Uniqa Kunstpreis für Jakob Kolb  |  | Der Uniqa Kunstpreis 2026 geht an Jakob Kolb | |
Jakob Kolb erhält den Uniqa Kunstpreis 2026, den die Akademie der bildenden Künste in Wien heuer zum zweiten Mal mit dem österreichischen Versicherungskonzern Uniqa vergibt. Der 1992 im steirischen Deutschlandsberg geborene Künstler, der 2023 im Fachbereich „Kunst und Bild | Expansion“ sein Studium der bildenden Kunst bei Daniel Richter abgeschlossen hat, verbinde in seinem Werk auf eindrucksvolle Weise Skulptur, Performance, Sound, Video und digitale Kommunikation zu einer vielschichtigen künstlerischen Aussage, führte die Jury aus, die sich davon überzeugen ließ, wie Kolb den Raum um unsichtbare Ebenen erweitert und abstrakte Datenströme durch Kabel, Licht und physische Prozesse sinnlich erfahrbar macht. Er besitze die außergewöhnliche Fähigkeit, seine Fragestellungen in ein komplexes räumliches Vokabular zu überführen. „Seine Installation eröffnet neue Perspektiven auf die Beziehungen zwischen Mensch, Objekt, Natur, Technologie und Erinnerung und erweitert damit das Feld zeitgenössischen künstlerischen Handelns. Mit großer Sensibilität verbindet Kolb technische Systeme mit poetischer Imagination und schafft Werke von zugleich sinnlicher Präsenz und konzeptueller Präzision“, heißt es abschließend in der Begründung.
Im Zentrum seines prämierten Vorschlags steht ein skulpturales Ensemble aus Stahl und Glas, die sogenannten „Vessels“. Dazu führte die Jury aus: „Über Klang und lichtcodierte Datenströme kommunizieren die Gefäße kontinuierlich miteinander. Ausgangspunkt dieser Informationen ist eine Performance von Jakob Kolb, deren Datenpunkte in die ‚Vessels‘ eingespeist werden. Dabei begreift Kolb Skulptur nicht nur als statisches Objekt, sondern als Gegenüber – als Wesen mit eigener Präsenz und Autonomie. Die Gefäße senden, empfangen und reagieren, als führten sie ein verborgenes Gespräch, dessen Inhalte zwischen subjektiver Erinnerung und objektivem Archiv oszillieren. Überzeugend ist insbesondere, wie der Künstler den Raum um unsichtbare Ebenen erweitert und abstrakte Datenströme durch Kabel, Licht und physische Prozesse sinnlich erfahrbar macht. Durch die performative Aktivierung der Installation, die als Feedback-Loops zwischen den beiden ‚Vessels‘ zirkulieren entsteht eine greifbare poetische Metapher: Erinnerung erscheint hier nicht als statische Speicherung, sondern als lebendiger, sich fortwährend überschreibender Prozess. Gleichzeitig tragen die Skulpturen die Erinnerung an nostalgisch anmutende Versuchsanordnungen der Technikgeschichte in sich, übertragen diese jedoch in eine zeitgenössische Sprache der Vernetzung und Prozessualität.“
Der Uniqa Kunstpreis richtet sich an Absolvent*innen des Studiums der Bildenden Kunst an der Wiener Kunstakademie aus den vergangenen fünf Jahren und will am Übergang von Kunsthochschule zur Kunstwelt einen wichtigen Akzent setzen. Der Jury gehörten Ingeborg Erhart und Nora Schultz von der Akademie der bildenden Künste Wien, Theresa Hochhauser und René Knapp von der Uniqa und Nina Zimmer, designierte Generaldirektorin des Belvedere, an. Neben dem Preisgeld von 15.000 Euro ist die Auszeichnung mit einer Ausstellung im Foyer des Uniqa Tower in Wien verbunden. Jakob Kolb wird seine Arbeiten dort ab Ende Januar 2027 präsentieren. |