Neue Kentridge-Skulptur in Potsdam  |  | William Kentridge, Apron [Schürze], 2024 | |
Um das Kunsthaus Minsk besser mit der Stadt Potsdam zu verbinden, platziert es die Skulptur „Apron“ von William Kentridge vor den Museumstüren auf den Terrassen des Brauhausberges. Für das Projekt, das in Kooperation mit der Hasso Plattner Foundation umgesetzt wurde, hat der südafrikanische Künstler eine große schwarze Bronzearbeit geschaffen, die unter dem Titel „Schürze“ zu seiner Skulpturenserie „Glyph“ gehört. In ihr untersucht Kentridge die Sprache, Bedeutung und die Unschärfen der Kommunikation. Hieraus entwickelte er ausdrucksstarke Mischwesen, in denen er seine Beschäftigung mit der Avantgarde des Dada und Surrealismus mit seiner Vorliebe für das Unlogische und den schwarzen Humor vereint.
Für die Arbeit „Apron“ hat William Kentridge ein übergroßes Megaphon mit einem sich in einem energischen Schritt befindlichen menschlichen Unterleib kombiniert, der die titelgebende längere Schürze trägt. Das Megaphon ist ein wiederkehrendes Symbol in seinem Œuvre und Zeichen der Kommunikation. Für den Südafrikaner sind die Auseinandersetzung mit der Apartheid und der daraus resultierenden Protestkultur sowie das Streben nach Gerechtigkeit und Versöhnung wesentlich. In seinen Werken will Kentridge die Themen der Post-Apartheid Südafrikas und universell menschliche Fragen fein nuanciert, eindringlich und mit Poesie zum Ausdruck bringen.
Indem die Bronze im öffentlichen Raum aufgestellt ist, möchte das Minsk ein Zeichen für die Verbindung von globaler und lokaler visueller Kulturgeschichte setzen. „Apron“ kommt als Symbol für zwischenmenschliche Kommunikation, gemeinsames Wirken und künstlerischen Austausch somit auch ins Zusammenspiel mit Werken von Wolfgang Mattheuer, Ruth Wolf-Rehfeldt und Robin Rhode, die bereits außerhalb des Minsk angebracht sind. Mit der Platzierung der Skulptur im Umraum des Museums erweitert das Kunsthaus seine Ausstellungspraxis, die damit aus dem geschlossenen Museum in den Stadtraum und in einen offenen gesellschaftlichen Dialog tritt. Das Minsk versteht sich als ein Ort, an dem Kunst die Geschichte der Stadt neu befragt, wobei ein besonderer Fokus auf der DDR, dem postsozialistischen Kontext und den globalen Perspektiven liegt.
Das Minsk – Kunsthaus in Potsdam
Max-Planck-Straße 17
D-14473 Potsdam
Telefon: +49 (0)331 – 23 60 14 699 |