Frankfurt zeigt, wie Design Demokratie fördert  |  | in der Ausstellung „Design for Democracy. Was Gestaltung bewirken kann!“ | |
Was hat Design mit Demokratie und Teilhabe zu tun? In seiner neuen Ausstellung „Design for Democracy. Was Gestaltung bewirken kann!“ geht das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main genau diesem Anliegen auf den Grund. Anlass der Ausstellung ist die Auszeichnung der Region Frankfurt/Rhein-Main als „World Capital of Design 2026“, verbunden mit Frankfurts Bewerbung unter dem Titel „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“. Die Kurator*innen Anna Steuermann und Matthias Wagner K präsentieren in der Schau den Zusammenhang von einer gut geplanten und funktionieren Infrastruktur und einem gesellschaftlichen Zusammenhalt im Alltag. Inklusive Museen, wandelbare Wohnarchitekturen, kluge Mobilitätskonzepte und klare Leitsysteme und Erklärungen für Behördengänge entscheiden über Bildungschancen, sozialen Aufstieg, Integration und das Gefühl, ob das Gemeinwesen für alle da ist oder nicht. Dazu haben Steuermann und Wagner K 25 Projekte aus der Region und Europa ausgewählt, die ihre These vom Zusammenhang zwischen Design und Demokratie darstellen.
Eines dieser Gestaltungsbeispiele ist „Vert“, eine reversible und adaptierbare Installation, die von Diez Office in Zusammenarbeit mit dem Office for Micro Climate Cultivation OMC°C konzipiert und auf dem Innenhof des Chelsea College of Arts in London 2024 erstmals installiert wurde. Das Projekt zeigt, wie ein nachhaltiger und unkomplizierter Weg zu einer grüneren Stadt aussehen kann, ohne die bereits bestehende Infrastruktur zu stören. Schlanke Balken aus amerikanischer Roteiche sind in einem Netzwerk dreieckiger Verbindungen zu einem zehn Meter hohen Pavillon angeordnet. An Segeln wachsen Pflanzen an der Installation, die für Leute durch ihre roten Hängematten zu einem Ort des ungezwungenen Treffens werden kann.
Ein anderes Projekt ist die Navigationshilfe „Compath“. Der Titel setzt sich aus den englischen Wörtern für Kompass und Pfad zusammen und gibt einen Vorgeschmack auf die Idee hinter dem Projekt. Die Orientierungshilfe ist für demenzkranke Menschen konzeptioniert, die sie sich um den Hals hängen oder ans Handgelenk anlegen können. Vor allem für Betroffene im Frühstadium ist „Compath“ geeignet. So können sie über eine Home-Taste einen zuverlässigen Weg nach Hause abrufen und durch den Anrufknopf direkt mit Angehörigen oder Pflegenden verbunden werden. „Compath“ ermöglicht Demenzkranken vor allem in der frühen Krankheitsphase, ein noch möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen.
Die Ausstellung „Design for Democracy. Was Gestaltung bewirken kann!“ läuft noch bis zum 28. Juni. Das Museum Angewandte Kunst hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 7 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Geflüchtete ist er frei.
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
D-60594 Frankfurt am Main
Telefon: +49 (0)69 – 212 340 37 |