RLB Kunstpreis für Matthias Noggler  |  | Der RLB Kunstpreis 2026 geht an Matthias Noggler | |
Matthias Noggler erhält den RLB Kunstpreis 2026. Der 1990 in Innsbruck geborene Künstler darf sich nun über ein Preisgeld von 15.000 Euro und eine Ausstellung in den Tiroler Landesmuseen freuen. Noggler stehe für eine eindrückliche Malerei, die ihre kunsthistorischen Bezüge bewusst sichtbar hält und eigenständig weiterentwickelt, lobte die Jury. „Seine Arbeit zählt damit zu den prägnanten Positionen zeitgenössischer Malerei.“ Noggler setzt sich in seiner Kunst mit der visuellen Sprache der europäischen Moderne und ihrer Verflechtung mit sozialen, künstlerischen und politischen Bewegungen auseinander. Einflüsse des Fantastischen, mitunter auch des Sozialistischen Realismus sowie das Spiel zwischen surrealer Figuration, expressiver Abstraktion bis hin zu einer eigensinnig gebrochenen Pop Art prägen seine Malerei.
Dabei verbinde Matthias Noggler unterschiedliche Stile und Techniken von Renaissancekompositionen und surrealen Architekturen bis zu Anklängen an Wandmalerei und Comic zu einer unverwechselbaren Bildsprache, so die Jury weiter. „Während sich frühere Arbeiten mit sozialen Konflikten und Gruppendynamiken auseinandersetzen, richten neuere Werkserien den Blick auf urbane Strukturen und Bildwelten der Popkultur. Dabei verhandelt Noggler Fragen von Individualisierung, Entfremdung und gesellschaftlicher Organisation in spätmodernen Konsumgesellschaften.“
Neben Noggler gehen die beiden mit jeweils 6.000 Euro dotierten Förderpreise an Vik Bayer und Simona Obholzer. Bei Bayer, geborenen 1992 in Kufstein, ließ sich Jury von einer künstlerischen Praxis überzeugen, die auf präziser Recherche basiert und ökologische wie gesellschaftliche Zusammenhänge differenziert analysiert. In seiner Begründung führte das Vergabegremium aus: „Durch die Erprobung alternativer Organisationsformen – von solidarischen Ökonomien bis zu gemeinschaftsbasierten Produktionsweisen – setzt Bayer Impulse für soziologische und politische Diskurse. Die ästhetisch wie konzeptuell dichten Arbeiten thematisieren Nachhaltigkeit, den Umgang mit Ressourcen und mehr als menschliche Beziehungen. Sie eröffnen Räume, in denen kritisches Denken, kollektives Handeln und die Imagination zukünftiger ökologischer Realitäten produktiv zusammenfinden.“
Für Simona Obholzer sprach ein multimediales Werk, das sich in „konzeptueller Klarheit und formaler Präzision“ der Inszenierung künstlicher Natur für Spiel und Freizeit und der Frage widmet, wie Bilder unsere Wahrnehmung formen. Ob Rasenflächen oder virtuelle Landschaften – Natur erscheint bei Obholzer als gestaltete, normierte Oberfläche, in die sich ökologische, politische und ökonomische Prozesse einschreiben. Themen wie Bodenversiegelung, Freizeitraumgestaltung, Standardisierung und Haptik in einer zunehmend digitalen Welt übersetzt die 1982 in Neustift im Stubaital geborene Künstlerin in genau komponierte Bildräume. Ihre Filme und seriellen grafischen Arbeiten inszeniert Obholzer in kulissenhaft angelegten Rauminstallationen, die Sehgewohnheiten irritieren und den eigenen Standpunkt verschieben. Im Zentrum steht die Frage, wie Bilder den Körper aktivieren und ein Bewusstsein für die eigene Präsenz erzeugen.
Seit 2004 vergibt die Raiffeisen-Landesbank Tirol alle zwei Jahre ihren RLB Kunstpreis, der sich inzwischen zu den wichtigsten Förderinitiativen für die regionale junge Kunstszene entwickelt hat. In einer offenen Ausschreibung richtet sich die Auszeichnung an Künstler*innen, die im Bundesland Tirol geboren sind oder dort leben und nicht älter als 45 Jahre sind. An der Ausschreibung nahmen heuer insgesamt 95 Künstler*innen teil. |