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Mit der baulichen Vollendung des Propositions- und des Großen Ballsaals ist die Festetage des Dresdner Residenzschlosses komplett zurückgewonnen. Eine Dauerschau zur Festkultur und Machtrepräsentation bietet hier nun eine stimmige Ergänzung zu den wiederhergestellten Innenräumen

Ein glanzvolles Bild sächsischer Hofhaltung



Der wiederhergestellte Große Ballsaal mit der neuen Dauerausstellung „Masken und Kronen“

Der wiederhergestellte Große Ballsaal mit der neuen Dauerausstellung „Masken und Kronen“

Endlich ist es so weit: Nach rund 80 Jahren können die Besucher*innen die ursprüngliche Festetage des Dresdner Residenzschlosses wieder vollständig durchschreiten, ohne in Sackgassen zu enden. Die bauliche Vollendung ist ein wichtiger Meilenstein auf dem seit 1985 beschrittenen Weg zum gesamten Wiederaufbau des Schlossensembles, dessen Ende mit der noch ausstehenden Ausgestaltung der Gotischen Halle und des Großen Schlosshofes für das Jahr 2028 avisiert ist. Gesteigert wird nun das pompöse Erlebnis durch die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“, die in den zwei frisch rekonstruierten Sälen mit erlesenen Exponaten aus der Rüstkammer für Glanz sorgt.


Der Weg in die Festetage führt über die imperiale barocke „Englische Treppe“ ins zweite Obergeschoss durch den wiederhergestellten „Riesensaal“ vorbei am ehemaligen Audienzzimmer der Königin Carola von Sachsen zunächst in den „Großen Ballsaal“. Unter Ausgrenzung der nach 1880 erfolgten neobarocken Umgestaltungen orientierte man sich bei der Teilrekonstruktion an der Fassung des zwischen 1846 und 1848 nach Plänen des Hofbaumeisters Otto von Wolframsdorf eingerichteten Raums im Stil des romantischen Historismus. Infolge kriegsbedingter Zerstörungen blieben nur die Längswände substanziell erhalten. Fragmentarisch sind hier an den Bögen der Fensternischen belassene, verrußte Stuckornamente bewahrt worden, die nun als „Zeitfenster“ den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart schlagen. Unter Verzicht auf farbliche Fassungen sowie Vergoldungen wurden diese als auch die von Profilleisten geometrisch gemusterte Stuckdecke nach alten Vorbildern in aufwendiger handwerklicher Arbeit durchgängig ergänzt. Dies führt zu einer überaus kühlen Anmutung, die das restaurierte Versailler Tafelparkett abmildert. Etwas unpassend scheint die Einfügung neubarocker, aus einer anderen Ausstattungsepoche des Saales stammender, in die Fensternischen eingefügter Eisengitter. Hier hätte man besser die ursprünglichen stoffbezogenen Sitzbänke erneuert. Zudem wurde auf die Wiederherstellung der Monumentalgemälde von Eduard Julius Friedrich Bendemann an den Wänden verzichtet. Das schafft einen Kontrast zwischen überbordendem Stuck und großflächigen Leerstellen, die an den Schmalseiten mit einem gelungenem Kniff überspielt werden: Hier können die Besucher*innen einen Blick auf Projektionen von alten Festszenen aus dem Kupferstichkabinett werfen.

Auf die historische Funktion des Saales nimmt die neu eingerichtete Dauerausstellung Bezug. Kurator Holger Schuckelt von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wählte erlesene und seit dem Zweiten Weltkrieg oft erstmals wieder präsentierte Exponate zur Festkultur aus. Die in der Rüstkammer verwahrten Kostüme und Requisiten wurden bei prunkvollen Bällen oder höfischen Festveranstaltungen eingesetzt, die anlässlich von Hochzeiten, Taufen oder Staatsbesuchen veranstaltet wurden. Zu Beginn stoßen die Gäste auf Verkleidungen aus dem 18. Jahrhundert, die an römische Heldenkostümierungen angelehnt sind. Diese sollten das Ansehen der Träger erhöhen. In der Mitte des Saales vereint eine Vitrine die wohl prunkvollsten Festrequisiten. Sie wurden zum Besuch des dänischen Königs Frederik IV. bei seinem Cousin August dem Starken im Jahr 1709 angeschafft. Neben dem aufwendig verzierten, golden aufblitzenden Reitzeug besticht vor allem die für August von seinem Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger gestaltete Sonnenmaske.

Beeindruckend ist gleichfalls das prächtige, anlässlich der Brautwerbung und Vermählung des Kurprinzen Friedrich August um die Kaisertochter Maria Josepha gefertigte Schlittenzeug aus dem Jahr 1719. Die rote Sattelunterlage und Halskrause zieren neben 112 weißen und roten Straußenfedern sowie 538 vergoldeten Schellen in sieben Größen den Pferdeschmuck. Zu den kleineren Objekten gehören etwa das Modell des Leibschiffes „Bucentauro“ von August dem Starken, das der berühmten venezianischen Staatsgaleere nachempfunden war und mit dem das Kurprinzenpaar von Pirna zu den Hochzeitsfeierlichkeiten auf der Elbe nach Dresden schipperte, und familiäre oder innerhöfische Geschenke wie Harnische oder Prunkwaffen. Ein Kuriosum stellt das im Jahr 1711 anlässlich der Taufe des Hofzwergs Hante von August dem Starken eigenhändig in zwei Teile als Beweis seiner Stärke zerschlagene Hufeisen dar.

Durch das in den 1730er Jahren von Kurfürst Friedrich August II. im Turmzimmer eingerichtete Porzellankabinett, einem bereits 2019 rekonstruierten Schauraum für dessen viel beneidete Meißner Porzellane, in dem leider immer noch viele leere Wandkonsolen auf ihre Stücke warten, führt der Weg in den „Propositionssaal“. Schwere tiefbraune Holzkassetten an der Decke und dunkle hölzerne Wandpaneele verleihen ihm einen eher gravitätischen Charakter. Zwar fanden auch hier Festivitäten statt, doch war er primär ein Ort staatlicher Repräsentation. Einst tagte hier die Ständeversammlung, der Vorläufer des heutigen Landtages. In der Funktion als Thron- und Versammlungssaal wurde an diesem Ort 1831 die sächsische Verfassung proklamiert. Folglich standen bei der Auswahl der Exponate Herrschaftsinsignien, Utensilien von politischer Bedeutung oder Orden im Fokus.

Am Anfang steht das einzige in Deutschland noch erhaltene Exemplar eines originalen barocken Kurhutes als wichtigstes Symbol für die seit dem 14. Jahrhundert bestehende und bis 1806 gültige Kurwürde der sächsischen Herrscher. Bedeutendster Anziehungspunkt dürfte die von August dem Starken 1697 anlässlich seiner Krönung zum König von Polen in Auftrag gegebene Krönungsfigur samt zugehörigem Ornat sein. Den meisten Raum nimmt der ursprünglich fast vier Meter lange, aus französischen Stoffen gefertigte Mantel aus königsblauem Samt mit golden eingestickten floralen Motiven und einer aus Hermelin bestehenden Verbrämung ein. Die Figur des Königs zeigt sich mit prunkvoller Perücke, Krone, Zepter, Reichsapfel, Fußturnierharnisch sowie Säbel mit Scheide. Damit wollte sich August selbst ein Denkmal für seinen größten politischen Erfolg setzen.

Ringsumher versammeln sich in Vitrinen vornehmlich Bestandteile von Ornaten verschiedener Orden. Aus dem Besitz sächsischer Könige und Kurfürsten sind Amtstrachten wie Röcke, Handschuhe, Beinkleider, Sendelbinden, Zeremonialschwerter mit Scheide oder Wehrgehänge zu sehen, ergänzt von sächsischen Orden und Medaillen des 19. Jahrhunderts. Den Abschluss bilden Büsten der sieben sächsischen Könige, die sich um den ehemaligen Standort des Thrones aufreihen, über dem ein vergoldeter historischer Lüster schwebt. Von hier aus bietet sich ein Überblick über den gesamten Raum, der anders als im „Großen Ballsaal“ nicht durch allzu voluminöse Vitrinen verstellt ist.

Die im Jahr 2023 begonnene Renovierung der beiden Säle schlug mit insgesamt 21 Millionen Euro zu Buche, von denen der Bund 4,6 Millionen Euro zuschoss. Seit der Eröffnung der „Türkischen Kammer“ im Jahr 2010 kann die Rüstkammer jetzt rund ein Viertel ihres Fundus, der sich auf über 5.000 Objekte beläuft, permanent öffentlich präsentieren. Passend zu den historischen Räumen vermitteln die Exponate das Bild einer glanzvollen Hof- und Herrscherkultur, wie es sich in Deutschland wohl kein zweites Mal findet.

Die Ausstellung „Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof“ ist täglich außer dienstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 18 Euro, ermäßigt 13,50 Euro. Zur Ausstellung ist im Deutschen Kunstverlag ein Museumsführer erschienen, der im Museum 19 Euro kostet.

Kontakt:

Rüstkammer Dresden - Residenzschloss

Taschenberg 2

DE-01067 Dresden

Telefon:+49 (0351) 49 14 86 11

Telefax:+49 (0351) 49 14 86 90

E-Mail: besucherservice@skd-dresden.de

Startseite: www.skd-dresden.de



06.05.2026

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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originaler historistischer Leuchter aus vergoldeter Bronze im
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in der Ausstellung „Masken und Kronen“
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in der Ausstellung „Masken und Kronen“

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Vitrine mit Festrequisiten, darunter die Sonnenmaske für August den Starken

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in der Ausstellung „Masken und Kronen“

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Der Kurhut im Propositionssaal

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originaler historistischer Leuchter aus vergoldeter Bronze im Propositionssaal

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in der Ausstellung „Masken und Kronen“

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Das Porzellankabinett im Turmzimmer der Festetage

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Schimmel mit prachtvollem Zaumzeug

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