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Zentrum Paul Klee in Bern würdigt Florence Henri

Florence Henri, Jeanne Lanvin, 1929, Vintage-Silbersalzabzug.

Sie beginnt als Pianistin, sattelt um auf die Malerei und macht Karriere als Fotografin. Die 1893 in New York geborene Florence Henri ist ein Kind der Avantgarde ihrer Zeit, aufgeschlossen, vielseitig, kosmopolitisch. Diesem Werdegang im Netzwerk der europäischen Avantgarde spüren rund 80 Arbeiten von Florence Henri nach, die das Zentrum Paul Klee in Bern ab 29. August in einer Sonderausstellung zeigt.

Florence Henris musikalische Ausbildung führt sie nach Paris und London. In Rom bekommt sie Kontakt mit der literarischen und künstlerischen Avantgarde von Filippo Tommaso Marinetti über Gabriele d’Annunzio bis Ferruccio Busoni. In Berlin besucht sie die Akademie der Künste, in Paris gehört Fernand Leger zu ihren Lehrern. Der Kontakt zu Laszlo Moholy-Nagy führt sie 1927 ans Bauhaus, wo sie Kurse von Paul Klee, Josef Albers und Wassily Kandinsky besucht. Moholy-Nagys Idee eines „Neuen Sehens“ fördert ihr Interesse an der Fotografie, die schließlich ihr künstlerischer Schwerpunkt wird. 1928 nimmt sie an der Ausstellung „Fotografie der Gegenwart“ im Museum Folkwang in Essen teil. In ihrem Fotoatelier in Paris formt sie in den folgenden Jahren eine ganze Generation junger Fotografinnen. Nach dem Krieg lässt sie sich von ihren Reisen zu Gemälden inspirieren, fotografiert aber auch noch. Ab 1970 widmet sie sich der Edition und den Abzügen ihrer Fotografien; es entstehen aber auch noch Collagen und eine letzte Serie abstrakter Werke.

Die Schau im Zentrum Paul Klee ist die erste Einzelausstellung für die 1982 verstorbene Künstlerin in der Schweiz seit 40 Jahren. Zu sehen ist in den Fotografien, wie Henri ihre sorgfältigen Kompositionen anlegt, Licht und Schatten spannungsvoll einsetzt, bewusst mit Schärfe und Unschärfe arbeitet und mit Spiegeln und Metallkugeln Bildräume jenseits sichtbarer Realität erschafft. Gezeigt werden auch Gemälde, Zeichnungen und Collagen, die Henris Stilwandel in ihren späteren, während des Zweiten Weltkriegs entstandenen Gemälden demonstrieren.

Die Ausstellung „Fokus. Florence Henri (1893-1982)“, kuratiert von Roberto Lacarbonara und Giovanni Battista Martini, entstand in Kooperation des Zentrum Paul Klee mit dem Palazzo Ducale Genova und dem Archiv Florence Henri. Sie ist bis 10. Januar 2027 zu sehen. Das Zentrum Paul Klee in Bern ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 20 Franken, für Schüler/Studenten 10 Franken. Kinder von 6 bis 16 Jahren zahlen 7 Franken.

Zentrum Paul Klee
Monument im Fruchtland 3
3006 Bern
Telefon: +41 (0)31 359 01 01


29.08.2026

Quelle: Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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