Geburtstagsschau in Kärnten: 90 Jahre Hellmut Bruch  |  | Hellmut Bruch, Progression nach Fibonacci, 1999 | |
Seit den 1960ern fokussiert sich der Hellmut Bruch auf zwei grundlegende Prinzipien: die Reduktion auf das Wesentliche und die Offenheit der Form als Einladung zu eigenständigem Denken. Nun wird der österreichische Künstler 90 Jahre alt. Das nimmt das Museum Liaunig in Kärnten zum Anlass, ihm eine umfassende Retrospektive zu widmen, wobei die zwei Leitgedanken seiner Arbeit schon im Titel der Ausstellung „Vom Elementaren zum Offenen“ mit anklingen.
Kurator Günther Dankl zeichnet in der Schau Bruchs künstlerische Entwicklung anhand zentraler Werke aus mehreren Jahrzehnten nach. Zu sehen sind frühe Arbeiten aus industriellen Materialien ebenso wie seine charakteristischen Objekte aus Edelstahl und Acrylglas. Licht, Reflexion und Transparenz spielen dabei eine zentrale Rolle. Aus einfachen geometrischen Grundformen wie Linien, Kreisen, Quadraten und Rechtecken entwickelt Bruch komplexe, zugleich bewusst offene Strukturen. Häufig orientieren sich seine Arbeiten an mathematischen Ordnungen wie der Fibonacci-Folge, die einen besonderen Stellenwert in Bruchs Œuvre einnimmt. So entstehen Formen, die über ihre materiale Begrenzung hinausweisen und die Betrachtenden dazu auffordern, Wahrnehmung und Ordnung selbst weiterzudenken.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Kreis zu, den Hellmut Bruch als Symbol für Ganzheit und Unendlichkeit versteht. Seine Kunst bewegt sich damit an der Schnittstelle von konkreter Konstruktion, philosophischer Reflexion und sinnlicher Wahrnehmung. Kurator Dankl möchte mit der Ausstellung zeigen, wie aus der konsequenten Beschränkung auf elementare Formen ein vielschichtiges Werk entstehen kann, das weniger fertige Antworten liefert, als Denkräume eröffnet.
Die Ausstellung „90 Jahre Hellmut Bruch. Vom Elementaren zum Offenen“ läuft bis zum 31. Oktober. Das Museum Liaunig hat mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt für das Museum inklusive Skulpturengarten des Hauses beträgt 17 Euro, ein Ticket für die Sonderausstellungen allein kostet 6 Euro. Eine Begleitpublikation mit einem Text von Kurator Günther Dankl ist für 18 Euro im Museumshop oder online zu erwerben.
Museum Liaunig
Neuhaus 41
AT-9155 Neuhaus
Telefon: +43 (0)4356 – 211 15 |