Köln restituiert Rottenhammer-Zeichnung  |  | Das Wallraf-Richartz-Museum restituiert eine Zeichnung Hans Rottenhammers an die Erben von Michael Berolzheimer | |
Der Rat der Stadt Köln hat die Rückgabe einer Hans Rottenhammer zugeschrieben Federzeichnung an die Erben des ehemals jüdischen Besitzers beschlossen. Damit wird das manieristische Blatt „Venus und Amor“ aus dem Wallraf-Richartz-Museum an die Nachfahren von Michael Berolzheimer restituiert. Der Jurist und Kunstsammler Berolzheimer, der aus einer Fürther Unternehmerfamilie stammte, kaufte das Blatt wohl 1895 auf einer Auktion in München. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er als Jude verfolgt, emigrierte mit seiner Frau Melitta 1938 nach Zürich und gelangte über Le Havre in die USA. Das Ehepaar starb dort 1942.
Aufgrund der Migration ins Ausland musste Michael Berolzheimer einen großen Teil seiner mehr als 800 Zeichnungen und etwa 1.000 Grafiken umfassenden Kunstsammlung zurücklassen. Hierzu zählte auch die Federzeichnung „Venus und Amor“, die unter dem Druck der Nationalsozialisten zu der Versteigerung am 9. und 10. März 1939 im Münchner Auktionshaus Weinmüller eingeliefert wurde. Hier kaufte der Jurist Albert Hüglin aus Ebenhausen bei München das Blatt. Im Laufe der Zeit kam die Zeichnung direkt oder über weitere Eigentümer in die Sammlung von Hans Lückger in Köln und gelangte schließlich 1968 in den Besitz des Wallraf-Richartz-Museums. Bereits zahlreiche Museen haben Werke aus der Sammlung Berolzheimer restituiert, darunter die Albertina in Wien, das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, die Kunsthalle Bremen oder die Staatliche Graphische Sammlung München. |