Deutsches Fotomuseum schließt  |  | Das Deutsche Fotomuseum muss seinen Standort im Agra-Park in Markkleeberg bei Leipzig räumen | |
Das Deutsche Fotomuseum in Markkleeberg bei Leipzig muss endgültig schließen. Am kommenden Sonntag ist der letzte Ausstellungstag. Bis dahin ist noch die Dauerausstellung mit der Entwicklung der Fotografie von den ersten Lichtbildern mit der Camera Obscura bis zu Gegenwart anhand zahlreicher Fotos und historischer Kameramodelle sowie die Sonderschau „Günter Rössler zum 100. Geburtstag“ mit schwarzweißen Aktbildern aus dem Archiv des Markkleeberger Fotografen zu sehen.
Über die Schließung des Museums wurde seit rund einem Jahr diskutiert. Die Stadt Markkleeberg, die dem Trägerverein „Kamera- und Fotomuseum Leipzig“ die Immobilie im Agra-Park kostenlos zur Verfügung gestellt hatte, begründet das vor allem mit gestiegen Kosten und sinkenden Besuchszahlen. Sie verlangte von den Betreibern ein neues Nutzungskonzept, um mehr Besucher*innen zu erreichen. Nach Angaben von Oberbürgermeister Karsten Schütze habe die Projektskizze auch nach einer Überarbeitung nicht überzeugen können. Schütze verwies zudem darauf, dass der Museumsbau in die Jahre gekommen sei und dringende Sanierungen anstünden. Nach einem Stadtratsbeschluss im November 2025 wurde dem Verein dann die Kündigung für Ende 2026 ausgesprochen.
Andreas J. Mueller vom Trägerverein konterte gegenüber MDR Kultur, der Verein sei nie darüber informiert worden, dass das eingereichte Konzept unzureichend sei: „Der Bürgermeister hat seit über einem Jahr überhaupt nicht mit uns gesprochen.“ Was mit dem Gebäude und den Exponaten geschieht, ist unklar. Insgesamt müssen nun rund 70.000 Fotografien, 3.000 historische Kameras, Fachliteratur und weitere Zeugnisse der Fotogeschichte ausziehen. Mueller such nun einen neuen Ort, um die umfangreichen Bestände präsentieren zu können.
Das Deutsche Fotomuseum geht auf die Privatsammlung des Leipziger Fotografen und Kamerahistorikers Peter Langner zurück. Eine erste Präsentation richtete Langer noch zu Lebzeiten 1989 in einem notdürftig renovierten Fachwerkhaus in Leipzig-Mölkau. Seit 2013 residiert es in dem Gebäude im Agra-Park, in dem zuvor das Deutsche Landwirtschaftsmuseum Markkleeberg beheimatet war. Seit dem Tod Langers im Jahr 1994 führten seine Witwe Kerstin Langner und Andreas J. Mueller das Museum fort und verlagerten das Konzept verstärkt auf historische und zeitgenössische künstlerische sowie dokumentarische Fotografie.
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