Art Cologne-Preis für Sammlerfamilie Bronner  |  | Anat, Philip, Lara und Gil Bronner werden mit dem Art Cologne-Preis geehrt | |
Die Düsseldorfer Sammlerfamilie Bronner erhält den diesjährigen Art Cologne-Preis für Kunstvermittlung. Die Koelnmesse und der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler würdigen damit ein über drei Generationen gewachsenes Engagement für das Sammeln, Fördern und öffentliche Vermitteln von Kunst: Anat und Gil Bronner, dessen Eltern Cary und Dan sowie ihre Kinder Philip und Lara, die Namensgeber der Sammlung „Philara“ eines von ihrem Vater Gil im Jahr 2016 gegründeten Privatmuseum in Düsseldorf sind. Mit Schenkungen und Leihgaben an Museen sowie der öffentlich zugänglichen Sammlung Philara habe die Familie nachhaltige Impulse für die Kunst- und Kulturlandschaft gesetzt, heißt es in der Begründung zur Preisvergabe.
1931 im heutigen Tschechien geboren, überlebte Dan Bronner als jüdischer Jugendlicher den Nationalsozialismus und arbeitete seit Anfang der 1960er Jahre erfolgreich als Architekt in Düsseldorf. Gemeinsam mit seiner Frau Cary engagierte er sich jahrzehntelang als Mäzen und Leihgeber für das Museum Kunst Palast in Düsseldorf. Insbesondere die Graphische Sammlung kam in den Genuss von großzügigen Schenkungen, darunter rund 120 Blätter von George Grosz aus dessen Weimarer Zeit. Das Engagement des Ehepaars würdigt das Museum seit 2015 mit dem Dan-und-Cary-Bronner-Saal. Dan Bronner starb im Frühjahr 2023.
Der 1962 geborene Gil Bronner wuchs mit der Kunstbegeisterung seiner Eltern auf, studierte jedoch Betriebswirtschaft, wurde Projektentwickler für Immobilien und arbeitete lange in den USA, Kanada und Japan. Mitte der 1990er Jahre zog es ihn nach Leipzig, wo er mit seiner Frau Anat in die Kunstszene eintauchte. Bronners zuvor eher punktueller Kunsterwerb nahm hier kontinuierlich Gestalt an. Auch beruflich spielte Kunst eine zunehmende Rolle. Denn dem Immobilienspezialisten ging es nie um bloße Sanierung, sondern um urbane Gestaltung. Aus Unorten, Leerstand und Brachen sollten lebendige Orte werden. So entstanden Atelierhäuser und Kulturräume, auch in seiner Geburtsstadt Düsseldorf, wohin Gil Bronner mit seiner Frau um die Jahrtausendwende zurückgekehrt war. Am südlichen Stadtrand fand ihre zwischenzeitlich beträchtlich gewachsene Kunstsammlung in entsprechend umgestalteten Hallen einer ehemaligen Leitz-Fabrik von 2006 bis 2016 ihr Domizil.
Die Entdeckung der aufgegebenen Glasfabrik Lennarz im Düsseldorfer Stadtteil Flingern führte schließlich zum Aufbau der Sammlung Philara. Das industrielle Ensemble wurde mit Depot, Verwaltung, Dachterrasse, Café und Ausstellungsräumen für einen musealen Betrieb umgebaut. Hier konnten sich Bronners den Wunsch nach einer dauerhaften Präsenz ihrer Sammlung erfüllen. Zugänglichkeit und Kommunikation werden bei Philara großgeschrieben. Das Prinzip der Donation macht sich auch im Konzept des „Pay what you wish“ bemerkbar. Für ihre Ausstellungen kann die Sammlung Philara aus einem Fundus an rund 2.000 Kunstwerken schöpfen. Neben Einzelpräsentationen bekannter Künstlerinnen und Künstler wie Boris Mikhailov, Alicja Kwade oder Thomas Grünfeld werden auch Erstausstellungen, etwa von der argentinischen Künstlerin Mercedes Azpilicueta, oder thematische Schauen zu aktuellen Themen gezeigt. Von der Vielfalt der Kollektion kann man sich aktuell ein Bild in der Schau „House of Balagan“ mit über 100 Arbeiten von rund 80 Künstler*innen machen, mit der Gil Bronner das zehnjährige Jubiläum von Philara feiert.
Die Ausstellung „House of Balagan“ läuft bis zum 14. Februar 2027. Die Sammlung Philara hat freitags von 16 bis 20 Uhr sowie am Wochenende von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis liegt im eigenen Ermessen.
Sammlung Philara – Gil Bronner
Birkenstraße 47
D-40233 Düsseldorf
Telefon: + 49 (0)211 – 24 86 27 21 |