Grafikpreis für Ha-Vy Jessica Le  |  | Ha-Vy Jessica Le, o.T., 2026 | |
Der Walter-Stöhrer-Preis für Grafik 2026 geht an Ha-Vy Jessica Le. Die 2001 in Stuttgart geborene Künstlerin darf sich nun über ein Preisgeld von 2.500 Euro freuen. Die Absolventin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (ABK) in Stuttgart legte dafür ein Werk vor, das Zeichnung, Kartonschnitt und Buchgestaltung zu „einem vielschichtigen grafischen Gefüge“ verbindet. Die Jury hob die besondere Eigenständigkeit der künstlerischen Sprache hervor. In ihren Arbeiten verbinde Ha-Vy Jessica Le zeichnerische und installative Verfahren zu einem vielschichtigen Gedankenstrom, der Fragen nach Bezügen, Perspektiven und Formen des Miteinanders nachgehe. Ihre Werke zeichneten sich durch eine eigene Tonalität und Musikalität aus und eröffneten neue Sichtweisen auf grafische Ausdrucksformen.
In ihrer Begründung würdigte die Jury zudem die Offenheit und Konsequenz ihres Ansatzes: „Ha-Vy Jessica Le lässt uns mit zeichnerischer Leichtigkeit in ein sich ständig erweiterndes Bezugssystem eintauchen. Grafik wird als lebendiger Organismus erlebbar, der folgerichtig auch in eigener Dreidimensionalität in den Raum ausgreifen kann. Dabei überzeugt die Breite der Äußerungsformen – zuvorderst Zeichnung, Kartonschnitt und Buchgestaltung.“ Die Künstlerin studierte seit 2019 an der ABK Stuttgart, zunächst in der Grundklasse von Volker Lehnert, seit 2020 in der Fachklasse für Glasgestaltung und Malerei von Thomas Bechinger. Ihr Diplom schloss sie 2026 ab. Bereits während ihres Studiums wurden ihre Arbeiten in Ausstellungen gezeigt, unter anderem im Kunstverein Konstanz und im Kunstverein Norden. Zuletzt war sie an der Ausstellung „A–Z. Mapping the Future II“ in der Staatsgalerie Stuttgart beteiligt.
Die Walter-Stöhrer-Stiftung zeichnet mit ihrem Kunstpreis alle zwei Jahre Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart aus. Er richtet sich an außergewöhnliche künstlerische Positionen und will jungen Kunstschaffenden ein Sprungbrett für ihre Karriere bieten. Verbunden ist der Preis mit einer Ausstellung in der Stuttgarter Galerie Abtart. Dort werden auch Arbeiten von Jiwon An, Janosch Müller und Francisco Wiborg Bamford präsentiert, für die die Jury eine Anerkennung aussprach. |