Iran sagt Teilnahme an der Biennale in Venedig ab  |  | Die Kunstbiennale von Venedig kommt nicht aus den Schlagzeilen | |
Der Iran verzichtet auf seine Teilnahme bei der 61. Biennale in Venedig. Dies gab die weltweit bedeutende Kunstschau gestern bekannt, nannte aber keinen Grund für die Absage. Damit gehen die Turbulenz zu der diesjährigen Ausgabe der Kunstbiennale weiter: Nachdem die Kontroverse um die Teilnahme von Russland und Israel schon zum geschlossenen Rücktritt der Jury führte, wurde inzwischen Pietrangelo Buttafuoco, der aktuelle Präsident der Biennale, vom italienischen Kulturminister Alessandro Giuli in einem Interview in der Tageszeitung „La Repubblica“ heftig kritisiert. Der 62jährige Biennale-Leiter, ein Journalist aus rechten Kreisen, der 2024 von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ernannt wurde, betreibe mit der Wiederzulassung von Russland eine „Neben-Außenpolitik“.
„Er ist Opfer einer pazifistischen Fantasie geworden“, so Giuli. „Am Ende gab er sich der Illusion hin, Außenpolitik betreiben zu können. Das ist jedoch Aufgabe der Regierung und des Parlaments.“ Damit hat sich die Regierung deutlich von Buttafuoco distanziert, was sich auch darin ausdrückt, dass sowohl Meloni als auch Giuli der Eröffnungsfeier an diesem Wochenende fernbleiben wollen. Die Biennale in Venedig läuft vom 9. Mai bis zum 22. November. Die offizielle Liste der teilnehmenden Staaten an der internationalen Kunstschau „In Minor Keys“ der inzwischen verstorbenen Kuratorin Koyo Kouoh nennt 100 Nationen und wurde Anfang März noch um die Vereinigte Republik Tansania und die Republik Seychellen erweitert. |