Berlin im Gallery Weekend  |  | Katherine Bradford, Screen Time, 2025 | |
An diesem Wochenende findet die 22. Ausgabe des Gallery Weekend Berlin statt. Dazu präsentieren 50 Galerien vom 1. bis 3. Mai Werke von über 80 Künstler*innen aus mehr als 20 Ländern. Der neue Sektor „Perspectives“ erweitert das Programm um sieben ausgewählte Galerien mit besonderen künstlerischen Positionen. So stellt die Galerie Haverkampf Leistenschneider neue farbkräftige Gemälde der Künstlerin Katherine Bradford vor, die mit ihren Figuren bei häufig seltsamen Tätigkeiten Fragen von Identität und Geschlecht aufgreifen. Die Galerie Klemm’s präsentiert den Nachlass von Juan Pablo Echeverri. Über beide Ausstellungsorte der Galerie wird das Lebenswerk des 2022 jung verstorbenen kolumbianischen Künstlers gezeigt, das sich aus einer Vielzahl an Stand- und Bewegtbildern zusammensetzt. Dabei legt Klemm’s den Fokus auf die Parodie und Gesellschaftskritik in Echeverris Schaffen.
Petrit Halilaj verwandelt die Galerie Chert Lüdde in ein kosovarisches Teehaus seiner Heimat. Die Ausstellung ist Ergebnis von jahrzehntelanger Zusammenarbeit von Künstler und Galerie. Als Ausgangspunkt nahm Halilaj beschädigte und verbrannte Container aus seiner Opernproduktion. Diese wurden kurz vor der Premiere der Oper aufgebrochen, mit serbisch-nationalistischen Symbolen beschmiert und schließlich angezündet. Die vandalisierten Container werden bei Chert Lüdde erstmals öffentlich gezeigt. Auch der berühmte Einkaufspalast KaDeWe nimmt am Gallery Weekend teil. Unter dem Titel „Display, Pause, Repeat“ bespielen verschiedene Künstler*innen, darunter David Byrne, Leila Hekmat, Claudia Mann und Kayode Ojo, die zehn Schaufenster des Kaufhauses. In einem Interview mit der Berliner Zeitung sprach der Kurator Sebastian Hoffmann davon, dass Schaufenster eigentümliche Räume seien: „Sie sind dreidimensional angelegt und lassen sich nur von außen betrachten, wie ein Bühnenraum, den man nicht betreten kann. Genau darin liegt der Reiz: ein Raum mit Tiefe, der gleichzeitig frontal bleibt. Fast wie ein Bild, nur eben begehbar – allerdings nur gedanklich. Man steht davor wie vor einem Diorama oder Guckkasten.“
Weitere Infos sind auf der Website des Gallery Weekend zu finden: |