Anja Dorn zieht sich aus Düren zurück  |  | Anja Dorn legt ihr Direktorenamt in Düren nieder | |
Anja Dorn gibt die Leitung der Dürener Museen auf. Wie die Stadt Düren gestern mittgeilt hat, hat die Kuratorin und Kunsthistorikerin ihr Amt am 18. Mai aus persönlichen Gründen niedergelegt. Seit 2018 war Dorn Direktorin des Leopold-Hoesch-Museums und des Papiermuseums Düren. „In Zusammenarbeit mit dem Team der Museen der Stadt Düren, dem Vorstand und den Mitgliedern des Museumsvereins Düren e.V. und mit der Unterstützung vieler Kunstschaffender, Förderinnen und Förderer, Wissenschaftlerinnen, Kollegen und Bürgerinnen und Bürgern, für die ich mich herzlich bedanke, ist es mir gelungen, die regionale und internationale Strahlkraft der Museen der Stadt Düren zu stärken, so dass sie den anstehenden Aufgaben aus stabilerer Position begegnen können. Ich beende meine Tätigkeit als Direktorin der Museen der Stadt Düren auf eigenem Wunsch, um mich zukünftig wieder eigenen, kuratorischen und wissenschaftlichen Projekten zu widmen“, sagte Anja Dorn in einer Stellungnahme.
In Einzelausstellungen präsentierte die 1970 geborene Dorn einerseits regional verankerte, andererseits international bekannte Künstlerinnen und Künstler wie beispielsweise Irmel Kamp, Volker Saul, Ulrich Rückriem, Katharina Jahnke oder Wilhelm Schürmann. Mit der Initiative und den Kunstpreisen der Günter-Peill-Stiftung konnte sie einen internationalen Kunstdiskurs nach Düren holen und stellte dazu etwa das Schaffen von Alice Creischer, Kerstin Brätsch, Jana Euler, Kasia Fudakowski, Alexis Gautier, Silvia Martes und Andrzej Steinbach an. Mit Publikumsschauen wie „Das Leben in Industrielandschaften“ oder „Die Gesellschaft der Zeichen: Piktogramme, Lebenszeichen, Emojis“ sprach sie auch Besuchergruppen an, die nicht zum klassischen Kunstpublikum zählen.
Anja Dorn hat Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Volkswirtschaftslehre in Köln und Florenz studiert. Im Anschluss nahm sie 1997/98 am Curatorial Training Program De Appel in Amsterdam teil. Von 2000 bis 2005 war sie neben ihrer Arbeit als freie Kuratorin und Kunstkritikerin bei der Galerie Christian Nagel in Köln tätig. 2007 übernahm sie gemeinsam mit Kathrin Jentjens die Direktorin des Kölnischen Kunstvereins, den sie bis 2011 leitete. Dort realisierte sie Personalen unter anderem zu Alexandra Bircken, Omer Fast, Melanie Gilligan, Mark Leckey, Seth Price, Stephen Prina, Nora Schultz oder Boris Sieverts. Vor ihrer Tätigkeit in Düren war Anja Dorn die letzten fünf Jahre als Professorin für kuratorische Theorie und dramaturgische Praxis am Fachbereich Ausstellungsdesign und Szenenfotografie der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe tätig. |