Berliner Gemäldegalerie hat zerstörte Werke digital rekonstruiert  |  | Gehört zu den großen Verlusten der Berliner Gemäldegalerie: Caravaggios „Der Evangelist Matthäus“ | |
Die Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin hat im Rahmen des Zweiten Weltkriegs rund 585 Bilder verloren, die vor allem bei zwei verheerenden Brände im Flakbunker Friedrichshain zerstört wurden. Nun hat die Gemäldegalerie von 430 dieser verlorenen Werke Digitalisierung historischer Aufnahmen erstellt und veröffentlicht sie in hoher Auflösung im Internet. Dazu gehören unwiederbringbare Schätze wie Caravaggios „Evangelist Matthäus“, Peter Paul Rubens’ Mythologie „Neptun und Amphitrite“, Rachel Ruyschs „Blumenstrauß“ oder Anthonis van Dycks „Beweinung Christi“. „Mit der Digitalisierung dieser historischen Aufnahmen gewinnen wir ein Stück kultureller Identität zurück“, so Dagmar Hirschfelder, Direktorin der Gemäldegalerie. „Die Bilder, die einst unwiederbringlich verloren schienen, werden nun für unser Publikum, aber auch für die Forschung, wieder sicht- und erlebbar – zumindest in ihrer fotografischen Überlieferung.“
Der Fotograf Gustav Schwarz fertigte zwischen 1925 und 1944 im Auftrag der Berliner Museen Schwarzweißaufnahmen nahezu aller Gemälde der Sammlung an. In erster Linie dienten sie Reproduktionszwecken für Publikationen und Postkarten. Ab 1941 wurden die Werke der Gemäldegalerie zum Schutz vor Luftangriffen in den Leitturm des Flakbunkers Friedrichshain ausgelagert. Die wichtigsten Gemälde konnten im März 1945 in Thüringer Bergwerke evakuiert werden, wo sie im Mai 1945 durch amerikanische Truppen gesichert wurden. Etwa 430 Gemälde verblieben jedoch im Berliner Bunker und wurden kurz nach Kriegsende durch zwei Brände vernichtet, die aus ungeklärten Umständen ausbrachen. Die Glasnegative überstanden den Krieg im damaligen Kaiser-Friedrich-Museum auf der Museumsinsel weitgehend unbeschadet und blieben dann im Ostteil Berlins. Im Zuge der Zusammenführung der Gemäldesammlungen kamen die Negative 1998 an das Kulturforum und wurden jetzt digital aufgearbeitet.
Die Abbildungen sind auf der Sammlungsseite der Staatlichen Museen unter recherche.smb.museum mit dem Stichwort „Friedrichshain“ abrufbar. |