Das Unheimliche im Vertrauten: Ausstellung rund um den Dortmunder Hauptbahnhof  |  | Anushka Chkheidze: Transsolar. | |
In einer Kirche dominiert eine Pyramide aus Wärmepumpen den Raum. Auf zusammengeschobenen Schreibtischen hockt ein unheimliches amöbenhaftes Monster. Vor der gläsernen Front der Stadtbibliothek windet sich eine metallene Schlange: Der Dortmunder Hauptbahnhof ist Ausgangs- und zentraler Bezugspunkt einer Ausstellung, die Urbane Künste Ruhr im Rahmen der soeben eröffneten Ruhrtriennale und in Kooperation mit der Manifesta 16 Ruhr zeigt.
Der Titel „Unheimliche Verschiebungen“ spricht es schon an: Es geht um das Befremdliche im Vertrauten, um die Störung von Selbstverständlichkeiten. Im alltäglichen, gewachsenen städtischen Umfeld des Bahnhofs setzen 15 meist für die Ausstellung entstandene Arbeiten skulpturaler, installativer und performativer Art Kontrapunkte. Sie machen aufmerksam, stören oder verstören sogar, treten mit „Neugier, Umsicht, Schönheit und melancholischen Analysen“ in Beziehung zu ihrem Umfeld.
Die Kuratorinnen Britta Peters und Alisha Raissa Danscher wollen mit diesen „künstlerischen Reflexionen der Gegenwart“ das Unheimliche als „Grundstimmung“ der Zeit im Stadtraum erkunden; die Werke sollen ökologische, soziale, politische Wechselwirkungen offenbaren. Beteiligt sind die Kunstschaffenden Ellinor Aurora Aasgaard & Zayne Armstrong, Anushka Chkheidze, Aleksandra Domanovic, Kein schöner Archiv (Michael Annoff & Nuray Demir), Katrin Mayer, Ari Benjamin Meyers, Hans Ostapenko mit MNPL, Ziran Sha Pei, Joanna Piotrowska, Neda Saeedi, sakasaka, Silke Schönfeld, Transsolar, UH HUH HER und Driant Zeneli. Die Orte der Ausstellung sind vom Dortmunder Hauptbahnhof aus fußläufig erreichbar, ein Lageplan ist im Booklet zur Ausstellung enthalten oder auf der Webseite von Urbane Künste Ruhr herunterzuladen.
Die Ausstellung wird am Samstag, 22. August, 15 Uhr in der Evangelische Stadtkirche St. Petri eröffnet. Um 19 Uhr schließt sich im Künstler*innenhaus Dortmund die Eröffnung der Gruppenausstellung „Tingling Earth – Schauer unter der Haut der Erde“ an. Sie setzt ihren Schwerpunkt auf die „künstlerische Auseinandersetzung mit der Erde als fruchtbarem Boden und Ökosystem ebenso wie als (Unter-)grund, auf dem Gemeinschaft und Spaltung entstehen“. Zu sehen sind Werke von Valentin Bansac & Alice Loumeau (MATTERS.xyz), Lisa Biletska, Viktor Brim & Emerson Culurgioni, Anna Charlotte Frevel, Paul Granjon, Lina Kusaite und Margo Zalite.
Bis zum Ende am 4. Oktober 2026 begleiten Performances und andere Veranstaltungen die Ausstellung. Am 10. September endet das Projekt „The Troubadour“ von Benjamin Ari Meyers mit einem Epilog in der Stadtkirche St. Petri, das die Performerin Riah Knight einen Monat lang durch das Ruhrgebiet geführt hat. Am Sonntag, 23. August, ist der „Troubadour“ in Dortmund zu erleben. Treffpunkt ist um 16.30 am Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58, 44147 Dortmund.
Die Ausstellung „Unheimliche Verschiebungen“ findet bis Sonntag, 4. Oktober in Dortmund rund um den Hauptbahnhof statt. Ausstellungsorte, die nicht im öffentlichen Raum zugänglich sind, sind von Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Info-Stand befindet sich in der Fußgängerzone am Westerhellweg/Petrikirchof 1 in 44137 Dortmund in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs.
Evangelische Stadtkirche St. Petri
Westenhellweg/Petrikirchof 1
44137 Dortmund
Künstler*innenhaus Dortmund
Sunderweg 1
44147 Dortmund
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