Millionenschweres Collier aus Wiener MAK gestohlen  |  | Hier hängt das Collier noch in der Ausstellung „Glanzstücke: Van Cleef & Arpels Haute Joaillerie × Meisterwerke der MAK Sammlung“ | |
4,3 Millionen Dollar wert ist ein Collier, das Diebe am helllichten Tag aus einer Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Wien gestohlen haben. Wie die Polizei meldete, seien die beiden Diebe am Nachmittag des Donnerstags, 27. August, als Besucher in das Museum gekommen, haben mit einem Hammer eine Vitrine eingeschlagen und das aus Platin gefertigte und mit 673 Diamanten besetzte Schmuckstück entwendet. Einer der Diebe soll eine Waffe getragen haben. Die Täter flohen anschließend zu Fuß. Die Wiener Polizei hat Fahndungsfotos der Verdächtigen veröffentlicht.
Das Art Déco-Collier, hergestellt von dem renommierten Pariser Juwelier Van Cleef & Arpels im Auftrag der ägyptischen Königsfamilie, wurde zuletzt 2015 bei einer Auktion von Sotheby’s für knapp 4,3 Millionen US-Dollar brutto versteigert. Das Halsband gehörte ursprünglich der ägyptischen Königin Nazli, die es 1939 bei der Hochzeit ihrer Tochter Fausia mit dem damaligen iranischen Kronprinzen und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi getragen hatte. Wahrscheinlich geht es den Dieben nicht um den historischen, sondern um den reinen Materialwert des mehr als 200 Karat schweren Schmuckstücks. Das gestohlene Collier würde in seine Einzelteile zerlegt, die Steine neu geschliffen und zu anderen Pretiosen umgestaltet. Den reinen Materialwert beziffern Experten mit rund 500.000 Euro.
Das Collier war Teil der Ausstellung „Glanzstücke“, in der bis zum 27. September selten gezeigte Objekte aus der Sammlung des MAK mit Juwelierkunst aus der 120jährigen Geschichte des Traditionsunternehmens Van Cleef & Arpels in Paris präsentiert werden. Die Direktorin des MAK, Lilli Hollein, sagte, der Raub des Schmuckstücks von hohem Wert treffe das Museum schwer. Das Museum hatte gemeinsam mit Van Cleef & Arpels ein eigenes Sicherheitskonzept für die Schau entwickelt. „Die Sicherheitsvorkehrungen entsprechen den für internationale Ausstellungen üblichen höchsten Standards für die Präsentation von Schmuckstücken“, ließ sich das Museum zitieren. Die Fahndung nach den Verdächtigen dauert an. Die Ausstellung ist für Besucher bereits seit Freitag wieder regulär geöffnet. |