auch Joe Colombos 1969/1970 entworfener „Tube“-Sessel aus vier verschieden großen Zylinderröhren (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR) oder sein extremer Dining Trolley mit elektrischer Warmhalteplatte, Kühlfach für Flaschen, Geschirrfach und ausziehbarem Tisch von 1970 die Aufmerksamkeit auf sich (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 12. November um 17 Uhr. Die Vorbesichtigung ist noch bis zum Auktionsbeginn täglich außer Sonntags von 10 bis 18 Uhr, am 8. November von 9 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com einsehbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at

Startseite: www.dorotheum.com



07.11.2003

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


12.11.2003, Design

Bei:


Dorotheum

Kunstwerk:

Marcel Breuer, Liegesessel Mod. 313, 1923/34
Marcel Breuer, Liegesessel Mod. 313, 1923/34

Kunstwerk:

Jindrich Halabala, Zidle H 7 und Zidle prusici H 80, 1930
Jindrich Halabala, Zidle H 7 und Zidle prusici H 80, 1930

Kunstwerk:

Josef
 Hoffmann, Paar Pfeilerkästen, um 1912
Josef Hoffmann, Paar Pfeilerkästen, um 1912

Kunstwerk:

Joe Colombo,
 Tube-Sessel, 1969/1970
Joe Colombo, Tube-Sessel, 1969/1970

Kunstwerk:

Carlo Bugatti,
 Ausziehtisch, um 1900
Carlo Bugatti, Ausziehtisch, um 1900

Kunstwerk:

Vito
 Acconci, The Island in the Mur, 2001
Vito Acconci, The Island in the Mur, 2001

Kunstwerk:

Walter Dorwin Teague, Blue Bird-Radio, 1934
Walter Dorwin Teague, Blue Bird-Radio, 1934







Jindrich Halabala,  Zidle H 7 und Zidle prusici H 80, 1930

Jindrich Halabala, Zidle H 7 und Zidle prusici H 80, 1930

Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 125

Walter Dorwin Teague, Blue Bird-Radio, 1934

Walter Dorwin Teague, Blue Bird-Radio, 1934

Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

Carlo Bugatti,  Ausziehtisch, um 1900

Carlo Bugatti, Ausziehtisch, um 1900

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 4

Joe Colombo,  Tube-Sessel, 1969/1970

Joe Colombo, Tube-Sessel, 1969/1970

Taxe: 7.000 - 8.000 EURO

Losnummer: 303

Josef Hoffmann,  Paar Pfeilerkästen, um 1912

Josef Hoffmann, Paar Pfeilerkästen, um 1912

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 17

Marcel Breuer, Liegesessel Mod. 313, 1923/34

Marcel Breuer, Liegesessel Mod. 313, 1923/34

Taxe: 24.000 - 30.000 EURO

Losnummer: 122




Copyright © '99-'2025
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce