Eghbal Joudi mit Karin Hollweg Preis geehrt  |  | Gewinner des Karin Hollweg Preises 2026: Eghbal Joudi | |
Eghbal Joudi, Meisterschüler der Hochschule für Künste Bremen, wird heuer mit dem Karin Hollweg Preis ausgezeichnet. Der 36jährige Iraner erhält die Auszeichnung für seine serielle Arbeit „Zero-Orbit-Degree“ und konnte sich damit gegen 19 Mitbewerber*innen in dem bislang größten Abschlussjahrgang der Hochschule durchsetzen. In der Jurybegründung heißt es: „Mit dieser sinnlichen Einbindung des Publikums schafft er es, aus einer intensiven Beschäftigung mit den Folgen der iranischen Politik und ihren ikonischen Fotografien eine kollektive Erfahrung zu aktivieren. All die Geschichten und Bilder, die neben den historisch fixierten Narrativen existieren, erscheinen und verschwinden zugleich. Damit erreicht Eghbal Joudi eine beeindruckend gegenwärtige Aktualisierung malerischer Prinzipien und Möglichkeiten.“
Das Werk „Zero-Orbit-Degree“ ist eine skulptural anmutende Installation der malerischen Arbeiten Joudis. Der 1990 in Teheran geborene Künstler setzt sich dabei mit der Frage auseinander, wie Bilder historischer Ereignisse und kollektiver Erinnerungen entstehen. Joudi, der zunächst Bildhauerei an der Teheraner Universität für Kunst und seit 2020 bei Heike Kati Barath und Natascha Sadr Haghighian an der Bremer Hochschule studierte, greift dabei auf eines der bedeutendsten Gedichte der modernen persischen Literatur zurück: Mehdi Akhavan-Sales’ Werk „Zemestan“, deutsch „Winter“, das wenige Jahre nach dem Sturz des Premierministers Mohammad Mossadegh im Jahr 1953 entstand. Es gilt als verschlüsselte politische Allegorie auf die von Angst, Isolation und Hoffnungslosigkeit geprägte Zeit nach dem Scheitern der Demokratisierungsbestrebungen im Iran. Joudi inszeniert seine malerischen Arbeiten räumlich und ordnet sie ähnlich der Präsentation eines Textilobjekts an. Dazu lässt er die Bilder von oben in den Raum kippen oder montiert sie freistehend auf Metallgestelle.
Der Karin Hollweg Preis gehört mit einem Preisgeld von 18.000 Euro zu den hochdotierten Kunstförderpreisen deutscher Kunsthochschulen und wird seit 2007 von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung zur Förderung der Meisterschüler an der Hochschule für Künste Bremen vergeben. Eghbal Joudis Arbeit ist Teil der Schau „Once you’re there it’s easy to find“ in der Städtischen Galerie Delmenhorst, die auch die Werke der anderen Meisterschüler*innen Bissan Badran, Elizaveta Boucke, Isidora Bruna, Jashua Bustos Chumasero, Yunna Diao, Marei Dierßen, Tabea Erhart, Bahareh Hejrankeshrad, Qi Jin, Finn Klammer, Quin Maclennan, Soheil Memari, Haruka Mogi, Bubu Mosiashvili, Mario Petry, Simon Schadwinkel, Benjamin Schlemmer, Seunghyun Seo und Qianlin Zhao umfasst. Mit der Auszeichnung ist für Eghbal Joudi auch eine Einzelausstellung verbunden, die mit der Hälfte des Preisgeldes realisiert wird und im Künstler*innenhaus Bremen stattfinden wird.
Die Ausstellung „Once you’re there it’s easy to find. Meisterschüler*innen der Hochschule für Künste 2026“ läuft bis zum 2. August. Die Städtische Galerie Delmenhorst hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro; für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenfrei.
Haus Coburg – Städtische Galerie Delmenhorst
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