Erste Standorte und Künstler*innen für Skulptur Projekte Münster 2027  |  | Das Kollektiv „What, How & for Whom“ hat erste Ideen für die Skulptur Projekte Münster 2027 vorgestellt | |
Die Skulptur Projekte Münster wollen im kommenden Jahr zu ihrem 50jährigen Jubiläum insgesamt 30 Standorte bespielen und dabei den Fokus auf die Verbindung der westfälischen Stadt mit anderen Orten und Lebensrealitäten legen. Dafür haben sie erste Künstler*innen ausgewählt, wie Selma Selman, Hew Locke und Oscar Murillo. Für den Stadtteil Kinderhaus, der im 14. Jahrhundert noch vor den Toren der Stadt lag und ab den 1970er Jahren eine intensive Bebauung mit Mehrfamilien- und vorortypischen Einfamilienhäusern erlebte, aber immer noch agrarwirtschaftlich genutzte Güter beherbergt, sind mehrere Arbeiten geplant. So entwickelt die polnische Künstlerin Iza Tarasewicz hier ein Projekt, das sich an landwirtschaftlichen Abläufen und jahreszeitlichen Zyklen orientiert. Dahingegen konzipiert Róza El-Hassan ihren Beitrag mit Blick auf zwei Orte: den Botanischen Garten am barocken Schloss und das in den späten 1960er und 1970er Jahren angelegte Stadtbauprojekt Berg Fidel, das heute von einer hohen demografischen Vielfalt und Bewohner*innen mit internationalen Geschichten geprägt ist. In ihrem Werk beschäftigt sich die ungarische Künstlerin mit persönlichen und kollektiven Migrationsgeschichten und beleuchtet die Themen Flucht und Vertreibung sowie Aspekte der Schutzbedürftigkeit, Solidarität und Fragilität.
Das kroatische Kuratorinnenkollektiv „What, How & for Whom“ (WHW), das 2027 die künstlerische Leitung in Zusammenarbeit mit dem Projektteam der Skulptur Projekte Münster innehat, erläutert: „Wir gehen der Frage nach, wie offen und zugänglich die Stadt für unterschiedliche Menschen und Perspektiven ist. Dabei interessieren wir uns für die vielen ‚Städte in der Stadt‘ sowie für Themen wie Teilhabe, Ausgrenzung und Gemeinschaft.“ So will das Kollektiv zeigen, wie sich lokale Stadtteile angesichts sozialer und ökonomischer Veränderungen in den vergangenen zehn Jahren gewandelt haben. Dabei wirft es gemeinsam mit den Künstler*innen die Frage auf, wie wir in der Zukunft leben wollen. Auch für den Oberbürgermeister Tilman Fuchs seien die urbanen Transformationsprozesse in Münster sichtbar. Dabei ermöglichten die Skulptur Projekte einen Dialog mit neuen Nachbarschaften.
WHW wurde im Jahr 1999 gegründet und verfügt über einen Sitz in Zagreb und Berlin. Es setzt sich unter anderem aus Ivet Curlin, Nataša Ilic und Sabina Sabolovic zusammen und war von 2019 bis 2024 als künstlerische Leitung der Kunsthalle Wien tätig. Das Kollektiv verfolgt den Ansatz, dass durch Kunst gesellschaftliche Denk- und Handlungsweisen gemeinschaftlich hinterfragt werden können. Unterstützt wird What, How & for Whom vor Ort von den Kurator*innen und Organisator*innen Vincent Schier, Eva Wilson und Verona Putzer. Die Skulptur Projekte Münster wurde erstmalig 1977 von Klaus Bußmann und Kaspar König initiiert. Seitdem werden diese im zehnjährigen Rhythmus in Münster realisiert. |