Heinz Hilmer gestorben  |  | Auch den Potsdamer Platz mit dem Beisheim-Center und dem Hotel Ritz-Carlton hat Heinz Hilmer als Hommage an das Art Déco geplant | |
Heinz Hilmer ist tot. Der Münchner Architekt starb am vergangenen Samstag im Alter von 90 Jahren. Das gab das von ihm mitbegründete Architekturbüro Hilmer & Sattler bekannt. Der 1936 in Münster geborene Hilmer studierte zwischen 1957 und 1963 Architektur an der Technischen Hochschule München und arbeitete danach für zwei Jahr als Baureferendar der Stadt und zwischen 1965 und 1968 als Beamter in der Bayerischen Staatsbauverwaltung. Daran schloss sich eine Tätigkeit in der Planungsabteilung der Neuen Heimat Bayern, des Bau- und Wohnungsunternehmens des Deutschen Gewerkschaftsbundes, an. 1974 gründete er gemeinsam mit Christoph Sattler in München das Architekturbüro Hilmer & Sattler, dessen Schwerpunkt im Neubau und der denkmalgerechten Renovierung von Wohnbauten wie auch Museen, Hotels, Geschäfts- und Bürobauten lag.
Seit 1969 verantwortete Heinz Hilmer etwa das Konzept für die Sanierung der Altstadt in Karlsruhe, 1971/72 gestaltete er das Haus Habermas am Starnberger See streng nach geometrischen Grundformen, 1991 gewann er den Wettbewerb für die Gesamtplanung des Potsdamer und des Leipziger Platzes in Berlin, entwarf drei Jahre später dort das Kupferstichkabinett und 1998 die Gemäldegalerie und betreute bis 2012 die Instandsetzung Alten Museums in der Hauptstadt. Dabei legte Hilmer Wert darauf, dass die Neubauten in ihre Umgebung eingebunden sind. Im Fall des Potsdamer Platzes war diese Situation nicht gegeben, so dass die Gebäude aufeinander Bezug nehmen. Damit vermied er ein isoliertes Nebeneinander der Bauten.
„Entwerfen hat weniger mit Erfinden als mit dem Neukomponieren von gespeicherten architektonischen Erinnerungen zu tun“, zitiert Gerhard Matzig Hilmers Architekturverständnis in seinem Nachruf in der Süddeutschen Zeitung. In diesem Geist wollte Hilmer alte und neue Baukunst miteinander versöhnen. So verantwortete er ab 1995 auch die Modernisierung von Schloss Elmau in den bayrischen Alpen bei Garmisch-Partenkirchen oder das Kongresszentrum für das Hotel Einstein in St. Gallen. Für das Haus Habermas erhielt Hilmer 1977 den BDA-Preis Bayern, ebenso 1981 für das Münchner Wohnhaus von Hans Herter. 2003 wurde er mit dem Architekturpreis der Landeshauptstadt München geehrt. Elf Jahre später schied er aus der Geschäftsführung des Architekturbüros aus, das heute als „Hilmer Sattler Architekten Ahlers Albrecht“ agiert. |