Stephanie Rosenthal geht nach Rotterdam  |  | Stephanie Rosenthal wird das Museum Boijmans Van Beuningen leiten | |
Stephanie Rosenthal wird das Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam leiten. Im kommenden Frühjahr löst die deutsche Kunsthistorikerin und Kuratorin die seit 2022 amtierende Direktorin Ina Klaassen ab, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Posten bereits niedergelegt hat. Derzeit ist Rosenthal Gründungsdirektorin des Guggenheim Abu Dhabi, das im Dezember seine Eröffnung feiert. „Mit ihrer umfangreichen Erfahrung in der internationalen Kunstwelt und insbesondere ihrer Expertise im Vorfeld der Eröffnung des Guggenheim Abu Dhabi sind wir zuversichtlich, dass Stephanie eine Schlüsselrolle bei der zukünftigen Gestaltung des Museums und des Depots spielen wird“, äußerte sich Jurgen Stegmann, Vorsitzender des Verwaltungsrats, zur Ernennung Rosenthals.
Stephanie Rosenthal, geboren 1971 in München, die an der dortigen Ludwig-Maximilians-Universität Kunstgeschichte studiert hat und 2003 mit der Dissertation „Die Farben Schwarz in der New York School: Robert Rauschenberg, Ad Reinhardt, Frank Stella und Mark Rothko“ promoviert wurde, begann ihre berufliche Laufbahn 1996 als Assistentin und Kuratorin am Haus der Kunst in München. Von 2007 bis 2017 war sie Chefkuratorin der Hayward Gallery in London, verantwortete 2016 die 20. Ausgabe der Sydney Biennale und wechselte 2018 als Chefin an den Martin-Gropius-Baus nach Berlin. Hier legte sie einen Schwerpunkt auf Diversität in der Kunst, etablierte das Ausstellungshaus als offenen Ort für zeitgenössische Diskurse und erweiterte institutionelle Formate. So ging das Stipendienprogramm „In House: Artist in Residence“ auf ihr Konto. Außerdem präsentierte sie große internationale Ausstellungen zu Lee Bul, Lee Mingwei, Otobong Nkanga, Yayoi Kusama, Zanele Muholi oder Dayanita Singh. Seit Ende 2022 arbeitet Rosenthal in den Vereinigten Arabischen Emiraten und hat hier den Aufbau des Guggenheim Abu Dhabi maßgeblich gestaltet. Dabei hat sie einen transkulturellen kuratorischen Ansatz verfolgt und eine Sammlungsstrategie vorangetrieben, deren Schwerpunkt auf Künstlerinnen sowie Kunstschaffenden der First Nations und aus historisch unterrepräsentierten Regionen liegt.
Das Museum Boijmans Van Beuningen ist das größte Kunstmuseum in Rotterdam und beherbergt neben Werken der bildenden Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart auch die angewandte Kunst und das Design. Der in den Jahren 1928 bis 1935 im Museumspark errichtete Gebäudekomplex ist seit 2019 aufgrund umfangreicher Renovierungsarbeiten bis zum Jahr 2030 geschlossen. Die Sammlung ist zwischenzeitlich in einen spektakulären Neubau umgezogen, der im November 2021 als begehbares Kunstdepot eröffnet wurde. Hier setzt Rosenthals Entscheidung für den Stellenwechsel an: „Institutionen, die Zeiten des Wandels nutzen, um innovativ zu sein und die Rolle des Museums im 21. Jahrhundert zu überdenken, haben mich schon immer inspiriert. Das Museum Boijmans Van Beuningen ist ein solches Museum. Das zeigt sich in dem ehrgeizigen Projekt „Depot“, dem weltweit ersten öffentlich zugänglichen Kunstlager, sowie in der Sanierung seines modernistischen Gebäudes im Vorfeld der Wiedereröffnung im Jahr 2030. Ich freue mich darauf, durch die außergewöhnliche Kunst- und Designsammlung des Museums neue Dialoge zwischen Epochen und künstlerischen Praktiken anzustoßen und die Beziehung des Museums zu Rotterdam, einer von kulturellem Austausch und Vielfalt geprägten Hafenstadt, weiter zu bereichern.“ |