|
 | 
 |
Marktberichte |
|
|
Eine Auktion der Superlative bei Christie’s in New York: An der Spitze des Kunstmarkts läuft es wieder richtig rund. Nicht zuletzt durch die Newhouse Collection, die für mehrere neue Rekorde sorgte, kamen über 1,1 Milliarden Dollar zusammen  Berühmte Werke

|
 |  | Höhenflüge in New York: Auktionator Adrien Meyer schlägt Pollocks Meisterwerk aus der Newhouse-Sammlung für 157 Millionen Dollar zu | |
Ein Abend, der wieder einmal Geschichte schrieb: Mit den kombinierten Erlösen aus dem Verkauf der Sammlung von Samuel Irving Newhouse Jr. sowie dem „20th Century Evening Sale“ erzielte Christie’s während der noch laufenden Spring Marquee Week in New York einen Gesamtumsatz von 1,12 Milliarden Dollar. Damit überschritt das Auktionshaus erst zum zweiten Mal in seiner Chronik bei einer Versteigerung die Milliardenmarke. Dazu gab es noch Künstlerrekorde für Pollock, Brancusi, Rothko oder Miró mit bis zu neunstelligen Werten. Trotz Unsicherheiten in der Weltwirtschaft kann sich das High End-Segment des Kunstmarkts derzeit also über mangelnden Zuspruch seitens der Einlieferer und der Käufer nicht beklagen. Gerade mit Arbeiten von herausragender Provenienz und musealer Qualität lassen sich die Sammler immer noch locken, so auch beim Star des Abends: Jackson Pollocks monumentales, über drei Meter breites Drip-Painting „Number 7A, 1948“ aus der Newhouse-Kollektion, das nach sieben Minuten für rekordträchtige 157 Millionen US-Dollar zugeschlagen wurde und damit auf Platz fünf der teuersten bei Auktionen versteigerten Kunstwerke landete. Mit Aufgeld bewilligte der nicht genannte Käufer für das mit schwarzen Klecksen, kurvigen Linien und vereinzelten roten Tropfen überzogene Querformat 181,2 Millionen US-Dollar.
Bereits vor der Auktion lockten Publikumsmagneten wie Matisse, Miró, Mondrian oder Picasso rund 20.000 Besucher in das New Yorker Rockefeller Center. Damit verzeichnete Christie’s die bislang höchste Besucherzahl zu einer Vorbesichtigung in seinem Haus. Der Montagabend begann mit der Privatsammlung des 2017 verstorbenen Medienmoguls S.I. Newhouse, der neben dem Pollock-Gemälde weitere Ikonen der Kunst des 20. Jahrhunderts zusammengetragen hatte. Schon die erste Position, eine „Tête de femme“ von Pablo Picasso aus dem Jahr 1907, die seinen berühmten „Demoiselles d’Avignon“ nahesteht, gab den Ton für den Rest der Versteigerungen vor: nach vier Minuten wurde sie für einen Zuschlag von 12 Millionen Dollar abgegeben und verdoppelte damit ihre untere Schätzung. Picassos gleichnamiger kubistischer Bronzekopf von 1909, ein zerklüftetes Porträt seiner damaligen Lebensgefährtin Fernande Olivier, brachte es auf stattliche 41,5 Millionen Dollar und lag damit innerhalb der Taxgrenzen, erreichte aber die 42 Millionen Dollar und damit den Höchstpreis für eine Picasso-Skulptur nicht, die Christie’s im Mai 2022 für einen weiteren Guss dieser Arbeit aufgestellt hatte. Auch die beiden anderen Picasso-Werke der Newhouse-Suite ließen sich gut an: der farbenfrohe, ebenfalls kubistisch zerlegte „Homme à la guitare“ aus dem Jahr 1913 kam auf 35 Millionen Dollar (Taxe 35 bis 55 Millionen USD), die „La femme enceinte“, die etwas unförmige, schrundig aufgerissene Bronzefigur einer Schwangeren von 1950, auf 19 Millionen Dollar (Taxe 18 bis 25 Millionen USD).
Stilisierte Muse
Neben Pollock bewies auch Constantin Brancusi seine Zugkraft in der Newhouse-Versteigerung. Seine Bronzeskulptur „Danaïde“, ein stilisierter Bildniskopf seiner Muse Margit Pogány aus dem Jahr 1913, dessen Gesichtszüge Brancusi durch schwarze Patinierung und Blattgold betonte, spielte zwar nicht ganz die anvisierten 100 Millionen US-Dollar ein, doch der Rekordzuschlag von 93 Millionen Dollar bedeuten Platz Zwei im Ranking der teuersten auf Auktionen gehandelten Skulpturen hinter Alberto Giacometti. Einen weiteren Spitzenpreis gab es für Joan Miró: Für sein durch Symbole verklausuliertes surreales „Portrait de Madam K.“ von 1924 fiel der Hammer bei 46 Millionen Dollar (Taxe 25 bis 35 Millionen USD). Für Piet Mondrians typische Farbrechtecke der „Composition with Large Red Plane, Blue, Gray, Black and Yellow“ von 1921 blieben 34 Millionen Dollar übrig (Taxe 35 bis 55 Millionen USD), für Henri Matisses farbenfrohes Interieur „Robe noire et robe violette“ von 1938 immer noch ansehnliche 29,5 Millionen Dollar (Taxe 30 bis 50 Millionen USD).
Am Ende waren alle sechszehn Arbeiten der Newhouse Collection mit zahlreichen Garantiezusagen für insgesamt knapp 631 Millionen Dollar verkauft, darunter noch Jasper Johns’ „Gray Target“ von 1958 für 24,5 Millionen Dollar oder Andy Warhols halbfertiges Malen nach Zahlen-Bild „Do It Yourself (Violin)“ von 1962 für 22 Millionen Dollar (Taxe je 20 bis 30 Millionen USD). Gemeinsam mit den drei früheren Versteigerungen der Sammlung, die Christie’s bereits 2018, 2019 und 2023 durchführte, erreichte die Newhouse Collection nun einen Gesamterlös von 1,05 Milliarden Dollar. Damit gilt sie nach der Sammlung des Mircosoft-Mitgründers Paul Allen, die Christie’s im November mit einem Bruttoumsatz von 1,5 Milliarden Dollar abschloss, als die zweitteuerste Sammlung der Auktionsgeschichte.
Höhenflüge auch beim Evening Sale
Der „20th Century Evening Sale“ verfehlte am 18. Mai ebenfalls seine Wirkung nicht und sorgte bei nur zwei liegengeblieben von insgesamt 48 Losen und einem Bruttoergebnis von 490 Millionen Dollar letztendlich für fünf neue Rekordwerte. Schwergewicht war dieses Mal Mark Rothko mit seiner dunkel leuchtenden Farbfeldmalerei „No. 15 (Two Greens and Red Stripe)“ aus dem Jahr 1964. Das Hauptwerk aus der Sammlung der im vergangenen September verstorbenen New Yorkerin Agnes Gund, die ihr Leben vor allem der Kunst widmen konnte, langjährige Präsidentin des MoMA in New York war und ihren Rothko 1967 noch direkt beim Künstler erworben hatte, ergatterte sich ein Sammler für 85 Millionen Dollar, verbesserte somit die bisherige Rothko-Messlatte von 77,5 Millionen Dollar und zahlte mit Aufgeld schließlich 98,3 Millionen Dollar. Aus Gunds Sammlung überzeugten noch Joseph Cornells typische mit Objekten vollgestopfte Holzbox „Medici Princess“ um 1948 zu 5,6 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 5 Millionen USD) und Cy Twomblys wilde abstrakte Kritzelei und Farbschmiererei aus dem Jahr 1961 zu 39 Millionen Dollar (Taxe 40 bis 60 Millionen USD).
Auch die Realismusmalerin Alice Neel erfreute sich an der Kauflust der Kunden. Ihr Gemälde „Mother and Child (Nancy and Olivia)“, die seit 1967 mit großen aufgerissenen Augen direkt aus Bild blicken, regte die Bieter bis zum neuen Rekordwert von 4,6 Millionen Dollar an. Einen weiteren Höchstpreis für seine Zeichnungen brachte Henri Matisse mit seiner auf Umrisse reduzierten „Nature morte, fougeres et grenades“ zusammen, indem er die Bieter zu 3,9 Millionen Dollar animierte. Remedios Varo sicherte sich mit seiner surrealen geisterhaften Gouache „Energia cósmica (Inspiración)“ von 1956 mit 3,6 Millionen Dollar ferner den aktuellen Spitzenzuschlag für seine Arbeiten auf Papier (Taxen je 1,2 bis 1,8 Millionen USD), ebenso Alexander Rodtschenko mit einer von Diagonalen durchzogenen Fotocollage, einem futuristischen Entwurf für seine Montage „War of the Future“ von 1930 bei 1,2 Millionen Dollar (Taxe 450.000 bis 650.000 USD).
Hohe Werte versprach der Abend zudem für einige Impressionisten, die Claude Monet mit seiner Sommerlandschaft „Pommiers, Vétheuil“ von 1878 bei 16,5 Millionen Dollar (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) und Pierre-Auguste Renoir mit seinem charmanten Bildnis „La femme aux lilas (Portrait de Nini Lopez)“ von 1876/77 bei 24 Millionen Dollar auch einhielten (Taxe 25 bis 35 Millionen USD). Edouard Manet orientierte sich bei seinem schlichten Stillleben „Pivoines dans une bouteille“ von 1864 an die vorgegebenen 7 Millionen Dollar, während sein amerikanischer Kollege Childe Hassam seine sonnendurchflutete New Yorker Straßenansicht „Across the Avenue in Sunlight, June 1918“ mit großen Staatsflaggen ausfüllte, was die Bieter mit 8,5 Millionen Dollar honorierten (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Georgia O’Keeffe freute sich dann noch über 10,8 Millionen Dollar für ihre 1924 monumental und farbleuchten auf die Leinwand gesetzten Blüten „From the Old Garden No. I“ (Taxe 7 bis 10 Millionen USD) und Roy Lichtenstein über 39,5 Millionen Dollar für seine frühe Comicadaprtion eines „Anxious Girl“ aus dem Jahr 1964 (Taxe 40 bis 60 Millionen USD).
Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld. |  | Kontakt: Christie’s Rockefeller Center 20 Rockefeller Plaza US-NY 10020 New York |
 | Telefon:+1 (212) 6362000 | Telefax:+1 (212) 6362399 |  |  | E-Mail: info@christies.com |  | Startseite: www.christies.com |
21.05.2026 |
Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lara Schauer |  |
 |
|
| | 

 |  |  |  |  | 
 Pablo Picasso, Tête
de femme, 1907 |  | Taxe: 6.000.000 - 8.000.000 USD Zuschlag: 12.000.000,- USD Losnummer: 1A |  |  |  |  |  | 
 Alice Neel, Mother
and Child (Nancy and
Olivia), 1967 |  | Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 USD Zuschlag: 4.600.000,- USD Losnummer: 50A |  |  |  |  |  | 
 Joan Miró, Portrait
de Madam K., 1924 |  | Taxe: 25.000.000 - 35.000.000 USD Zuschlag: 46.000.000,- USD Losnummer: 6A |  |  |  |  |  | 
 Constantin
Brancusi, Danaïde,
um 1913 |  | Taxe: 100.000.000,- USD Zuschlag: 93.000.000,- USD Losnummer: 4A |  |  |  |  |  | 
 Jackson Pollock,
Number 7A, 1948 |  | Taxe: 100.000.000,- USD Zuschlag: 157.000.000,- USD Losnummer: 8A |  |  |  |  |  | 
 Piet Mondrian,
Composition with
Large Red Plane,
Blue, Gray, Black and
Yellow, 1921 |  | Taxe: 35.000.000 - 55.000.000 USD Zuschlag: 34.000.000,- USD Losnummer: 5A |  |  |  |  |  | 
 Pablo Picasso, Homme
à la guitare, 1913 |  | Taxe: 35.000.000 - 55.000.000 USD Zuschlag: 35.000.000,- USD Losnummer: 3A |  |  |  |  |  | 
 Jasper Johns, Gray
Target, 1958 |  | Taxe: 20.000.000 - 30.000.000 USD Zuschlag: 24.500.000,- USD Losnummer: 13A |  |  |  |  |  | 
 Pablo Picasso, Tête
de femme (Fernande),
1909 |  | Taxe: 40.000.000 - 60.000.000 USD Zuschlag: 41.500.000,- USD Losnummer: 2A |  |  |  |  |  | 
 Mark Rothko, No. 15
(Two Greens and Red
Stripe), 1964 |  | Taxe: 80.000.000,- USD Zuschlag: 85.000.000,- USD Losnummer: 21A |  |  |  |  |  | 
 Henri Matisse, Robe
noire et robe
violette, 1938 |  | Taxe: 30.000.000 - 50.000.000 USD Zuschlag: 29.500.000,- USD Losnummer: 7A |  |  |  |  |  | 
 Andy Warhol, Do It
Yourself (Violin),
1962 |  | Taxe: 20.000.000 - 30.000.000 USD Zuschlag: 22.000.000,- USD Losnummer: 16A |  |  |  |  |  | 
 Pablo Picasso, La
femme enceinte. 1er
état, 1950 |  | Taxe: 18.000.000 - 25.000.000 USD Zuschlag: 19.000.000,- USD Losnummer: 9A |  |  |
|

 |
 |